3. August 2006

[ Strategie , Web2.0 ]

Die krampfhafte Suche nach dem Web2.0-Geschäftsmodell

"Web2.0" geht um. Alle reden darüber und bei mir stapeln sich die Anfragen dazu.

Aus irgendeinem Grund scheint eine Frage viele Leute zu bewegen: "Was ist das Geschäftsmodell des Web 2.0?"

Als ob es eins haben müsste.

In der Abwandlung erscheint es auch als: "Wir suchen nach neuen Geschäftsmodellen im Web2.0".

Ich habe das neulich in einer Mailingliste (ja, das gibt's noch) in einer Diskussion zu diesem Spiegel-Artikel ("Internetblase reloaded - Die Mär vom Geschäft mit Web 2.0") einmal kommentiert:

Lustig find ich hier immer die Suche nach "Neuen Geschäftsmodellen". Ich find die alten ganz prima. Die funktionieren. Und mit ein paar neuen Internetdingen funktionieren die noch besser. Wer braucht eigentlich "Neue Geschäftsmodelle"? (Die Musikindustrie. OK. ;-))

Das ist einer der Punkte, den viele im Moment falsch machen: Sie schauen auf "Web2.0" und suchen nur nach neuen Geschäftsmodellen.

Das Problem ist nämlich: So viele gibt es da gar nicht. Und die paar, die es gibt, sind für die allermeisten Unternehmen gar nicht geeignet. Das ist nicht richtig super, wenn BMW plötzlich versucht, ein Geschäftsmodell auf Basis des Verkaufs von Online-Werbeplätzen aufzubauen.

[04.08.06] Eine Liste von Modellen gibt es zum Beispiel in Beyond AdSense: A Business Model Checklist at Like It Matters (via EE)

Viel sinnvoller ist es oft, zu schauen, was denn "Web 2.0" (ich bevorzuge den Begriff "das Internet") für das bestehende Geschäft und innerhalb der existierenden Geschäftsmodelle tun kann. BMW verkauft Autos. Gibt es eine Möglichkeit, wie das Web genutzt werden kann, um das zu verbessern? Was bedeuten Blogs und "User Generated Content" (ih!) für die Kundenkommunikation? Wie kann Social Software den Entwicklungsprozess verbessern? Wie können uns die neuen Entwicklungen helfen, effektiver zu kommunizieren?

Manche stellen sich die Frage nach den Geschäftsmodellen auch, um die Nachhaltigkeit der ganzen aktuellen Blog/SocialSoftware/2.0-Bewegung einschätzen zu können. Sie vermuten, dass die vielen Weblogs und komischen Dienste mit kryptischen Bezeichnungen nur eine Mode sind und wieder verschwinden werden. Sie verstehen nicht, "warum die alle bloggen". "Haben die alle zu viel Zeit?"

SpiegelOnline-Redakteur Christian Stöcker, der mir schon einmal mit seinen eigenwilligen Ansichten über Menschen und das Netz aufgefallen ist, begreift das in seinem aktuellen Artikel auch nicht. Er schreibt:

Der neue Schwung im Web wird sich auf Dauer nur aufrechterhalten lassen, wenn irgendwann auch jemand daran verdient - denn all die Schüler, Studenten und arbeitslosen Softwareentwickler haben irgendwann vielleicht keine Zeit mehr. Weil sie Geld verdienen müssen.

Christian Stöcker: Community-Netz: Die Zeit der Kopfjäger, Spiegel Online, 1. August 2006

Mario Sixtus hat die Antwort darauf schon im Mai vorweggenommen:

Warum treffen sich eigentlich erwachsene Menschen mit ihren Freunden am Baggersee? Schließlich bekommen sie kein Geld dafür. Warum kicken andere, ebenso erwachsene Menschen, am Wochenende auf einem staubigen Bolzplatz herum, wohlwissend, dass sie niemals Fußball-Profis werden können? Warum probt eine Hobby-Kapelle wacker zweimal wöchentlich Jazz-Standards, obwohl die Hand voll Auftritte im Jahr noch nicht einmal ihre Proberaummiete refinanziert? Wo sind eigentlich die Geschäftsmodelle?

