11. November 2006

[ Kommunikation ]

Interpretierbarkeit

Nochmal zur E-Mail Priorisierung: So eine Prioritätsangabe lässt sich ja unterschiedlich interpretieren.

Man kann es nehmen als

"Wenn mir jemand eine Mail mit hoher Wichtigkeit sendet, finde ich das eigentlich ziemlich unverschämt. Für wie wichtig ich eine Mail halte, kann er getrost mir überlassen."

Oder als "Der andere hält diese Mail für wichtig. Hm... mal schauen, was drinsteht."

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Wenn man eine Priorisierung nutzen will, führt diese Nutzung automatisch zu einer Vorsortierung auf meiner Seite. Damit wir die Perspektive des Absenders ("ich halte das für wichtig!") zu einer Sichtweise des Empfängers ("Postfach hat das unter Wichtigkeit:hoch einsortiert").

Damit ist die Markierung eigentlich tendenziell entweder sinnlos oder falsch. Lesen muss ich sowieso jede Mail, da ich ja prüfen muss, was jetzt für mich wirklich wichtig ist.

Ich bleibe dabei: Es ist schlechter Stil, solcherlei Markierungen zu setzen. Die Wichtigkeit einer Nachricht ergibt sich durch ihren Inhalt. Im Gespräch hebe ich auch keine rote Fahne, wenn es wichtig wird, sondern formuliere es. Sogar bei der guten alten Snailmail führt ein Stempel "WICHTIG!" eher dazu, dass der Brief im Schredder landet, als dass er besondere Beachtung findet.
Wer meint, Markierungen setzen zu müssen, unterstellt mir damit zudem indirekt, ich würde ihn andernfalls nicht ernst nehmen oder gar seine E-Mails nicht lesen.

schulten am 11.11.06 23:04 #
 

Letzteres ist eben genau falsch. Wie kommst Du dazu, dem Absender solche Unterstellungen zu... unterstellen?

Martin Röll am 13.11.06 08:09 #
 

Ich sehe das anders, aber das habe ich ja schon erklärt. Das rote Fähnchen, das er Absender setzt, befindet sich nur bedingt auf der Sachebene, um es einmal von dieser Seite zu beleuchten.

Mal sollte Wichtigkeit durch Sprache ausdrücken (können).

schulten am 13.11.06 13:05 #
 

Ich empfinde es als äußerst höflich und nebenbei noch professionell, wenn mir ein Absender gleich erklärt, welche seiner E-Mails für ihn besonders wichtig sind.

Denn schließlich ist es ja (zumindest bei mir) nicht so, daß ich immer nur eine E-Mail von einem Gesprächspartner erhalte.

Wenn also von einer Partnerfirma ein Mitarbeiter sich die Mühe macht, seine eigenen Anliegen zu priorisieren, nimmt er mir Arbeit ab.

Priorisieren muß ich für mich natürlich weiterhin. Das kann und will er mir damit nicht abnehmen.

Jemand, der unwichtige Mails mit Prioritätssymbol versendet, kann sich allerdings sicher sein, daß ich seine Mails mindestens mal als „unerwünschte Werbung“ klassifiziere. Aber diese Sichtweise ist ja schon wieder die negative.

An sich sollte meines Erachtens jeder Mensch seine eigenen Mails nach Prioritäten geordnet verschicken. Dazu gehört auch, eine Witzmail als „niedrig“ zu kennzeichnen.

German Psycho am 21.11.06 16:12 #