24. November 2005

[ Blogging , Meta E-Business Weblog ]

Die Kommentarspam Ich-AG

Ich habe vor einer ganzen Weile schon den Hinweis, dass ich Kommentarspam in Rechnung stelle (Beispiel hier) aus diesem Weblog entfernt. Das hatte zwei Gründe.

Nummer 1: Zu viele Leute hatten es unreflektiert nachgemacht. Ich erhielt Rückmeldungen von Leuten, die meine Aktion kopiert hatten und nun voller Spaß Leute per Brief einschüchterten und von mir dazu jetzt noch kaufmännischen und juristischen Rat haben wollten. Nein danke, Leute. Das sollte die Welt besser machen, nicht schlechter!

Nummer 2, und das ist der wichtigere: Ich hatte durch diese Sache eine Menge der Spammer kennengelernt. Sie lassen sich im Grunde in drei Kategorien einteilen:

  1. "Industrielle" Spammer stellen automatisiert binnen kürzester Zeit von vielen verschiedenen IPs aus massenweise Kommentare und Trackbacks ein, manchmal hunderte in einer Nacht. Sie sitzen meist in Übersee; mit den Rechnungen kann man gegen sie nichts praktikabel ausrichten.
  2. Professionelle Spammer sind mit allen Wassern gewaschene Mafiosi, agierend einzeln, sind aber in Netzwerken organisiert, und stellen, mal mehr, mal weniger gut getarnt, Kommentare per Hand oder mit einfachen Skripten halbautomatisiert ein. Wenn sie im deutschsprachigen Raum sitzen, wirken die Rechnungen. (Sie kennen allerdings ihre Rechte und schicken oft "Widerrufserklärungen" per Einschreiben-mit-Rückschein.) Vor allem aber wirkt die Abschreckung durch den Rechnungshinweis. Diese Leute gehören bekämpft. Leider schlagen sie bei mir inzwischen kaum noch auf. Abgeschreckt?
  3. Ich-AG Spammer. Ich kann die Ursache nicht erklären, sondern nur schildern, was ich beobachte: Bei mir schlägt eine stark wachsende Zahl von Leuten auf, die eigene Web-Projekte betreiben, mit dem Ziel, damit auf die eine oder andere Weise - oft durch Google AdSense - Geld zu verdienen. Fast alle von ihnen sind einzelne Selbstständige, seit HartzII meist Ich-AGler. Die Geschichten, die sie mir erzählen, sind steinerweichend.

Sie haben in den meisten Fällen ihr Geschäft aus einer Notlage heraus gegründet, oft, weil ihre Arbeitslosenunterstützung auslief, keine Aussicht auf eine normale Arbeit bestand und die Gründung einer Ich-AG (schon der Begriff ist lächerlich, denn es handelt sich überhaupt nicht um eine "Gründung", geschweige denn um eine "AG", sondern lediglich um eine Veränderung eines Kreuzchens in der Akte eines Bürokraten) finanzielle Vorteile verschaffte. Sie haben in den seltensten Fällen Ahnung vom Netz oder gar von den kommunikativen Prozessen, die in ihm ablaufen. Sie haben irgendwo aufgeschnappt, "dass man Links braucht", damit das eigene Angebot gefunden wird. So wandeln sie durch Foren und Blogs und schreiben Kommentare bis die Schwarte kracht, die Fingerkuppen schmerzen und das Hirn weint.

Eben telefonierte ich wieder mit einem. Ich war wirklich sauer. Seit drei Tagen schon kroch er durch mehrere meiner Weblogs und hinterließ Jämmerlichkeiten, aus denen ich feinsäuberlich die URLs entfernte. Am Telefon zuerst seine Frau. Sie reichte den Hörer weiter, der Mann saß noch am Computer, sein letzter Kommentar bei mir war nur wenige Sekunden alt. Er blieb höflich. Das kommt nicht immer vor, wenn ich die Leute anrufe: Dass das Internet zu einem nach Hause kommt, ist für fast alle eine neue Erfahrung. Ich wollte wirklich gerne verstehen, was den Mann dazu treibt, sich abwechselnd als Teesorte oder als Bildbearbeitungsprogramm vorzustellen und diesen elenden Schwachsinn in meine Weblogs zu stellen.

