27. April 2006

[ Marketing , Sprache ]

Argonauten: Agentur für vernetztes Gebrabbel

argonauten360° - Agentur für vernetzte Markeninteraktion

We create value by brand interaction. Durch vernetzte eins-zu-eins Interaktion zwischen Marke und Konsument und die konsequente Verknüpfung markenbildender und vertriebsorientierter Ziele erreichen wir eine maximale kommunikative Wertschöpfung für unsere Kunden.

Unsere Kompetenzfelder in den Bereichen CRM, Dialogue, Interactive, Planning & Research ermöglichen die effiziente Entwicklung, Durchführung, Steuerung und Kontrolle vernetzter 360º Markeninteraktion. Die genaue Kenntnis relevanter Customer-, Brand-, Client- und Channel-Insights bilden die Grundlage unserer vernetzten Multichannel-Kommunikation, um die Zielgruppe in den jeweiligen Entscheidungs- und Lebensphasen zu motivieren und aktivieren.

Mit unserer Positionierung als Agentur für vernetzte Markeninteraktion bilden wir als argonauten360° eine zentrale Businessline im Netzwerk von Grey, dem hundertprozentigen Gesellschafter der Gruppe.

Nein, das ist kein Aprilscherz. Das ist die Positionierung der "Argonauten", einer Agentur der Grey-Gruppe.

argonauten360° - ein Team von multidisziplinär denkenden und international ausgebildeten Menschen an sechs Standorten, die mit einem einzigartigen Zielsystem geführt und gefördert werden. ["Die Crew"]

Gruselig.

(Danke, M., für den Hinweis)

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Was also machen die sechs konkreten Geschäftsführer an den sechs Standorten den ganzen Tag konkret? Würfeln sie abstrakte Substantive?

Oder es sind hippe Landwirte. Und auf ihren Kompetenzfeldern drehen sie jeden Tag Kreise. Ihr einzigartige Zielsystem sind die englischen Kornkreise (http://de.wikipedia.org/wiki/Kornkreise). Und bald kommen die kleinen grauen Männchen und holen sie nach Hause.

jens am 27.04.06 13:27 #
 

Kann mir das bitte mal jemand übersetzen.:-)

Marco Ripanti am 27.04.06 13:38 #
 

Das haben die Herren sicher mit dem "Sprücheklopfomat" zusammengekloppt :D

daniel am 27.04.06 14:42 #
 

Bei den Portraitfotos der Crew ist mir aufgefallen, dass Dominque Hess ein wenig strahlt - Heiligenschein oder Radioaktivität? :-)

Aber im Ernst: Das ist nicht wirklich eine Klitsche. Habe eben meine Kressexpress-Bibliothek durchforstet und die folgenden beiden Nachrichten gefunden:

07.12.2005 Die Düsseldorfer Agentur argonauten360 hat sich im Pitch den Internet-Etat der Audi AG gesichert. Das größte Projekt der Zusammenarbeit sei die Audi-Website der nächsten Generation, so die Argonauten.

27.01.2006 Bahncard-Dialog-Etat an argonauten 360°.
Die Düsseldorfer Dialogagentur freut sich über einen fetten Etat. Das Team um argonauten 360°-Geschäftsführer Kai Löhde gewann das Bahncard-Dialogmarketing im Pitch. Der bisherige Etathalter Ogilvy hatte dabei das Nachsehen.

Die Selbstdarstellung scheint also nicht jedem zu mißfallen...

Thilo Specht am 27.04.06 15:36 #
 

Ich weiß. Das ist ein richtig großer Laden. Vielleicht funktioniert deren Sprache für sie (wobei ich zum Beispiel zum Bahncard-Dialogmarketing eine ganze Menge sagen könnte - parfümierte Werbebriefe! Meine Hand hat auch nach zweimal Waschen noch gestunken. Ich hab an dem Tag viel über Marketing durch Körperverletzung nachgedacht). Vielleicht schadet sie nur nicht.

Martin Röll am 27.04.06 15:51 #
 

Du Armer! Das ist in der Tat sehr schlimm. Noch schlimmer ist allerdings die Babynahrung "Frühkarotten" von Hipp. Wenn das Zeug einmal auf Deiner Kleidung ist, bekommst Du das nie wieder heraus und hast ewig orangene Flecken darauf. Ob die Argonauten etwas damit zu tun haben?

Thilo Specht am 27.04.06 16:01 #
 

Was war nochmal die Frage?

Moe am 27.04.06 16:06 #
 

Stell' eine, Moe!

