3. April 2006

[ Sprache ]

Qimonbla

qimondalogo.jpg

Die neue Infineon-Tochter heißt.... Trommelwirbel... QIMONDA! Qimonwas? Da:

The name and brand identity of Qimonda express the philosophy and personality of the new company, illustrating the vision and values that will drive it. “Qimonda” has universal qualities that work across the globe: “Qi” stands for breathing and flowing energy. In the West, where languages are largely based on Latin and have been widely influenced by English, the interpretation as “Key to the World” (key-monda) is intuitive. While purple, the primary colour of the new logo, stands for leadership, the secondary colours, the cursive typeface, the round and organic shape of the logo and its impulsively spreading shape all emphasize Qimonda’s values: being creative, passionate and fast. “Creativity is one of the key driving factors for us in order to be successful in our business”, explains Kin Wah Loh. “Passion is the spirit that runs through our company and being fast is what Qimonda will be all about in the dynamic memory market.”
The carve-out not only creates a leading memory products company, but it will also transform Infineon Technologies AG. The company will continue to follow a clearly defined strategic direction. “We intend to leverage our technological expertise further and we are focusing on becoming a world leader in semiconductor solutions for reducing energy consumption, increasing mobility, for the networked society and for security”, comments CEO Dr. Wolfgang Ziebart.
(Hier auch auf deutsch)

Und als wär's noch nicht genug: Das neue Unternehmen hat sein eigenes Gedicht!

Die PR-Leute von Infineon können, wenn sie mal was anderes machen wollen, ohne weiteres eine Karriere als Comedians beginnen.

Was machen sie jetzt wohl mit den anderen Namen?)

[Nachtrag] qimondo.de, .com usw. und, noch besser, quimonda.de/com/etc. sind alle noch frei. Was kostet das so einen Konzern wohl, wenn er sich mit Domaingrabbern rumschlagen muss? Google: Quimonda, Qimondo, Qimondus. Das wird ein Spaß.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Kimme und Korn? Kimono? Besserer Kalauer fällt mir nicht ein. Es hätte schlimmer kommen können, really. Und bitte: Nicht noch mehr Comedians! Die habe ich schon gehasst, als man sie einfach Didi Hallervorden nannte.

Kossatsch am 03.04.06 13:00 #
 

While purple, the primary colour of the new logo, stands for leadership

Heisst dass die ganzen Yuppies und "High Potentials" muessen ihre roten GTIs verkaufen und kommen demnaechst in lila Autos auf der Ueberholspur daher? Von den ganzen roten Krawatten die jetzt durch lilane ersetzt werden muessen mal ganz zu schweigen?

Armin am 03.04.06 13:44 #
 

Mein erster Gedanke: Quasimodo?
Komische Ideen haben die Leute... *seufz*

Klaus Hintze am 03.04.06 15:11 #
 

Als ich erstmals über die Abspaltung bei Spiegel Online einen Beitrag las und den Namen hörte, machte ich mir auch so meine Gedanken über die Marketingabteilung des Chip-Herstellers. Infineon hat für mich was futuristisches, ein passender Name für einen Chip. Aber Qimonbla kann erstens keiner auf Anhieb aussprechen und zweitens würde ich - wüsste ich es nicht besser - eher einen Spielzeughersteller dahinter vermuten.

Christoph Hörl am 03.04.06 16:32 #
 

Ich hab als erstes an Timon denken müssen.

Martin Röll am 03.04.06 16:55 #
 

was für mich schwerer wiegt als die unbeholfen wirkende namensfindung ist die interne unternehmenskommunikation, die, wenn ich mir die von dir verlinkten blog-posts durchlese, offenbar im argen liegt.

wenn das management die mitarbeiter schon nicht in den entscheidungsprozess einbezieht, dann sollten diese emotionell wichtige informationen wie einen neuen firmennamen wenigstens nicht aus den medien respektive dem markenregister erfahren. sonst kommt das raus (zitat): "..as long as the paycheck keeps rolling in I don't care too much what it's called or gonna be called." - m.E. das schlimmste, das einem unternehmen passieren kann. interne weblogs könnten da - überraschung - wunder wirken.

helge am 03.04.06 18:26 #
 

Sieht noch jemand den Beachballschläger im "q"? Oder einen Handspiegel?

Martin Röll am 03.04.06 18:53 #
 

In Anbetracht des kreativen Namens und des lustigen Logos bin ich für einen Beachballschläger.