Ich verstand. Er hat nur noch einen Monat, dann läuft seine Ich-AG Förderung aus. Er hat eine ganze Familie zu ernähren.

Ihr werdet lachen, aber ich habe ihm tatsächlich ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg gegeben. (Er fragte danach.) Unter-eigenem-Namen-kommentieren, selbst-schreiben, etwas-zur-Sache-beitragen statt Spammen, solche Dinge.

Interessanterweise fragen viele Spammer nach, wie sie es besser machen können (das Geschäfte-im-Internet-machen, nicht das Spammen) und bisher habe ich das immer ignoriert oder Kategorie-2-Spammern etwas wie "Sie sind ein Spammer. Ihnen helfe ich nicht!" zurückgebellt. Aber hier?

Aber ich wollte ja eigentlich nur erklären, warum ich keine Rechnungen mehr schreibe. Voilà die Antwort. Es hilft nichts. Das heißt - wie ich schrieb: Bei den Profispammern hilft es ein wenig. Aber wegen der Ich-AG-ler, die dadurch getroffen werden, die es wirklich nicht besser wissen, die schon genug Probleme haben und sich dann auch noch mit hitzköpfigen Blogger-Rechnungsschreibern rumschlagen müssen, nein, wegen denen tut's mir leid.

[28.11.05] Uli of slicedlemons.blogspot.com summarises this post in English.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Martin Röll über Spammer und warum es keinen Sinn macht, gegen diese vorzugehen. Man lese dazu auch seinen

Kai's Blog: Das Glück der Unpopulärität (25.11.05 10:33)

Mein Postfach läuft zur Zeit über von Mail-Fluten. Woher das kommt? Anscheinend verwenden Spamer verschiedene E-Mail Adressen von freizeitblogger.de wie zum Beispiel centserv@freizeitblogger.de um ihre Mails los zu werden. Und da deren E-Mail Listen w

Freizeitblogger.de: Spam per freizeitblogger.de (25.11.05 15:11)

Martin Röll schreibt über Ich-AG Spammer & gibt damit mal den Blick frei auf die soziale Realität, die wohl scheinbar hinter manchem Spammer steht. Spammen in der Not? Traurig.

popnutten: Ich-AG Spammer (26.11.05 14:22)

Vor ein paar Tagen habe ich, nachdem er bei den Werbebloggern empfohlen wurde, bei Martin Röll einen recht interessanten Artikel über

Philipp's Blog: Ich-AG-Spammer?! (03.12.05 00:15)

...

Silkitomee Bloghunter: Gesucht Studie (06.12.05 16:13)

Soeben bekomme ich Mail das sich jemand im Gästebuch eingetragen hat. Eigentlich ein Grund zur Freude. Denkste, ein ellenlanger Text zu Wandertouren durchdie sächsiche Schweiz. Der ganze Kram eine einzige Werbung. Eben habe ich mit dem Spam...

netztaucherbrille: Auch eine Idee (20.02.06 19:02)

Nun hat es uns erstmals auch erwischt...der erste Kommentarspam ist bei uns eingegangen.Zwar wurden wir nicht mit hunderten, sinnfreier Kommentare dichtgeschüttet, sondern haben nur einen einzigen, dafür sehr ausführlichen Eintrag erhalten. Dennoch seh

EKM Blog: Kommentarfunktion die Plattform für Eigenwerber (18.04.06 11:47)

 

noch ein neuer Aspekt der Ich-AG;
Ich finde die Geschichten von mindestens kaufmännisch ahnungslosen Gründern auf dem Weg in die Schuldenfalle schon übel.
Aber welche Berater bringen die Leute auf die Idee mit Homepagekonstruktionen oder Weblogs per Werbung Geld verdienen zu können?
Hoffentlich setzen diese Gründer "nur" Zeit in den Sand und haben sich für die tolle Geschäftsidee noch teuer Soft- und Hardware auf Kredit hingestellt.

