13. März 2006

[ Gesellschaftliches ]

Mobilität in Städten: Flickr-Gruppe.

Stau auf der Königsbrücker Straße (Blick nach Norden)

Als ich heute morgen am Stau vorbeilief und über den Verkehr in Städten meditierte, kam mir die Idee zu einer Flickr-Gruppe. Ich habe sie im Büro angekommen gleich gestartet und sie "Urban Mobility" genannt. Seit meiner Einladung heute morgen sind schon 30 Leute beigetreten und 22 Fotos in den Pool gestellt worden. Wer einen Account auf Flickr hat kann mitmachen - die Gruppe ist offen.

Ich will Bilder von der Fortbewegung in Städten sammeln - die schönen und die hässlichen. Es muss einen besseren Plan geben, als jeden Morgen ölbefeuerte, tonnenschwere Blechbüchsen über Asphalt zu treiben, um Menschen in Städten zu befördern.

Wie sehen unsere Innenstädte in zehn Jahren aus?

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Ich will Bilder von der Fortbewegung in Städten sammeln - die schönen und die hässlichen. Es muss einen besseren Plan geben, als jeden Morgen ölbefeuerte, tonnenschwere Blechbüchsen über Asphalt zu treiben, um Menschen in Städten zu befördern. Schreibt...

Püttagoras: Urban Mobility (13.03.06 23:56)

Zum Thema Mobilität in Städten hat Martin Roell die offene Flickr-Gruppe Urban Mobility eröffnet. Nach nur einer Woche sind bereits 92 Photos eingestellt. Ein interessante Quelle für Anregungen und Eindrücke über Fortbewegungsmöglichkeiten im öffentlic...

Landschaftstraum: Wie wir uns fortbewegen... (19.03.06 21:39)

 

Vielleicht schaffe ich es ja in den nächsten Tagen meine Kamera mitzunehmen. Seit vielen Jahren bin ich ein stau(er)fahren(d)er Arbeitnehmer. Seit Jahren möchte ich mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren - und immer war es die Zeit und nicht das Geld, was es mich in die Arme der Automobilindustrie trieb. Meistens war die Anbindung von zuhause und von der Arbeitsstelle an den ÖPNV recht gut und die Fahrtzeit recht lang.

Derzeit fahre ich mit dem Auto entweder morgens um 6:15 Uhr oder um 9:15 ins Büro nach Wiesbaden (35 Minuten). Manchmal erwischt es mich doch noch (50 bis 80 Minuten). Für die 30 Kilometer brauche ich mit ÖPNV jedoch immer 80 bis 90 Minuten.

Eigentlich müsste ich meinen Wohnort nach der Arbeitsstelle ausrichten - aber die Arbeitgeber konzentrieren sich oft entweder in Gewerbegebieten der Städte oder in den Stadtzentren selbst. Zusätzlich haben zwei Partner selten denselben Arbeitgeber.

1. Arbeitgeber zu den Arbeitnehmern
Viele Arbeitnehmer akzeptierten geringeres Gehalt für eine Arbeitsstelle etwas weiter außerhalb nahe ihres Wohnortes. Allerdings würde dadurch nicht von Kfz zu ÖPNV gewechselt, aber die Fahrtzeiten und -strecken würden weniger.
2. Arbeit zu den Arbeitnehmern
Am liebsten hätte ich eine 3/2 Woche: 3 Tage zuhause im Arbeitszimmer und 2 Tage im Büro u.a. für Meetings. Viele Unternehmen glauben immer noch, die Effizienz würde sinken... (Höhere Motivation = Geringere Effizienz?)
3. Häufige Schnell-Verbindungen
ÖPNV bedeutet meistens, dass zu Berufsverkehrszeiten jeder Bus/Bahn an jeder Stelle hält. Leider würden die Mehr-Verbindungen auch mehr Kosten. Die Frage ist: Was ist dies der Gesellschaft wert?

In zehn Jahren werde ich vermutlich immer noch jeden Morgen und Abend meine Blechbüchse über den Asphalt treiben; außer ich finde einen Arbeitgeber, der mir die Arbeit nahebringt. Aber mit 45 gehöre ich ja schon...

So, Schluss jetzt - die Sonne ist gerade über den Dächern aufgegangen.

