9. Oktober 2006

[ Kaufmännisches , Unternehmen ]

T-Systems spart

Wenn man der Wirtschaftswoche Glauben schenken darf, hat die T-Systems einige interessante Sparmaßnahmen beschlossen. Unter anderem

  • Gibt's nichts mehr zu Essen. ("Obst, Kekse, Brötchen sonstige Catering sind generell gestoppt, Getränke für Meetings ab 4 Stunden zulässig". Meine Glaskugel sagt, dass alle Drei-Stunden-Meetings nun magischerweise auf vier Stunden wachsen werden.)
  • Gibt's keine Geschenke mehr ("Sofortiger Stop aller Geschenke intern und extern")
  • Werden Reisen zurückgefahren ("Reisen sind generell zu vermeiden!"), Inlandsflüge verboten und Auslandsflüge nur mit Genehmigung eines Geschäftführungsmitglieds - und vier Wochen im Voraus (!) - erlaubt .
  • Werden Mitarbeiterveranstaltungen abgesagt und keine neuen erlaubt. ("Sofortiger Stopp aller Veranstaltungen, keine Weihnachtsfeiern, keine Teambildungsmaßnahmen")
  • Werden sämtliche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gestoppt.
  • Wird sämtliche Leih- und Zeitarbeit bis zum Ende des Jahres gestoppt.
  • Werden sämtliche internen Forschungs- und Entwicklungsprojekte gestoppt.
  • Sollen Handytelefonate eingeschränkt werden (!) und "Hotspots" "vemieden" werden (?)
  • Werden keine Bücher und Zeitschriften mehr neu bestellt.

Die T-Systems hat im ersten Halbjahr 2006 einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro gemacht. Sie hat 52.000 Mitarbeiter. (52.000 Mitarbeiter mal 5 Stücke Obst pro Woche, mal vier Wochen, mal zwölf Monate, minus Urlaubszeiten...)

Ich glaube, ich schicke mal ein paar Kisten Saft und einen Karton Bücher in die Riesaer Straße... [Nachtrag] Korrektur/Präzisierung: Die Sparmaßnahmen gelten nur für eine Sparte des Konzerns (die "T-Systems Business Services"), nicht für das ganze Unternehmen.

Via Nico, der's aus dem CW-Blog hatte.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Ich frage mich, warum nicht einfach auch noch die Gehälter gestrichen werden. Dann geht's schneller mit dem Totsparen.

Arno Klein am 09.10.06 22:35 #
 

Das Manager Magazin schreibt von 17.000 betroffenen Mitarbeitern in der Sparte. Aber wer weiß, ob am Ende wirklich so heiß gegessen wie gekocht wird ...

René Pönitz am 10.10.06 01:05 #
 

Auch eine Methode, um potenzielle Mitarbeiter zu vergraulen und zum unbeliebtesten Arbeitgeber gewählt zu werden ;-) ((kopfschüttel))

Florian Heidecke am 11.10.06 17:24 #
 

Ein ehemaliges Staatsunternehmen macht mal so richtig einen auf Sparen. Mit Rundbrief und Erlass. Immer wieder eine schöne Realsatire.

Bernd Schöneck am 13.10.06 15:45 #
 

Dass in einem ehemaligen Staatsunternehmen nun auch endlich gespart wird, verwundert mich nicht im geringsten.

Verglichen mit den Verhältnissen in "normalen" Unternehmen leben Angestellte dort in einer Art Sozialismus, der sonst nirgends mehr zu finden ist.

Fischer am 15.10.06 23:20 #
 

Was für ein Unfug.

Martin Röll am 16.10.06 09:25 #