Christoph Hörl am 03.04.06 19:18 #
 

Kim i? (Raikönen?) H h h onda? Man versteht nur noch Bahnhof bei solchen Namen wie Qimonda. :(

Mag am 04.04.06 16:41 #
 

Zu Domaingrabbern:

Dürfte kein Problem sein, das Logo und der Namen sind handwerklich geschickt gewählt. Es ist ein Kunstwort, vielleicht schon dadurch urheberrechtlich geschützt. Dadurch gibt es garantiert keine Konflikte mit anderen Marken. Verwendung des Schriftzuges als "Bild" vermeidet Ärger mit dem Signet, wie es Quark passierte. Trotzdem ist der Anfangsbuchstabe so "eigenwillig", dass er als einzelne Zeichen genutzt werden kann (wenn Bedarf besteht).
Einzige Gefahr ist, dass das Wort in anderen Sprachen (und von denen gibt es tausende incl. der Dialekte) negative Assoziationen auslösen könnte. Das ist meist aber bei kurzen Wörtern der Fall. Das Wort ist auch nicht "eindeutig" im Klang, es fängt mit spitzem hohen Ton an und klingt "dunkel" aus, hat also eine Melodie.

Beim Reservieren von Domains wird offensichtlich, dass nur die Nutzung durch den Namensinhaber verhindert werden soll. Ev. könnte man noch ne Gegenrechnung wegen erlittener Schäden durchs Grabben aufmachen (in Höhe einiger Milliönchen?)

Kurz:
ja, ich finde es gut.
nein, ich arbeite nicht für Infineon und hab mit denen auch nichts zu tun.

Meine Trackbacks funktionieren nicht. Deshalb per Hand:
http://negativ.gemutlichkeit.de/archives/148

Hellmann am 06.04.06 10:42 #
 

@Hellmann: Mord ist Zensur.
Diebstahl ist Terrorismus.
Und man kann WORTE nicht 'urheberrechtlich' schützen.
Worte können (wenn wie 'Kenneichnungskraft' haben) als Marken geschützt werden. Wortbildmarken kann man auch irgendwie schützen.

Aber Urheberrecht auf WORTE? Bitte.

Ein Anwalt korrigiere mich und flame mich an die Wand, ebenfalls "bitte".

(Sorry, mich nervt dieses unpräzise Geschwurble. aber dafür ist jetzt mein Kreislauf ohne Zwischenkaffe auf Touren ;) )

OliverG am 06.04.06 11:09 #
 

Der Witz ist, dass das kein "Wort" ist, sondern ein KUNSTwort. Ich bin kein Anwalt und habe auch meine Probleme mit dem Urheberrecht (ich glaube, dass es extrem wichtig ist, dass Wissen zur freien Verfügung steht), aber hier hab ich die wenigsten Probleme.
Ohne Infineon gäbe es kein Qimonda, es ist eine NEUschöpfung (genau wie Infineon). Es ist kein Wort wie "Weltmeisterschaft", es ist kein Wort wie "Phaeton", es ist nicht mal ein zusammengesetztes Wort aus bereits existierenden Wörtern.
Es ist ein existierendes Wort, in einer Schreibweise, die nicht der des Kulturraums entspricht, aus der es stammt, und eine Modifikation eines Wortes.

Es ist (bisher) völlig funktionslos und wertfrei, ausser man macht es zur Marke, inclusive allem, was dazugehört (Millionen in Werbung etc).

Und deshalb ist das ein völlig anderer Fall als z.B. "Mercedes", denn das ist ein existierender Name. Als "Marke" geschützt.

Hellmann am 06.04.06 11:22 #
 

Hellmann: Klar besteht markenrechtlicher Schutz. Aber wenn man die Domains erst einklagen muss macht das Mühe und Ärger.

(Ich führe dazu übrigens gerade einen sehr interessanten E-Mail Austausch mit einem freundlichen und kompetenten Web-Menschen von Qimonda, der mir erklärt hat, warum sie die Domains nicht - bzw. eben doch - registriert haben.)

Oliver: Nicht jeder hat den Unterschied zwischen "Urheberrecht" und "Markenrecht" und die entsprechende Terminologie so präzise parat, wie Du. Ruuuuhig. ;)

Martin Röll am 06.04.06 11:28 #
 

Ich meinte auch Urheberrecht, denn es ist ein Kunstwort mit einer eigenen schöpferischen Höhe

Hellmann am 06.04.06 11:31 #
 

Führt die Diskussion, ob das Markenrecht, Urheberrecht oder Gastronomierecht ist, bitte woanders weiter. Ich finde die überhaupt nicht spannend.

Martin Röll am 06.04.06 11:31 #
 

Aber die TH-Fans dürfen sich ausleben ;) Ts. (isschongut ;) )

OliverG am 06.04.06 20:02 #
 
"Qimonda", das stehe im Westen für den Schlüssel zur Welt, in Asien für fließende oder atmende Energie, erklärt der malayische Firmenchef Loh Kin Wah.

So schrieb die Süddeutsche Zeitung gestern. Der Börsenflopp des Börsenflopps. War Infineon schon ein Absonderling von Siemens, jetzt wird die Sparte nochmals weitergegeben als Qimonda. Der Börsengang hat wieder viel Geld gekostet.

Christoph H. am 10.08.06 08:50 #