Rolf am 24.11.05 21:48 #
 

Oh ja. Ich hatte auch mal jemanden per Mail "angemacht", der plumpe Werbung für eine wirklich schlimm anzuschauende Site (da hätten auch das beste aller Suchmaschinenrankings und Billionen von Links rein gar nichts geholfen) in der Kommentarspalte hinterließ. Ich folgte dann einigen Links zu dem beteiligten Paar und heraus kam eine schlimme Geschichte von Todesfall, Krankheit, Arbeitslosigkeit etc. Da fühlt man sich plötzlich richtig schlecht, weil man sich über so etwas banales wie Kommentarspam aufgeregt hat.

Ralf am 24.11.05 22:06 #
 

Recht hast du mit den Rechnungen.

Ein kleiner Aspekt deines Beitrages: Du wirst wahrscheinlich in ein paar Tagen bei Google unter "Ich-Ag" gut positioniert sein.

Es könnten viel mehr Ich-AG-Spammer werden. In der Situation sie das wohl als Einladung und Anleitung verstehen.

Ich persönlich finde den grauwertigen Spam, zu dem das führen kann und der bei mir öfters aufschlägt, besonders störend.

Den kann man eigentlich nicht so ohne Kopfschmerzen löschen, weil doch etwas plumpes zum Thema gebracht wird. Aber wenn ich mir die Kommentaraussage zum Beitrag und die verlinkte Seite anschaue, dann ist es eigentlich nur Spam.

Ich denke, dass es auch das ist, was man als hier als Anleitung rauslesen kann: Keine plumpe Werbung, eher was plumpes zum Thema im Blog schreiben. "Intelligenter Spam".

Ich meine nicht, dass du das hier so vorstellst, ich meine, dass es das ist, was rausgelesen wird.

"etwas-zur-Sache-beitragen statt Spammen" wird zu: Ohne zu verstehen und ohne zu wissen, was da geschrieben steht mal was - meist zustimmendes - dazu sagen.

Genau diese Art von Spam ist es, die mich überlegen lassen, Dofollow wieder zu Nofollow zu machen. Als Mittel zur Selbstbestimmung.

André Fiebig am 25.11.05 11:30 #
 

Nachtrag: Die Initiative an sich, mit dem Internet sein eigenes Geld zu verdienen, finde ich gut.

Ich finde es erschreckend, wie teilweise in Deutschland auf kommerzielle Blogs reagiert wird.

Wenn man damit erreicht, dass keine solchen entstehen, wird die Marktlücke von anderen Seiten, wie bei gizmodo gesehen belegt.

Entsprechende kommerzielle Blogs werden so oder so kommen. Es ist für mich die Frage, ob dieser Markt selbst wahrgenommen wird, oder durch übersetzte englischsprachige, oder ähnliches besetzt wird.

André Fiebig am 25.11.05 11:52 #
 

Traurig, wenn das mit dem IchAGler stimmt, allerdings sollte man bedenken, dass es sicher auch noch Subkategorien gibt... also z.B. der Profi-Spammer, der die "arme Familie"-Story schon zum 100. Mal zum Besten gibt.

Chris am 25.11.05 12:33 #
 

Danke André. Lass uns hier bitte nicht zu sehr off-topic abbiegen.

Ich glaube nicht an "grauwertigen Spam". Die Kommentare sind dafür da, dass sich Menschen unterhalten und Beziehungen knüpfen können. Wer uninteressantes Zeug schreibt oder nur "ja, stimmt" sagt und dazu auf irgendein ein kommerzielles Projekt linkt, dessen Kommentar wird gelöscht. Im Zweifelsfall schreibe ich noch eine Mail dazu und frage nach oder lasse den Kommentar erstmal stehen und warte auf Antwort, aber wenn keine kommt: Löschung.