Ich hätte zum Beispiel:

  • Wie kommt die Sprache der Agentur Argonauten bei ihren Kunden an? Wie wirkt sie bei ihnen?
  • Wie gehen die Argonauten mit Sprache in ihren Kundenprojekten um? Gibt es Erfahrungen, wo durch Sprache in Projekten der Argonauten besondere Erfolge oder Misserfolge erzielt wurden?
  • Wie reagieren die Kunden der Kunden der Argonauten auf von denen gestaltete Kommunikation?
Mal zum Anfang. Die Erfolgsmessung, die Erfolge und die Misserfolge würden mich interessieren. Wer behauptet, eine "maximale kommunikative Wertschöpfung" zu erreichen, kann darüber bestimmt referieren. Das fände ich interessant. Martin Röll am 27.04.06 16:17 #
 

Die Quelle für den Argonauten-360°-Text könnte sich hinter dieser Adresse befinden: http://www.designphrasen.de/

Jürgen Siebert am 27.04.06 16:25 #
 

Diese krampfige Sprache müffelt schon nach dem übergroßen Bedürfnis total aktuell, trendy, cool oder was auch immer gerade angesagt ist zu sein. Ist doch witzig wenn solch ein Krampf von Textprofis produziert wird.

"gruselig" hab ich aber auch als sehr passenden Kommentar zu dieser stolz rauspounten Unterwerfung unter ein Zielsystem.
Daß bei einer Firma von der Kunden kreative Leistungen erwarten sollen?

Rolf Langhoff am 27.04.06 20:05 #
 

Dir fehlen einfach die maximalen Client-Insights für den richtigen Dialogue zur effizienten Entwicklung der kommunikativen brand interaction. :)

Marvin am 28.04.06 11:28 #
 

360°? Liest sich eher wie 39,9°C, Fiebergestammel.

Markus Pirchner am 01.05.06 14:48 #
 

Kleiner Erlebnisbericht dazu, wie die mit ihren Mitarbeitern umgehen, bzw. ihren potentiellen.

Hatte letztes Jahr ein Bewerbungsgespräch bei den Argonauten, welches erst ein paarmal verschoben wurde. Als es dann soweit war erhalte ich ca. 15 min vor dem Termin einen Anruf auf mein Handy, ob ich nicht erst am Abend kommen könne. Jeder der schon mehr als eine Bewerbung hinter sich hat weiß, wie man sich 10 Minuten vorher fühlt, alles nochmal im Kopf durchgegangen etc. eben ähnlich wie vor einem Wettkampf. Aber okay, man will ja flesxibel sein.

Am Abend dann tatsächlich das Gespräch, aber auch erst nach 25 Minuten in denen niemand wußte wer sich jetzt eigentlich um mich kümmern soll. Mein angekündigter Gesprächspartner sei nicht mehr für das Unternehmen tätig hieß es. Endlich kamen ein Mann und eine Frau und nun begann ein 'good cop bad cop' Spiel, wie ich es in so einer Situation noch nie erlebt habe.

Während sie mir stets apart lächelnd freundlich zuhörte, verkrümelete er sich hinter sein Notebook um erst als ich ein etwas komplexeres Projekt erläuterte, dem die beiden nicht so recht folgen konnten, den einzigen seine Anwsenheit zumindest akustisch unter Beweis stellenden Satz von sich zu geben: 'Zu unserem Business-Alltag gehört auch, daß wir mal rüber in die USA fliegen um dort vor den 6 Brand-Managern von CocaCola zu referieren, da haben wir für solche Späße hier keine Zeit.'
Sprachs und verschwand wieder hinter seinem Bildschirm. Er war sichtlich erleichtert seine Message losgeworden zu sein.

So, dachte ich mir, Zeit für mich meiner verbliebenen Gesprächspartnerin auch mal eine Frage zu stellen:'Zu welchem Zweck führen wir eigentlich dieses Gespräch hier?.' Ihre sehr liebenswürdig vorgetragene und wie ich finde bemerkenswerte Antwort lautete: 'Weißt du, wir wollen uns eben eine Offenheit für neue Leute bewahren, das ist uns sehr wichtig und die Zeit nehmen wir uns dann auch...'

Ich hätte am liebsten laut losgelacht, obwohl es ja eher zum Heulen war. Die damals ausgeschriebene Stelle ist übrigens immer noch vakant. Soviel zu dem Thema was die 'konkreten Geschäftsführer an den sechs Standorten den ganzen Tag konkret' machen, wenn sie mal nicht in die USA fliegen müssen: einfach nur offen sein!!


Michael am 04.05.06 14:23 #
 

@Michael
so eine anschauliche Kommunikationsstudie

ist eigentlich viel zu amüsant um in den Kommentaren zu verschwinden.

Rolf Langhoff am 25.05.06 11:49 #