Blöde Fragen? Denkfehler? Falscher Ansatz? Genau! Geht es um die oft abstrakte Welt des Internets, ist jedoch keine Frage zu blöd, kein Gedanke zu fehlerhaft und kein Ansatz zu falsch, um nicht trotzdem laut ausgesprochen zu werden. (...)

Mario Sixtus: Hör mir auf mit Geld. Technology Review Blog, 23.05.06

(Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen.)

Es geht nicht immer ums Geld. Das Internet ist nicht zum Geldverdienen erfunden worden. "Web2.0" ist nicht für Geschäftsmodelle entstanden. Menschen (und sogar Unternehmen) tun alle möglichen Dinge auch ohne Geschäftsmodell.

Zwei Dinge sind wichtig:

  1. Es braucht kein "Web 2.0-Geschäftsmodell", damit das, was man "Web 2.0" nennt, entsteht (es ist schon da), wächst und bleibt. Es wird sich verändern und es wird nicht immer so bunt bleiben wie jetzt, aber es wird da sein. Blogs, Wikis, Bookmarking, MySpace und ihre Konsequenzen (die hier zum Beispiel) gehen nicht mehr weg.
  2. Für Unternehmen steckt im Web2.0 viel mehr, als "neue Geschäftsmodelle". Neue Geschäftsmodelle sind durchaus interessant - Es lohnt sich, sich das einmal anzuschauen (genau das werde ich nächsten Monat mit einem Kunden tun). Aber dabei sollte man den Blick auf die bestehende Wertschöpfung des Unternehmens und die Auswirkungen und Möglichkeiten des Web in Bezug auf diese nicht auslassen. "Was bedeutet Web2.0 für unser Unternehmen?" ist oft die wichtigere und weiterführendere Frage als "Wie können wir mit dem Web2.0 Geld verdienen?".

Vielen Dank an Kai Tietjen für den Link zum aktuellen Spiegel Online Artikel. Er (oder jemand anderes aus seinem Team) hat ihn im Mister Wong Blog kommentiert.

[4.8.06] Aus den Referrern: Der Senf zu: Das Baggersee-Geschäftsmodell [upd.]. Bamblog » Web 2.0-Hype vs. Social Software
[5.8.06] COMPANICE: Squeeze-me-2.0
[8.8.06] Themenblog: Die Sache mit dem Geld, Die wollen doch nur spielen [Indiskretion Ehrensache]
[12.08.06] » Ist die aktuelle Entwicklung des Internets wirklich so rasant? - Dr. Web Weblog

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Warum treffen sich eigentlich erwachsene Menschen mit ihren Freunden am Baggersee? Schließlich bekommen sie kein Geld dafür. Warum kicken andere, ebenso erwachsene Menschen, am Wochenende auf einem staubigen Bolzplatz herum, wohlwissend, dass sie niemals

flawed concepts: "Hör mir auf mit Geld" (03.08.06 22:46)

Mal wieder hat es einer kapiert: Es geht nicht immer ums Geldverdienen. Manchmal geht es einfach um Spaß, Selbstverwirklichung, Mitteilungsbedürfnis, meinetwegen Geltungssucht.

buntklicker.de: Das Internet ist nicht zum Geldverdienen erfunden worden. (04.08.06 09:17)

Es dürfte so Mitte der 90er Jahre gewesen sein, da residierte ich noch dauerhaft bei meinen Eltern und entdeckte zu deren Leidwesen mit unserem damals hochaktuellen ISDN-Modem Napster & Co. Es dauerte nicht lange, da begannen die Major-Labels de...

bjoern-hornemann.de: Brandstwiete Blues (04.08.06 09:55)

Der geschätzte Martin Röll mit einem lesenswerten Beitrag zur krampfhaften Suche nach Web 2.0 Geschäftsmodellen und zu Fragen wie “Was ist das Geschäftsmodell des Web 2.0?” (naiv) oder “Wir suchen nach neuen Geschäftsmodellen im ...