Es geht mir nämlich nicht nicht um die "Kommentare" als netten Content im Weblog, sondern um das Gespräch und die Beziehungen. "Grauwertig" ist da selten was. (Um im Beispiel oben zu bleiben: Wer auf Mail von mir nicht antwortet, ist vermutlich an dem Gespräch nicht sonderlich interessiert. Also fällt es leicht, den Kommentar zu löschen.) Und im Zweifelsfall wirft man die URL raus und wartet auf den nächsten Kommentar. ;-)

Martin Röll am 25.11.05 12:39 #
 

Solange ich mit diesem Rechnungs-Hinweis Spacken abhalten kann, bin ich zufrieden, vorausgesetzt, ich habe nicht den Eindruck, selber mental rückwärts zu fahren. Bei mir ist es aus technischen Gründen notwendig, sich den Hinweis gleich zweimal anzuschauen (trotzdem hatte ich bislang drei Fälle). Es stimmt schon: Wenn man Ich-AGs mit Rechnungen konfrontiert, ist das letzten Endes staatliche Blogger-Subventionierung. Aber deswegen nachsichtig werden? Ach Herr Röll, Sie werden sentimental mit dem Alter...

Kossatsch am 25.11.05 13:01 #
 

Da wird nichts subventioniert: Diese Leute haben kein Geld und können Deine Rechnung nicht mal bezahlen.

Martin Röll am 25.11.05 13:05 #
 

Richtig, es handelt sich keinesfalls um staatliche Subventionierung. Denn nicht der Staat zahlt die Rechnung, sondern seine Kinder. Die bekommen dann nämlich weniger zu Weihnachten.

Der Hinweis auf eine Rechnung mag ja zur Abschreckung dienlich sein. Eine Rechnung dann auch wirklich zu versenden, wird wohl niemandem helfen.

Rico Kühn am 25.11.05 16:07 #
 

Leere Drohungen schrecken niemanden ab.

Martin Röll am 25.11.05 16:34 #
 

..und bringen kein Geld.

Hellmann am 25.11.05 17:22 #
 

Geld bringen auch die gehaltvollen Drohungen nicht. Wie ich bereits mehrfach schrieb: Die Profis schicken dann Widerrufserklärungen. Die anderen haben kein Geld.

Martin Röll am 25.11.05 17:44 #
 

Man sollte auch nicht vergessen, dass es noch sehr viele gibt, die wenig bis gar keine Erfahrung mit dem Internet haben. Sie wissen gerade mal dass es das gibt. Für einen Großteil besteht das Internet aus Google und eBay als zuordbaren Seiten, der Rest verschwindet in einer diffusen Masse, die man nicht versteht und einordnen kann.

Soweit es mich betrifft, sehe ich die Rücksichtnahme durchaus gegenseitig. Schließlich werde ich zur Moderation genötigt, weil jemand sich keine Zeit nimmt, sich mit dem Medium zu befassen. Man könnte an dieser Stelle argumentieren, dass es auch keine Hilfe gibt und diese schwer bis nicht zu finden ist.

Sogesehen gibt es diese Beiträge wie hier noch nicht genug.

Silke Schümann am 25.11.05 18:15 #
 

@ Röll
Das war auch ETWAS böse gemeint. Um die Drohung mit der Rechnung gehaltvoll machen zu können, müsste man ja auch dokumentieren, wem man welche Rechnung in welcher Höhe geschrieben hat. Sonst ist man in der selben Lage wie "nicht gehaltvoll" zu drohen (also keine Rechnung zu schicken). Die Frage ist, ob die Veröffentlichung überhaupt rechtlich in Ordnung wäre. Schon die Veröffentlichung normaler Korrespondenz stellt einen Bruch des Postgeheimnisses dar (an das man auch bei seiner eigenen Post gebunden ist).

