22. März 2006

[ Technologie ]

Das Grid und der Long Tail

Heute lohnt es sich, eine Ankündigung in Jonathan Schwartz' Weblog anzuschauen:

Er kündigt den Start eines öffentlichen Grid an:

Now, since John Gage first uttered the phrase, Sun has been saying "The Network is the Computer." It's one of those rare vision statements that only becomes more true over time. And next week, we're going to prove the point by unveiling the world's first on demand supercomputer. And by on demand, I mean accessible through your browser, with a credit card. This isn't yesterday's definition of On Demand, involving custom financing contracts, prepositioned inventory and a sales rep in a crisp blue suit ready to negotiate. Nope, our definition is just like eBay's: you bring a browser and a credit card, we offer the service.

Interessant ist hier aber eigentlich nicht das Grid an sich: Viele Unternehmen entwickeln und verkaufen Grids. Das Spannende hier ist der Zugang zum Markt: Sun verkauft dieses Grid nicht wie bisher an Großkunden und optimiert auf spezifische Anwendungen ("wir bauen ein Numbercrunching-Grid für die Allianz Versicherung"), sondern bietet ein general purpose Grid für alle an. Alle?

A good friend of mine, a bioinformatician (love that title), once described how frustrated he was at having to wait for his university's supercomputing facility. "If you had a grid available on line, I'd bring my whole budget to you." Granted his budget was something like $10,000 a quarter, but rumor has it there's a good business in the long tail. My view - most computing will be purchased by that tail. There are, after all, far more small financial institutions than large. The same applies to movie studios, pharmaceutical companies, academic institutions, and nearly every other industry on earth. I'm very comfortable betting on the value in volume - and the willingness of those smaller firms to change culture, process and lifestyle to get a competitive advantage through network services.

Hier wird das sehr, sehr spannend: Wenn so ein Netzwerk von praktisch unendlicher Computing-Power jedem zur Verfügung steht, wird es für kleine Unternehmen möglich, Anwendungen an den Markt zu bringen, die sie vorher mangels Ressourcenausstattung nicht entwickeln konnten. (Mit Einschränkungen: Die Rechenleistung des Grid zu kaufen wird auch nicht billig. Aber erheblich billiger, als eigene Infrastruktur aufzubauen.)

Jede 3-Mann-Bude, die eine gute Idee und ein paar Zeilen Code für einen Videoblogging-Service hat, wird den starten können, ohne eigene Infrastruktur hochziehen zu müssen. Bioinformatiker können ihre Gene sequenzieren, ohne warten zu müssen oder Millionen in Hardware stecken zu müssen. Wer eine gute Idee hat, kann Strato, Schlund und Domainfactory Konkurrenz machen.

Ich übertreibe. Auf kurze Sicht. Aber auf lange?

Der Dienst soll diese Woche auf network.com starten und wird zu Beginn nur für US-Bürger (?) zugänglich sein. Ein paar Monate dauert's noch.

Danke an Rainer Wasserfuhr für den Hinweis und einige in diesem Eintrag verarbeitete Ideen.

Eintrag geschrieben am 21. März 2006, 09:55

[22.05.06] Jon Udell: Screening Room #4: The Sun grid compute utility (via vrtprj)

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Inspired by Martin Roell's post about the new public SUN grid network, I decided to set up this new watch blog about grids and cluster computing technologies. Hopefully it would become an useful resource about this growing market. Enjoy reading....

Gridget: Introducing Gridget (17.04.06 17:31)

 

Drüben, bei Rainer Wasserfuhr:

Nachdem das Ding nun draussen ist: Welche Enttäuschung: Das derzeitige Modell erlaubt es gerade mal, Daten in einem Zip-File auf einen Grid-Rechner hochzuladen, Berechnungen unter Ausschluss der Aussenwelt auszuführen und schliesslich wieder per Zip-File abzuholen.(...) So ungefähr muss es sich angefühlt haben, Lochstreifenbatchjobs auf Zuse Z3 zu programmieren.

Martin Röll am 04.04.06 17:08 #