2. März 2006

[ Business Weblogs , Consulting , Interviews , Roell.Net ]

Weblogs und Unternehmen: Interview mit Sebastian Keil

Sebastian Keil Eine Sache ist mir in den letzten Wochen durch die Finger geschlüpft: Sebastian Keil hat mich schon im Januar zu Weblogs und Unternehmen befragt und das Interview als MP3 veröffentlicht. Ausgangspunkt war mein Text zu "Was kann ein Unternehmen eigentlich mit Weblogs machen? Und was tut ein Weblog-Berater?".

Das Gespräch läuft etwa eine halbe Stunde. Wer am Breitband hängt sollte sich die "Hi-Fi"-Version ziehen - die Qualität ist erheblich höher.

Hier geht's zu den Downloads (10 bzw. 40 Megabyte).


Shownotes:

00:00 Musik. Sebastian sagt "hallo".

00:42 Einführungsrunde. Ich lese Linked von Barabasi und The Singularity is near von Ray Kurzweil. Die Prinabonnements sind Brandeins und die Dresdner Neuesten Nachrichten. Der RSS-Reader ist RSS Bandit. Das Foto der leeren Wohnung ist hier.

02:18 Sebastian fragt, was ich beruflich eigentlich genau mache. Ich antworte. Beim Interview gab es ein technisches Problem: Sebastians Stimme wurde nicht mit aufgenommen. Das führt dazu, dass zum Teil mehrere Antworten von mir zusammengeschnitten sind. Bei 03:30 ist zum Beispiel so ein Sprung drin: Sebastian fragte, wie ich zu dieser Arbeit gekommen bin bzw. wie lange ich das schon mache. Nur deshalb ist die Antwort so lang. ;-)

03:30 Ich erzähle von meinem beruflichen Hintergrund , wie es zu meinem Weblog kam und was dann passierte.

07:10 Auswirkungen meines Weblogs auf mein Geschäft, Abgrenzung zu meiner Arbeit.

08:21 Noch mehr zu Auswirkungen des Weblogs auf mein Geschäft. Ich stelle fest, dass ich ein bisschen bekannt geworden bin und Leute mich über das Weblog sehr gut kennenlernen können. Bei 09:30 erzähle ich die Geschichte, wie ich das erste Mal ein Projekt quasi direkt über das Weblog bekommen habe.

10:32 Ad Rem: Was können Unternehmen mit Weblogs tun? Was ist die Rolle des Beraters? Ich problematisiere ausführlich. "Sie können damit Hypertext ins Internet publizieren." Bei 13:45 ist das Gelabere vorbei und es wird konkreter. :-) Bei 14:08 bimmelt einmal mein Handy. Sorry.

14:38 Ich bin ein Berater. Keine Weblog-Agentur. Differenzierungen. Bei 16:09 fasst Sebastian alles zusammen.

16:36 Hier passt die Frage nicht zur Antwort. Ich problematisiere über das Beraterwesen. Was die Frage war, weiß ich nicht mehr. Diesen Teil zu überspringen ist kein Verlust.

18:25 "Was kan ein Unternehmen mit Weblogs machen", reloaded: Es kann damit Hypertext ins Internet publizieren. Und ein bissel mehr. Huh. Ein Glück. :)

20:18 Sebastian stellt die Hype-Frage. Ist da eigentlich wirklich was Neues dran? Ist das nicht komisch? Hier passt die Antwort nicht richtig: Wir hatten im Gespräch dort einen spezifischeren Bezug zum Blogprojekt von BMW zur IAA. Ich klinge in der Antwort erregter, als es gemeint war und ohne die präzise Frage kommt's etwas missverständlich rüber: Ich finde das Projekt, das BMW da durchgezogen hat, insbesondere auch die Arbeit von Thomas Gigold, toll. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass das nicht, nur weil es ein Blog ist, per se toll, innovativ oder als Marketinginstrument besonders effektiv ist. Später, bei 29:irgendwas sage ich nochwas dazu.

22:15 Dialog mit dem Kunden. Er ist wichtig und Weblogs sind dafür toll. Aber nicht jedes Unternehmen ist überhaupt in der Lage mit seinen Kunden im Dialog kommunizieren zu können. Für die wären Weblogs - informelle, cluetrain-ige - nichts.

