8. Februar 2006

[ Datenschutz ]

Willkommen, Leser von tagesschau.de!

Herzlich willkommen den Lesern von tagesschau.de, die über den Artikel Die dunkle Seite des Web 2.0: Ende der Privatsphäre? von Fiete Stegers hierher gelangt sind.

Die im Artikel angesprochenen Reisepläne finden Sie auf der Startseite meines Weblogs rechts in der Seitenleiste oder, noch etwas detaillierter, auf http://www.roell.net/wo/.

Ein Teil eines Zitats von mir im Artikel hat einen Fehler: Natürlich können Sie hier sehr wohl meine exakte Adresse herausfinden. (Vielen Dank, bitte keine E-Mails mehr dazu.) Sie steht hier drüben. Ich glaube dennoch nicht, dass meine Reiseplanung für einen Einbrecher eine gute Grundlage darstellen würde. Aber das können wir gerne diskutieren. ([Update]: Die entsprechende Passage wurde geändert. Siehe unten.)

Zu Themen wie dem Web 2.0, dem Umgang mit Weblogs und Information im Web berate ich Organisationen und halte Vorträge.

Wenn Sie hier unten auf "Kommentare" klicken, können Sie mir eine Nachricht schicken: Entweder öffentlich, für alle hier lesbar (und schon sind wir wieder bei der Privatsphäre: Ihr Name steht dann im Web) oder privat, nur an mich.

Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

Martin Röll (gerade in Köln)

[Nachtrag] Jan Schmidt: Social Software und Privatsphäre

[19.02.2006] Mehr auf Das E-Business Weblog: Mehr zur Privatsphäre im Netz

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Auf Tagesschau.de ist ein kurzer Artikel von Fiete Stegers erschienen, der sich mit den Veränderungen für die Privatsphäre durch den Gebrauch von Social-Software-Anwendungen befasst. Neben Constanze Kurz und Martin Röll kommt auch J...

Forschungsstelle "Neue Kommunikationsmedien": Social Software und Privatsphäre (08.02.06 19:09)

In der Tagesschau erscheint heute ein Artikel über die Gefahren der Auffindbarkeit persönlicher Informationen. Dazu zählt nach Meinung des A ...

ThoBlog: webben, ohne auf die Folgen zu achten (08.02.06 20:00)

Vor ein paar Tagen überraschte mich das Fernsehen, das ich im Hotel in Karlsruhe in nicht nur geistiger Umnachtung angeschaltet hatte, mit einer Diskussion über Privatsphäre im Netz bei Sandra...

Das E-Business Weblog: Mehr zur Privatsphäre im Netz (19.02.06 00:12)

 

Hallo Martin

im Beitrag bei tagesschau.de wirst du zitiert:

"Die Leute haben befürchtet, dass Einbrecher bei mir einsteigen, wenn ich nicht zu Hause bin. Doch dafür fehlen einfach entscheidende Daten, zum Beispiel meine exakte Adresse."

Dieser Aussage kann ich nicht zustimmen. Über eine simple whois-Abfrage lässt sich der Inhaber deiner domain roell.net mit Anschrift ermitteln. Damit bist du vollständig gläsern.

Du siehst, mit etwas Geschick lässt sich so einiges heraus finden.

Gruß
Ansgar
(jetzt auch nicht mehr anonym)

Ansgar Wollnik am 08.02.06 14:28 #
 

Ja, genau das habe ich ja auch oben im Eintrag geschrieben. Das Zitat ist falsch. Ich habe das nicht gesagt. Selbstverständlich kann jeder ganz einfach im Internet meine Adresse finden.

Martin Röll am 08.02.06 15:52 #
 

Meine Mail an redaktion@tagesschau.de von 17:53 Uhr:

Guten Tag,

im heute bei Ihnen erschienenen Artikel "Die dunkle Seite des Web 2.0" von Fiete Stegers [URL] werde ich falsch zitiert.

"Die Leute haben befürchtet, dass Einbrecher bei mir einsteigen, wenn ich nicht zu Hause bin. Doch dafür fehlen einfach entscheidende Daten, zum Beispiel meine exakte Adresse." habe ich nicht gesagt. Bei den "entscheidenden Daten" ging es zum Beispiel darum, wer womöglich noch in meiner Wohnung anwesend ist, während ich weg bin - das wird man schwerlich im Internet herausfinden können. Meine exakte Adresse steht auf jeder meiner Seiten im Netz.

Ich gehe gerade in E-Mail von Leuten, die mir meine Adresse mitteilen, unter. [URL]

Ein bisschen lustig ist das schon, aber so ein unsinniges Zitat hilft auch Ihren Lesern beim Verstehen der Problematik nicht weiter. Wenn Sie das Zitat korrigieren würden, wäre ich Ihnen nicht böse.

Herzliche Grüße,
Martin Röll

Martin Röll am 08.02.06 17:56 #
 

18:00 Uhr: Anruf des Redakteurs. Sie werden das Zitat ändern.

Wow, sind die schnell!

Martin Röll am 08.02.06 18:07 #
 
"Die Leute haben befürchtet, dass Einbrecher bei mir einsteigen, wenn ich nicht zu Hause bin. Doch dafür fehlen einfach entscheidende Daten, zum Beispiel ob unter meiner Adresse noch jemand anderes wohnt - ich könnte ja auch in einer Zwölfer-WG wohnen."

Merci.

