3. Dezember 2006

[ Dresdensia ]

Wartebereich

Das, was die Deutsche Bahn für einen Wartebereich hält
Dresden Hauptbahnhof, 2. Dezember 2006

Die Deutsche Bahn hält diesen Ort für einen Wartebereich. Ich weiß nicht genau, wer hier auf was warten soll. Soweit ich weiß, nimmt die Bahn keine Gefangenen und führt auch keine Erschießungen oder Folterungen durch. Aber irgendwer oder irgendetwas muss hier auf irgendwenoderwas warten, sonst hätte man eine andere Bezeichnung gewählt.

Menschen können es eigentlich nicht sein: Die können auf diesen chipsförmigen Stahlobjekten nicht sitzen, ohne sich den Hintern abzufrieren und den Rücken zu zerstören oder beides. Aber wer sonst?

Vielleicht ist es ein Kunstobjekt. Doch, das muss es sein! Wir sollten das Ding einfach als Bühne nehmen, uns reinsetzen und so tun, als ob wir warten. Die Leute draußen würden denken, wir wären verrückt.

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Oh, wart bis du nach V./E. kommst. da zeig ich dir
a) Bahn-Warte-Dinger, bei denen an einem Gleis alle diese Folterteile komplett fehlen, dafür sind an der anderen Seite noch 2 von 4 intakt. andere haben offenbar entweder übergewichtige oder jugendliche Menschen im Überschwang vernichtet.

In den Plexiglasteilen weiter 'hinten' fehlen die Sitze gleich ganz.

These: Die sind primär "obdachlosensicher".

oliverg am 03.12.06 22:53 #
 

Vaihingen/Enz, richtig? ja, auf diesen "interessanten" gebilden durfte ich auch schon platz nehmen. da haben wohl elefanten platz genommen - den da pass ich mit fast 2m körpergroße und knapp 20 kg übergewicht locker 2x rein...

*Nelly the Elephant .. trump trump trump .. stomp stomp stomp ..*

cu, w0lf.

fwolf am 04.12.06 03:44 #
 

Liebe Deutsche Bahn!
wenn Du das liest: Schreibe mir doch einfach eine E-mail. Ich und meine Künstlerkollegen hängen gerne ein paar schöne Bilder bei Dir auf. So von wegen "blühenden Landschaften". Und "gerne Bahnfahren"

Joachim Graf am 04.12.06 10:25 #
 

Hallo Martin,

Bei der Gelegenheit könnte man gleich noch einen Blogeintrag zu der Ansage auf dem Neustädter Bahnhof nachschieben. Dort wurden Worte einzeln aufgenommen und dann per Computer zu Zugankunftsansagen zusammengestückelt. Jedes Wort hat aber eine andere Betonung. Auch eine Form von Folter. Ich glaub die wollen gar keine Kunden. ;-)

Andreas

Andreas Beutel am 07.12.06 19:34 #
 

Aber keiner lobt die Ästhetik der Raumnutzung: Wie das Fäkalienrohr diagonal den Raum gliedert, feinsinnig geschnitten vermittels formschöner Leuchtstoffröhren, welche den heimeligen Glanz eines romantischen Abwartegefühls verströmen. Und dann, ach im Hintergrund, die Tür, Hoffnung weckend auf die Zukunft, jedoch verschlossen in der Gegenwart, versetzt sie den Wartenden in eine Stimmung des Ichweißnichtwie. Doch, das muss es sein, eine Übung! Da übt wer. Stören wir ihn nicht.

Oliver Baer am 07.12.06 21:57 #