P.S. Guten Morgen

Frank Hamm am 14.03.06 07:34 #
 

Frank, Dein Arbeitsweg klingt nach einer Traumdistanz für ein Twike! Mein Klient Timo Lekefeld von Soli fer hat jetzt auch eins. Die Dinger sind großartig. Etwas mehr als 35 Minuten wirst Du brauchen, aber das wäre es wahrscheinlich wert.

Martin Röll am 14.03.06 12:58 #
 

Das mit der Arbeit zu Hause mir wäre auch mein Traum. Bloss leider setzten immer noch die meisten Firmen Arbeiten zu Hause mit Füsse auf dem Sofa und Fernseh an gleich. Leute sind ja per Definition Faul. Wenn ich wieder einen kompletten Tag nur Konzepte geschreibene habe, denke ich mir auch oft: Das hättest Du auch zuhause machen können. Die Technik ist inzwischen reif genug für die Kommunikation mit Kollegen und den Resourcen über das Netz. So zumindest meine Meinung.

DIe Entfernung zwischen meinem Büro und meiner Wohnung kommt daher, dass die Lage meiner Wohnung für mich ein Stück Lebensqualität ist. Wie Frank schon schreibt, liegen die bevorzugten Lagen der Unternehmen eben nicht da, wo man wohnen will.

Seit letztem Sommer legen ich den Weg zur Arbeit fast nur noch mit ÖPNV zurück. Kein Traum lässt sich aber aushalten. Es fehlt einfach noch an vielen Stellen an Service, Sauberkeit und Qualität. Wenn die gleiche Buslinie fast jeden Abend eher an einen Viehtranspporter erinnert, frage ich mich schon, warum dort niemand etwas ändert. Meine freundlicher Hinweis wurde per Standardantwort abgetan. So werden sich aber wenig zum Umsteigen bewegen lassen. Es geht aber leider nur so herum, daß erste die Qualität steigen muss und dadurch mehr Fahrgäste kommen. Nicht so herum, daß den mangelnde Service mit zu geringen Fahrgastzahlen, d.h. Einnahmen, zu begründen und für Verbesserungen erst die Zahlen steigen müssten.

Matthias am 14.03.06 21:58 #
 

Martin, das Twike liest sich interessant. Momentan gibt es zwei Punkte, die mich davon abhalten:

1. Wir haben erst vor zwei Jahren einen kleinen Lupo gekauft. Besonders für meine Gurkerei nach Wiesbaden; ich gebe jedoch zu, dass wir noch einen Golf haben, den ich gelegentlich für meine Arbeitsfahrten "mißbrauche". Leider brauchen wir wg. Arbeit zwei Wagen.

2. In den 60 Kilometern (30 hin, 30 zurück) sind einige Höhenmeter und Autobahnkilometer enthalten. Das könnte mit der Reichweite ("bis zu 90km") knapp werden.

Kostenmäßig ist ein kleiner PKW in der Anschaffung noch deutlich günstiger als ein Twike (Basismodell mit Batterie ohne Zubehör lt. Preisliste: 18.2000 EUR). Die Betriebskosten sind widerum sehr niedrig.

Wir werden sicherlich den Lupo noch ein paar Jahre fahren. Dann jedoch wird es schon auf eine Alternative zu Benziner / Diesel hinauslaufen (Elektro/Hybrid/Wasserstoff/Gas/etc.).

@Matthias: Es läuft immer wieder auch auf die Huhn/Ei Frage hinaus: Soll zuerst die Leistung / der Service steigen, dann kommen mehr Kunden und der Preis sinkt? Oder zuerst mehr Kunden, damit die bessere Leistung bezahlt werden kann. Bislang sieht es beim ÖPNV meistens so aus, dass zuerst "mehr Kunden" da sein sollen. Da der ÖPNV zunehmend privatwirtschaftlich betrieben wird, sehe ich da leider schwarz (andererseits haben die Kommunen auch kein Geld zum fördern...).

Frank Hamm am 15.03.06 18:13 #
 

Könnte das Thema bereichern:
http://www.kunstparker.de/
ist zwar nicht mehr ganz aktuell, aber schon interessant.

k.b. am 18.03.06 20:56 #
 

Sehr hübsch. :-) Danke!

Martin Röll am 19.03.06 12:25 #