Martin Röll am 08.02.06 18:11 #
 

Als ich in einem meiner Beiträge meinen Urlaub in Sölden ankündigte, hatte ich kurz überlegt über die Unterkunft zu schreiben und tat es nicht. Für einen kurzen Moment dachte ich auch, ob es schon zu viel sein könnte den Ort zu erwähnen. Aber im Prinzip hast Du recht, wer sollte sich aufmachen, um mich in Sölden zu beehren und warum?

Ein Blogger kommt uns auch besuchen im März, weil er unsere Saftkreationen so spannend findet. Er ist Koch. Und wer mal bei uns war, bleibt lebenslänglich Walthers-Fan! Du bist natürlich auch herzlich eingeladen. Jörg würde sich sicher auch freuen.

Viele Leute haben ja auch private Webseiten auf denen sie private Bilder und Adressden veröffentlichen. Hat darüber schon mal jemand geschrieben??? Ich finde diesen Artikel schon etwas seltsam.

Ich für meinen Teil genieße ich es jedenfalls immer noch, daß mich auch heute Leute fragten, wie es denn im Urlaub war. Woher sie das wohl wußten???

Kirstin am 09.02.06 19:44 #
 

Hallo Kirsten,

"Viele Leute haben ja auch private Webseiten auf denen sie private Bilder und Adressden veröffentlichen. Hat darüber schon mal jemand geschrieben??? Ich finde diesen Artikel schon etwas seltsam."

... hättest du den Artikel gelesen, wüsstest du, das s genau das dort angesprochen wird.

Fiete Stegers am 13.02.06 15:25 #
 

Kirstin: Der Punkt ist, dass bei den "Web 2.0" Anwendungen viel mehr Daten publiziert werden - und Leute zum Teil die Kontrolle über ihre Daten verlieren. Es braucht Dich nur jemand zu fotografieren und das Bild auf Flickr zu stellen - irgendjemand annotiert das dann mit "Kirstin Walther" und schon kann es prima mit einer derselben Suchanfrage gefunden werden, mit der auch ein Kunde nach Deiner Firma suchen würde.

Oder ein Beispiel aus Deinem eigenen Weblog: Hier hast Du geschrieben, dass Jörg Holzmüller und ich uns kennen. Zwei personenbezogene Daten, die vorher nicht im Netz standen. In Blogs geht das blitzschnell und über RSS verteilt es sich an hundert Stellen. Selbst wenn Du das wieder löschst: Es ist jetzt in der Welt und ich habe keine Chance, diese Information irgendwie wieder verschwinden zu lassen. Das ist etwas ganz anderes, als wenn ich auf meiner eigenen Seite gezielt Information über mich selbst verbreite.

Martin Röll am 14.02.06 09:35 #
 

Hier irrt Martin Röll allerdings. Unsere Bekanntschaft ist nicht erst durch Kirstin Walther im Netz veröffentlicht worden oder wie es Martin formschön formuliert „Zwei personenbezogene Daten, die vorher nicht im Netz standen.“

Vielmehr ist es so, daß zu Zeiten der Internet-Hype Martin Röll Vorstand eines Dresdner Unternehmens war und ich in dessen Aussichtsrat. Diese Information ist nicht nur im Bundesanzeiger veröffentlicht, sondern auch seit dem Jahr 2000 für jedermann im Internet zugänglich.

Grundsätzlich ist zur Privatsphäre folgendes zu sagen: ich halte einen Blogger für nichts anderes als einen Menschen, der aufgrund seiner öffentlichen Aktivitäten zu einer relativen Person des Zeitgeschehens wird und damit nicht unbedingt und in jedem Fall auf seine Persönlichkeitsrechte in vollem Umfang zurückgreifen kann. Ich denke, daß hier das Presserecht ganz gut als Anhaltspunkt dienen kann. Folgerichtig muß sich ein Martin Röll wie ein Jörg Holzmüller gefallen lassen, daß auch personenbezogenen Daten zur Veröffentlichung kommen. Blogger machen nun mal eben Teile ihres Lebens öffentlich und müssen folglich mit den Konsequenzen, der öffentlichen Beachtung und Kommentierung, leben. Paßt Ihnen das nicht, sollten sie ihren Blogs schließen oder sich Rechtsicherheit durch ein Klageverfahren einholen.

Ein Blog ist nun mal gegenüber klassischer Kommunikation ein durchaus wenig kontrollierbares Medium. Gate-Keeper-Fuktionen und auch Agenda Setting, wie sie die Medienwissenschaft definiert hat, sind hier nur stark eingeschränkt möglich, und so kann es durchaus passieren, daß der Blogbetreiber zum reagierenden Part wird. Ja, Kommunikationsdemokratie kann sogar kontraproduktiv zu den ursprünglichen Intuitionen sein. Das werden viele, und vor allem professionelle Kommunikatoren, erst noch lernen müssen. Juristische Auseinandersetzungen sind programmiert. Jede Wette: Persönlichkeitsrechte und bloggen wird das nächste Megathema hier werden.

Jörg Holzmüller am 21.02.06 13:37 #
 

Du hast recht: Die Daten standen wohl schon im Netz, waren aber zumindest über Google nicht auffindbar. (Das ist inzwischen anders. Man findet ein privates Archiv von Handelsregisterveröffentlichungen mit der Gründungsnachricht der AG. Wo ist denn Deine Quelle? Im eBundesanzeiger konnte ich nichts finden.)

Es ging mir gar nicht unbedingt um Blogger. Dass _die_ verlinkt werden, das kann schon sein. Viel wichtiger ist mir aber die Frage, wie mit Daten von Leuten umgegangen wird, die _keine_ eigene virtuelle Präsenz haben. Hier habe ich das ausführlicher ausgebreitet.

Martin Röll am 21.02.06 13:55 #