13. März 2004

Das Problem wenn du ständig neue Domains registrierst ist, dass dein Provider Dir ständig Rechnungen schickt. Jeden Monat 1, 2, 3 Rechnungen... es ist so demoralisierend. Ich will eine Jahresrechnung. Bitte. Selbst wenn die vierstellig ist. Dann tut's nur einmal weh. ;-)

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martin, 18:01 #

Heiko Hebig: Terrorists should be blogging, too

martin, 17:57 #

Haiko Hebig: "You know you've got too much if you read "Pita with Mozilla" instead of "Pita with Mozzarella" in the cafeteria."

Ich hab letzte Nacht in Hypertext geträumt. Sollte ich mir Sorgen machen?

Ich moderiere eine kleine Mailingliste mit etwa 30 Teilnehmern. Alle paar Monate bricht darauf für gewöhnlich eine politische Diskussion los, die zum Glück meistens relativ schnell stirbt, weil Leute die Unsachlichkeiten einfach ignorieren. (Und da der Unsachlichkeitsanteil mit der Anzahl der Mails exponential steigt, regelt das System praktisch von selbst ab.) Diese Woche, der Anschlag in Madrid, und ein Mädchen schreibt eine Mail in der sie ihr Entsetzen äußert. Nur fünf Zeilen. Ganz harmlos. Zwei Leute eröffnen die Diskussion, schreiben zwei, drei Seiten über die Ethik des Entsetzen-Äußerns und die Legitimation dazu, ziehen unangebrachte Vergleiche, greifen die Schreiberin persönlich an, unterstellen ihr niedere Absichten oder zumindest minderwertige Moral. Ich greife moderierend ein, das erste Mal seit einigen Jahren.

Was nun kommt, war vorhersehbar: Es meldet sich eine Teilnehmerin, die in den fünf Jahren, die diese Liste nun besteht, noch nie geschrieben hat, und eröffnet die Metadiskussion. Zwei Seiten lang schreibt sie darüber, wie wichtig doch der freie Austausch wäre und wie nützlich die Liste doch sein könnte.

Damit passiert etwas Lustiges: Wir führen eine Diskussion über Regeln für eine Diskussion, die es gar nicht gibt. Denn diese Liste hat kaum Traffic! Im Jahresmittel kommen wir vielleicht auf 5 Mails pro Monat und davon sind 80% Koordinationsmails für Verabredungen. Es gibt praktisch keinen Diskussionsbedarf und deshalb gab es auch bisher nie einen Bedarf nach Regeln für die Diskussion. Aber wie das so ist: Bei den Regeln kann jeder mitreden. Inhaltlich etwas beizutragen ist schwieriger. Dinge zu regeln, obwohl kein Regelungsbedarf besteht ist so verlockend. Meta-Diskussionen können so viel Spaß machen, mehr Spaß als die eigentlich Diskussion manchmal.

Und bevor jetzt einer "typisch deutsch" sagt: Die Beteiligten sind keine Deutschen.

Es gibt Leute die 300% produktiver arbeiten würden, wenn sie einfach ehrlich wären.

[14.03.04] Andere Leuten könnten Ähnliches erreichen und wären wohl auch glücklicher, wenn sie ihr Menschenbild rekonfigurieren würden. Aber das ist wahrscheinlich noch viel schwieriger. "Ich bin gut, der andere schlecht und über den Rest mache ich mir erst dann Gedanken, wenn es sein muss." ist viel leichter zu denken als "Alle sind gut."

Eine ethische Dimension des konstruktivistischen Weltbilds resultiert aus der Bedeutung der Verantwortung, die sich für jeden Einzelnen ergibt, wenn er zu der Einsicht gelangt, dass die Welt, wie er sie beobachtet, Resultat seiner Beobachtungsweise ist.
(Aus: Wikipedia: Konstruktivismus)