24:06 Mehr zu "Offenheit" und "Transparenz". Ich behaupte altklug, dass das Thema seit den frühen 90ern diskutiert wird. Stimmt das überhaupt? Weiß jemand, wann diese Themen das erste mal groß auf den Agenden der Marketing- und Kommunikationskongresse standen?

25:55 Cluetrain, Cluetrain, Cluetrain (in der Tat 1999 veröffentlicht). Wünsche und Realität. Warum das ganz plausibel sein kann, jetzt kein Weblogprojekt zu machen. Hier stecken ein paar wichtige Sachen drin. Bei 28:48 hätte ich aufhören sollen, zu reden. Ich rede und rede und rede und drifte ab. Cuuut! :-)

30:30 Der Weg ist das Ziel. ;-) Ähm, nein: Erst das Ziel nennen, dann das Werkzeug wählen.

31:08 Schlussbemerkungen von Sebastian.


Vielen Dank für das Gespräch! Entschuldigung für die späte Publikation.

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Martin Röll beschreibt im Podcastinterview von Sebastian Keil auf Pöbler.de, wie Weblogs für Unternehmen nutzbar sein können. Er geht dabei auf das interessante Problem der angemessenen Kundenkommunikation ein und beschreibt seine Arbeit als Refer...

diplog: Interview zu Corporate Weblogs (03.03.06 11:37)

 

Interessantes Interview.
Du bist dabei jedoch lediglich auf die Anwendungsbereiche für Unternehmen eingangen, die mit der externen Kommunikation (also Marketing) zu tun haben. Ich kenne das aus dem Unternehmen, in dem ich arbeite, dass Weblogs auch zum Zweck der internen Kommunikation - im Projekt- & Knowledgemanagement sowie als Mittel der Mitarbeiterkommunikation eingesetzt werden. Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit ein internes Weblog zu führen.
Finden dieses Bereiche bei Deiner Beratungstätigkeit weniger Berücksichtigung? Wie ist aus Deiner Sicht das Interesse der Unternehmen dazu?

Alex Klein am 03.03.06 11:33 #
 

Interne Weblogs sind der zweite Teil meiner Arbeit - wobei der eigentlich nicht "Weblog-Beratung" ist: Es geht da um die Produktivität und Effektivität der Wissensarbeiter. Weblogs sind da ein Werkzeug - und nicht notwendigerweise viel mehr (anders als in der externen Kommunikation, wo man Weblogs sowohl als Werkzeug, vor allem aber die Blogosphere als Phänomen betrachten muss). Das Gespräch hier war auf Marketing/PR fokussiert, deshalb habe dazu nichts gesagt.

Geschäftlich liegt im Moment das größte Interesse auf den externen Weblogs - die sind "als solche", also mit dem Begriff "Weblog" ein Thema. Auf Seiten der internen Unternehmenkommunikation und der Effektivität von Wissensarbeitern (auch: "Wissensmanagement", wenn man den Begriff mag) liegt das Interesse eher bei "Collaboration", "Social Software", gelegentlich gar "Wikis". "Weblogs" allein stehen da nicht im Zentrum des Interesses - und das ist eigentlich auch ganz gut so.

Wobei: Es ergeben sich im Moment interessante Schnittstellen zwischen den beiden Welten. Ich habe zum Beispiel vor zwei Wochen eine Gruppe von Unternehmenskommunikatoren zu internen Weblogs geschult. Die PR-Leute haben Weblogs als Phänomen erfasst und sehen jetzt, dass diese Form der Kommunikation, die sie als Web-Phänomen kennengelernt haben, auch im Intranet stattfinden kann. Sie wollen genauer verstehen, wie das funktioniert.

Die interne Unternehmenskommunikationsfunktion und die Wissensmanagement-Leute haben da eine ganze Menge gemeinsam: Sie beschäftigen sich beide mit effektiver Kommunikation und mit Problemen rund um Information Overload, Aufmerksamkeit, Informationslogistik, Informationssuche usw. Ich spreche dann oft über Pull/Push, RSS, Dezentralität, persönliches Informationsmanagement... solche Dinge. Weblogs sind da "nur" eine Ausprägung von, aber nicht das Thema oder "die Lösung" [tm] an sich. Aber das macht ja nichts. Probleme zu lösen ist schöner, als über Weblogs zu reden. :-)

Martin Röll am 03.03.06 12:14 #