BMID Innovation_Technology_Design: Web2.0-Geschäftsmodelle … (04.08.06 10:42)

Aktuell läuft – mal wieder – eine heisse Diskussion darüber, welche Geschäftsmodelle für neue Dienste des Internet tragfähig sind, ob es solche überhaupt gibt und: Ob es darum überhaupt geht (z.B. bei Mar...

work.innovation Blog: Der Nutzen des Internet für das Geschäft (05.08.06 11:00)

Wir hatten ja bereits ein Geschäftsmodell als wir uns noch gar keine Gedanken um das Web 2.0 gemacht haben. Und das ist auch gut sein. In den letzten Tagen habe ich gelegentlich mal über Geschäftsmodelle des / im Web 2.0 gelesen. Der wohl interessan...

Kanzler-Blog: Braucht es das Web 2.0 um im Internet Geld zu verdienen? (05.08.06 21:54)

Warum warum schreibe ich Artikel in ein Weblog? Weiß ich auch nicht, aber als ich diesen Artikel las, war’s mir wieder klar: Ich treffe mich selten mit Freunden am Baggersee, kicke nicht am Wochenende auf einem staubigen Bolzplatz herum und prob...

Mein Notizblog: Internet, Weblog, … (06.08.06 22:57)

Über der Diplomarbeit schwitzend lese ich “mein” vorweggenommenes Fazit über Web 2.0-Geschäftsmodelle bei Martin Röll, in diesem Sinne wählte ich auch frühzeitig meinen Blog-Titelspruch (Zitat von Victor Hugo, s. oben ). Für den ...

@cb's ßetabloggerei: Web 2.0 Business Model, so what? FULL ACK!!! (07.08.06 05:25)

Welche neuen Geschäftsmodelle gibt es für das "Web 2.0"? Ich war ja bislang immer in der bequemen Position, mir daerüber keine Gedanken machen zu müssen.

Blog Age: Geschäftsmodell 2.0 (07.08.06 12:41)

Zu der auf mich auch immer etwas dümmlich wirkenden Frage danach, wo denn das Geschäftsmodell hinter Web_2.0 sei, hat Anfang August Martin ausreichend was gesagt - zusammen mit den Links, die er dort zusammengetragen hat. Für mich als Kommunikationshei...

Haltungsturnen - Klopfzeichen aus der Wirklichkeit: Geschäftsmodelle im Web_2.0 (24.08.06 18:18)

 

Schön kontrastierender Eintrag! Stöcker scheint's echt nicht zu begreifen...

Lukas O. am 03.08.06 21:16 #
 

Die Sicht des einzelnen Journalisten ist hier gar nicht so wichtig. Er steht für eine ganze Reihe von - ganz berechtigten! - Fragen danach, wie nachhaltig die aktuelle Entwicklung ist. Stöcker hat vollkommen recht, wenn er meint, dass "all die Schüler, Studenten und arbeitslosen Softwareentwickler" auch mal etwas anderes machen werden, als Onlinetagebücher schreiben. Werden sie. Sicher. Nur: Das hat damit, ob sie "Geld verdienen" "müssen" (!) gar nichts zu tun.

Viel interessanter wäre es, finde ich, sich mal anzuschauen, wie Leute, die gerade keine Zeit für vermeintlich sinnlose Hobbies haben (Journalistenkollegen, CEOs, PR-Leute, selbstständige Berater...), Weblogs nutzen. Oder nicht aus der "Weblogs kosten Zeit, oh wie sinnlos"-Perspektive zu schauen, sondern mal zu gucken, wo Weblogs Leuten Zeit sparen und ihnen helfen. Dann kann man auch auf einen positiveren Ausblick kommen.

Martin Röll am 03.08.06 21:37 #
 

Es gibt inzwischen Leute, die beginnen einen Weblog zu schreiben, eben weil sie gerade anfangen "angestellt für Geld" zu arbeiten und darin ein Instrument finden (bzw. vermuten), Information und Kommunikation effektiver zu organisieren (z.B. als Linksammlung, als Notizzettel, zum Austausch, als Visitenkarte,...). Ich zähle mich gerade dazu.

JensB. am 04.08.06 00:00 #
 

Und was ist Dein Geschäftsmodell?!? ;-)

Dein Kommentar brachte mir gerade eine Erinnerung zurück. Wir hatten das nämlich schonmal: Im April 2004: Das E-Business Weblog: Weblogs und Geschäftsmodelle.

Martin Röll am 04.08.06 00:27 #
 

Haben wir hier nicht ein typisch deutsches Phänomen vorliegen.

