14. Dezember 2005

[ Buecher , Digitalisierung , Innovation und Wandel , Strategie ]

Vom Buch zum digitalen Buch

Michael Hyatt, der President von Thomas Nelson Publishers, hat einen interessanten Artikel über "den Tod des traditionellen Buchverlagswesens".

Er sieht ein technisches Gerät kommen, das das Lesen von Büchern extrem verändern wird, so wie der iPod das Hören von Musik verändert hat.

Auf dieser Basis will er nun ein Geschäftsmodell entwickeln, mit dem sein Verlag weiter leben kann, wenn dieses Gerät erfunden wird. Er will nicht, dass dem Verlagswesen das gleiche passiert, was der Musikindustrie passierte, als sie erst von Napster, dann von MP3-Player "überrascht" wurde. (Sie wurde nicht überrascht. Schlimmer: Sie sah die Entwicklungen kommen, hielt sie für irrelevant und das alte Geschäftsmodell für stabil und entschied sich bewusst, nicht zu handeln. Literaturempfehlung: Clayton M. Christensen: The Innovator's Dilemma. Wikipedia: Disruptive technology. Auch auf deutsch, da aber schlechter.)

In den Kommentaren bei ihm tauchen gleich Leute auf, die das traditionelle Buch verteidigen und mit dem haptischen Aspekt ("es fühlt sich gut an", "ich will umblättern, nicht klicken") und Ergonomieaspekten ("von Bildschirmen kriege ich Kopfweh") kommen, seine technischen Vorstellungen angreifen oder meinen, dass es noch sehr lange dauern wird, bis seine Vorstellungen erfüllt sind. Die meisten haben auf ihre Art Recht, übersehen aber das Große, um das es eigentlich geht: Wenn es nur denkbar ist, dass so ein Gerät erfunden wird, dann ist es erforderlich, eine Strategie für dieses Szenario zu entwickeln.

[15.12.2005] Fortsetzung hier drüben.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Warum klingt Paperbook eigentlich so viel cooler als Papierbuch? Hm, egal…worum es eigentlich geht, ist ein Posting von Michael Hyatt, dem Chef von Thomas Nelson Publishers, mit dem schönen Titel "The death of traditional book publishi...

:: La vida pirata 2.0 :: Bericht aus Bonn...und der Welt // von Karsten Kneese: Papierbücher? Wie langweilig… (14.12.05 10:40)

Der Pr

buchmarktnews.twoday.net: "Death of Traditional Book Publishing" (14.12.05 12:52)

Ich habe ja schon vor längerer Zeit Steve Jobs angefleht, den PrintPod zu erfinden. Ob nun Jobs oder die Googles oder ein ganz neuer Star so ein Ding aus dem Hut zaubert, es wird auf jeden Fall ganz anders aussehen, als wir es uns derzeit vorstellen....

blog.50hz.de: Warum eigentlich immer Steve? (15.12.05 09:30)

 
erforderlich, eine Strategie für dieses Szenario zu entwickeln.
Nicht nur dafür. Viel schwerer zu beantworten: Was stelle ich statt der Bücher ins Bücherregal! :-)) Markus Pirchner am 14.12.05 10:13 #
 

Also das Thema eBooks hatten wir, und das nicht nur einmal, zweimal, dreimal, die Revolution gab es mindestens ein Dutzend Mal. Mal war es eine Reader-Software fürs Notebook, mal eine Reader Software für den TabletPC, mal einen für den PDA und selbst auf dem Handy haben sich mal ein paar Leute versucht.

Ergo: Nichts hat auch nur annähernd die Vorteile des Buches übertroffen. Das Buch braucht keine Reader-Software, das Buch braucht keine Batterien, es muss nicht gestartet werden und man kann es problemlos weitergeben oder ein gebrauchtes holen.

Technischer Firlefanz hat da Chancen, wo es wirklich etwas erleichtert. Der iPod ist ein Gerät, der den Walkman und den Discman ersetzt, vor allem das Transportieren der Medien hierzu, das war vorher schlicht unmöglich. Bei einem Buch ist es aber so, dass ich normalerweise immer nur eines lese und das lesen auch normalerweise länger dauert, als eine CD lang ist. Deshalb ist das eBook eine tote Angelegenheit und jegliche Versuche werden wieder versagen, auch wenn es die Buchindustrie mit Verzweiflung ständig versucht, denn DRM würde ihr einen phantastisch neuen Markt eröffnen.. der Gebrauchtbuchmarkt wäre schlagartig ausgehöhlt.

Besim Karadeniz am 14.12.05 10:24 #
 

@Besim,

warum redest du von CDs. Dieses Medium ist mehr als überholt. Was spricht gegen folgendes Phantasiegerät: von der Fläche so groß wie eine Packung Tempos. Wenn man es aktiviert, erscheint eine Art Hologram und dieses kann man von der Größe und Erscheinung an seine Bedürfnisse anpassen (z.B. ein Bildschirm/Touchscreen). Als Speichermedium kommt ein nichflüchtiger Flashspeicher daher, sagen wir mal 500 GB (in der Basisversion). Als Prozessor dient eine Einheit die ca. 5-7x Leistungsfähiger ist als die stärskten Desktop-CPUs heutzutage. Entsprechend ist die Grafikkarte und der Arbeitsspeicher. Zudem ist das Gerät sehr Robust und dank neuer Technik entsteht so gut wie keine Abwärme.

Dank des "Hologrames" kann man aus dem Gerät ein Handy, ein Holo-Book (in Form eines Taschenbuches), ein Arbeitsgerät (z.B. ein Notebook), eine Spielkonsole etc. machen.

Hört sich nach SciFi an? Ja! Aber ich bin zuversichtlich, daß wir solche Geräte noch zu unseren Lebzeiten bewundern werden. Wenn nicht noch viel früher. Schaue dir mal bitte an, was sich in den letzten 20-25 Jahren so getan hat.

Die Einstellung: "Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, weg damit" bringt uns nicht weiter ... im Gegenteil.

Bei einem Buch ist es aber so, dass ich normalerweise immer nur eines lese

Das mag bei einem Roman stimmen, aber wenn ich mich mit einem Fachthema beschäftige konsultiere ich mehr als ein Buch.

Und ein Vorteil haben die digitalen Texte, die Möglichkeit der Suchfunktion und der Kategorisierung (Ordner, Tags etc.).

Perun am 14.12.05 18:54 #