Fast täglich höre ich von Menschen die Frage "Wie können wir denn mit Podcasts Geld verdienen?"

Ich sehe es wie Martin. Das Modell muss nicht neu erfunden werden. Die neuen Möglichkeiten helfen "nur" dabei, alte Geschäftmodelle (endlich) erfolgreich werden zu lassen.

Marco am 04.08.06 08:48 #
 

Ich kann mich Marco nur anschließen. Auf diesem Sektor stoßen wir immer wieder auf ein Problem deutscher Unternehmen. Sie verstehen das Internet nicht. Wollen es aber mit der Einheit "Geld" greifbar machen. Was kostet mir das? Was verdiene ich damit? Für viele Sachen braucht der Mensch kein Geschäftsmodell, sondern nur Mut, gute Ideen und einen guten Berater ;).

Christoph H. am 04.08.06 08:59 #
 


"Ideen stiften."

oder

Bürgeruni 2.0, Studieren 2.0, Bibo am Sonntag 2.0, Hochschul-, Forschungs- und Studienfinanzierung 2.0., ... :)

Jens Bemme am 04.08.06 09:01 #
 

Leute, lasst das "typisch deutsch" sein. Bitte.

Christoph: Ich finde das prima, wenn einer fragt, was das kostet und was es bringt. Nur so kann ich mein Honorar rechtfertigen.

Martin Röll am 04.08.06 10:35 #
 

Ach Herr Röll,

mir ist unklar, warum Sie mich schon wieder absichtlich missverstehen. Und ein Zitat aus dem Zusammenhang reißen, der sehr deutlich macht, dass es in diesem Text eben schon um Leute geht, die mit dem Netz Geld verdienen wollen. Jason Calacanis zum Beispiel. Und Rupert Murdoch. Sogar um Herrn Tietjen, ich habe nämlich (Schock!) auch irgendwie Geld verdienen möchte (wogegen nichts spricht, er hat ja auch Augaben). Und die Frage, ob MySpace in 4 Jahren wirklich 1,8 Milliarden Umsatz macht oder nicht, ob die 16-jährigen Contenprovider von heute dann tatsächlich noch mitmachen. Und die Frage, was passiert, wenn man Leuten, die etwas gern machen, Geld für die gleiche Tätigkeit anbietet (der im Text zitierte Digg-User arbeitet bereits für Netscape). Inwiefern sie diese Themen für irrelevant halten, wird mir nicht deutlich. Auch nicht, was ich schon wieder "nicht verstanden habe".

Christian Stöcker am 04.08.06 11:18 #
 

Gehen Sie weg, Herr Stöcker. Wenn Sie glauben, dass ich Sie "absichtlich missverstehe" haben wir keine Grundlage für ein Gespräch.

Martin Röll am 04.08.06 11:38 #
 

Wow. Debatte 2.0?

Christian Stöcker am 04.08.06 11:52 #
 

Nein, 1.0. "Unterstelle dem anderen keine unlauteren Absichten." Steinzeit gewissermaßen.

Martin Röll am 04.08.06 11:54 #
 

wie soll man einen beitrag falsch verstehen, welcher blogger auf den typus schüler, Student
oder arbeitsloser Softwareentwickler reduziert, in seiner tendenz unsachlich wird und die chancen des genres verkennt?

mightyhorst am 04.08.06 12:13 #
 

Hey, es reicht jetzt. Es geht hier nicht um diesen Artikel.

Martin Röll am 04.08.06 12:31 #
 

Hallo Martin,

es ist doch legitim, daß er sich dazu äußert. Du nennst und zitierst den Artikel und stellst ihn in ein schlechtes Licht: "begreift das in seinem aktuellen Artikel auch nicht". Heißt das, du willst über andere Leute reden aber sie dürfen sich nicht dazu äußern?

Gruß, Thomas

Thomas Hofmann am 04.08.06 12:59 #
 

Selbstverständlich darf er sich äußern. Nur wenn er mir "absichtliches Missverstehen" unterstellt, ist das Gespräch damit gleich wieder beendet - dann haben wir keine Grundlage, uns weiter zu unterhalten.

Martin Röll am 04.08.06 13:04 #
 

Lass mal das "absichtlich" weg. Du hast gesagt, er hat es nicht begriffen, er hat gesagt, du hast ihn mißverstanden. Ich glaube, das mit dem absichtlich hat er nicht so unterstellen wollen.

Gruß, Thomas

Thomas Hofmann am 04.08.06 13:32 #
 

Was ist denn hier los - warum macht Ihr denn so einen komischen Meta-Streit auf, wer wen missverstanden hat oder nicht? Da ich Martin und Christian beide gut kenne, fühle ich mich durch sowas fast schon persönlich unwohl.... :)

Ich fände es viel spannender, wieder zur Ursprungsfrage zurückzukommen: Wo und wem geht es im Web 2.0 ums Geld verdienen, wo und wem nicht?
Das Zitat von Mario Sixtus (danke für den Link, Martin!) ist wunderbar, denn natürlich geht es den allermeisten Menschen, die das Netz nutzen, nicht um ein Geschäftsmodell o.ä. - sie wollen kommunizieren, sich selbst und ihre Interessen anderen vorstellen, sich unterhalten (lassen).
Und dann gibt es aber auch die Leute, die überlegen und experimentieren, ob man nicht im Umfeld dieser ganzen Kommunikationen und Interaktionen Geld verdienen kann - in Marios Bild wäre das z.B. der Eisverkäufer, der sich an den Baggersee stellt. Ich habe den SpON-Artikel so verstanden, dass es ihm vor allem um diesen Teil geht. Und er setzt sich ja durchaus kritisch damit auseinander: "Der Missbrauch, die marketingtechnische Ausbeutung der neuen Formen des globalen Miteinander, hat ohnehin längst begonnen," heisst es da beispielsweise.

[Jetzt hatte ich grad noch weitere Absätze zum spon-artikel geschrieben, aber gemerkt, dass die vom ursprungsthema wegführen. Ich führ das gleich mal in meinem eigenen Blog fort..]

Jan am 04.08.06 15:06 #
 

Also, ich wollte keinen Meta-Streit aufmachen. Es ist nur so, einer wirft dem anderen etwas vor, der ist natürlich aufgeregt und schreibt zurück. Dabei verwendet er jetzt eine Redewendung oder ein Wort, was dem anderen wiederum nicht paßt und er dann sagt: Mit dir rede ich nicht mehr. Ich meine, das kann doch auch nicht die Lösung sein. So kann sich so eine Diskussion hochschaukeln. Das hatten wir ja schon mal in Martins Blog, nicht wahr, Martin?

So, damit sind nun sicher alle Klarheiten beseitigt.

schönen Abend noch, Thomas

Thomas Hofmann am 04.08.06 17:39 #
 

@Thomas: Oh, ich meinte Dich auch nicht, ich meinte den Wortwechsel zwischen Martin und Christian. Aber Du hast völlig recht, diese Diskussion brauchen wir nicht weiter zu verfolgen.. :)

Jan am 04.08.06 18:54 #
 

Ich zitiere aus live.hackr:

der konzeptionelle Fehler der bei der Frage nach (und der impliziten Erwartung einer Antwort an) einem Geschäftsmodell wohl begangen wird ist, den Begriff auf dem Niveau einer buchhalterischen Monetarisierung zu beschränken und dabei zu übersehen, welche ökonomischen Strukturveränderungen mit gleichzeitiger Wertschöpfungsexplosion jenseits einer an Firmen gekoppelten Input/Output-Maschinerie stattfinden, welche Kanäle entstehen, die diese distributieren, usw. –
Ich hab dort auch kommentiert. Martin Röll am 04.08.06 22:32 #
 

Sehr passend finde ich die Aussage, daß im Web2.0 viel mehr steckt als "neue Geschäftsmodelle". Geld verdienen oder nicht, ist das nicht zu einseitig betrachtet? Ich möchte an dieser Stelle gerne noch einen weiteren Aspekt miteinbringen: Ist es nicht so, daß wenn man etwas beschreibt oder weitererzählt dabei lernt und somit für sich selber Wissen schaft? Ich meine mich zu erinnnern, daß im Buch von David Allen "Getting the things done / Wie ich die Dinge geregelt kriege" im Ausblick sinngemäß steht: Erzählen Sie das was Ihnen am besten gefallen hat weiter, denn so lernt man am schnellsten. Wenn das heutige und zukünftige Internet immer mehr aus Kommunikation besteht - also geprägt ist vom Weitererzählen und vom Austausch jedes Einzelnen - bedeutet dies dann, daß die aktiven Nutzer immer mehr dazulernen? Ich meine ja. Dieses Wissen - angeeignet über das Internet - kann jeder nun seinerseits dafür einsetzen um bewußt damit Geld zu verdienen oder einfach für seine persönliche Weiterentwicklung. Somit ergibt sich für mich hier eine Art Wissens-Wertschöpfungskette - Publizieren - Lesen - Kommentieren - Weitererzählen/Publizieren usw. Und was ist mit den Firmen? Auch die lernen dazu oder verschaffen sich Wissen - entweder durch das eigene Weitererzählen a la Walthers Saftblog, durch bloggende Mitarbeiter, durch Zuhören was die Kunden sich so über Ihre Produkte erzählen oder das aktive Miteinbeziehen - Stichwort Open Innovation. Vielleicht zeigt gerade das Web 2.O - das Web des Weitererzählens, daß wir nun in der Wissensgesellschaft angekommen sind.

Christopher Meil am 06.08.06 13:19 #
 

@Christopher: Interessanter Ansatz, dass das Geldverdienen eigentlich über das Lernen geschieht. Aber leider nur im abstrakten Sinne, indem es mich zu weiterem befähigt. Aber das eigentliche Durchführen muss ja auch noch sein, und da wollen die meisten Geschäftsmodell-Suchenden ja drauf hinaus.

Ich denke, dass eine der Eigenheiten des "Web 2.0" ist, dass man eben nicht EIN Geschäftsmodell hat, sondern eine Website/Blog/Community/sonstwas aufbaut, und dann schaut, was für Einkommensströme sich daraus generieren lassen. Das Web 2.0 baut auf Kooperation und Möglichkeiten, nicht auf einen genauen Plan. Wenn man nur genug Traffic hat, kann man daraus schon irgendwie Kapital schlagen.

Andreas Berg am 07.08.06 14:34 #
 

"das Web des Weitererzählens" - super! gefällt mir ausgezeichnet, diese Bezeichnung! In gewisser Weise ist das die privatisierte und meist manuelle Form von dem, was im Web 1.0 "Content-Syndication" genannt wird, und eine Erklärung, warum man ganz viele Treffer in Google hat, die aber - über ein paar Zwischenstationen - immer wieder zu denselben wenigen Quellen führen.

Der Punkt, auf den ich hinauswill, ist, dass durch "Weitererzählen" keine neue Information/Wissen entsteht, sondern vor allem flüchtiger Tratsch. Das Geplapper als Geschäftsmodell? Kaum. Ich denke, in der Masse neutralisiert sich das zu einem Grundrauschen. Alles wird überall gesagt, auch das Gegenteil, es entstehen schnelle, flüchtige Schwärme von Stimmungen und Aufregungen. Ein Phänomen, das in kurzer Zeit langweilig wird und als weitere Blase in die Mediengeschichte Eingang finden dürfte.

Paul Paulousek am 07.08.06 14:36 #
 

Ich bin völlig anderer Auffassung. Es wird eben nicht "alles überall" gesagt, sondern viel an vielen Orten. Das ist aber etwas ganz anderes: Es ist nicht "Rauschen", sondern Informationstransfer. Selbstverständlich entsteht neue Information: Bei jedem, der zuhört. Ob das "Tratsch" oder nicht ist, ist ganz egal - das hatten wir schonmal.

Martin Röll am 07.08.06 16:12 #
 

Mittlerweile sorgt man sich sogar schon, man könne in Deutschland Web 2.0 verpassen. Dazu gibt's eine Diskussion auf dem Forum von marketing.de
http://marketing.de/forum/showthread.php?t=10085

Birgit Schultz am 09.08.06 14:50 #
 

was ist Web 2.0?

Roza am 25.08.06 13:30 #
 
Web 2.0 ist ein Oberbegriff für die Beschreibung einer Reihe neuer interaktiver Techniken und Dienste des Internets und einer geänderten Wahrnehmung des Internets.
Web 2.0 - Wikipedia Martin Röll am 25.08.06 13:47 #