Ansonsen halte ich gar nichts vom Herumreiten auf Paragrafen etc im Netz, in Konsequenz wird das Nezt zum juristischen Minenfeld. Das Stellen von Rechnungen für Kommentare halte ich für einen Schritt in diese Richtung. Ob ein Kommentar zur "Werbung" uminterpretiert werden kann, erscheint mir juristisch mehr als zweifelhaft, denn was ist wann Werbung, wo sind erkennbar über dem Kommentareingabefeld AGBs, die die Bedingungen für den Vertragsabschluss enthalten, wo ist der Bestätigungsknopf, der die Kenntnisnahme der AGBs garantiert, wo ist die Identitätsüberprüfung der den Vertrag eingehenden Partei usw. usw....?
Wer die Möglichkeit zur Kommentarabgabe einräumt, muss wohl mit dem Auftauchen von Spam leben.

Hellmann am 25.11.05 18:40 #
 

Nachtrag: Ach ja, wer bei Kenntnis der Regeln für Vertragsabschlüsse im Netz Rechnungen stellt, könnte sich plötzlich mit dem Vorwurf des Betrugsversuchs konfrontiert sehen...

Fazit, diesen ganzen juristischen Mist sollte man möglichst umgehen.

Hellmann am 25.11.05 18:43 #
 

"Wer uninteressantes Zeug schreibt oder nur "ja, stimmt" sagt und dazu auf irgendein ein kommerzielles Projekt linkt, dessen Kommentar wird gelöscht."

So selbstsicher war ich da noch nicht - eine interessante Vorgehensweise.

"Und im Zweifelsfall wirft man die URL raus und wartet auf den nächsten Kommentar. ;-)"

Den Weg beschreite ich öfters. Bisher hat sich noch keiner beklagt (waren auch sehr grauwertige Geschichten).

André Fiebig am 25.11.05 21:50 #
 

nur mal so als Idee!?
vielleicht erledigt sich das Spam-Problem in den Kommentaren durch den Bedeutungsverlust der Verlinkung. Wenn sich tatsächlich eine stärker inhaltlich getragene Vernetzung zwischen Webangeboten entwickelt (ob nun unter dem Schlagwort Web 2.0 oder ohne:-)) dürfte der wirtschaftliche Nutzen der Spammer durch Google-Ranking u. dergl. schnell verschwinden und damit auch der Spam in den Blogs.
oder hab ich da was übersehen?

Rolf am 25.11.05 21:56 #
 

Geht es mehr darum, dass die Kommentare von Spammern keinen Inhalt haben, sondern andere Sachen nur aufgreifen und bestätigen oder wollt ihr nicht über die verlinkte URL die kommerziellen Projekte in Google fördern. Bei den URLs geht es ja letztendlich nur um Google. Es gibt doch sicherlich auch "Spammer", die sich zu dem Thema gehaltvoll äußern, aber trotzdem versuchen ihr Projekt einzubringen, um daraus zu provitieren, oder?

Christoph Hörl am 26.11.05 09:53 #
 

Hallo zusammen,
ich bin über den Werbeblogger hier hingelangt und muss diesem Beitrag in der Sache definitiv recht geben. Es nervt. Die Methode einfach eine Rechnung zu schicken, empfinde ich persönlich allerdings ein wenig ungeeignet zumal sie ein teures echo haben könnte. Ein befreundeter Jurist meinte als er das las, dass er das ebenso unseriös fände, wie das Spammen selbst. Obschon die Reaktion mit der Rechnung menshclich verständlich ist, erscheint sie auf den 2ten Blick bedenklich.

Dennis Zitzewitz am 26.11.05 11:42 #
 

Rolf: Du übersiehst, dass die Amateurspammer so nicht denken. Die kalkulieren keinen wirtschatlichen Nutzen der Verlinkung, die haben nur gehört, dass Links gut sind, also setzen sie Links, egal wie viel oder wenig das nützt.

Christoph: Es geht um beides. Ich hatte tatsächlich mal einen Spammer, der durchaus wertvolle Kommentare abgab. Ich schrieb ihn an, dankte für die Kommentare (auf die ich auch schon im Blgo geantwortet hatte) und bat ihn, auf die Angabe der Spam-URLs zu verzeichten und stattdessen auf seine persönliche Homepage (er besaß eine) zu linken. Zurück kam eine pampige Beleidigung "ich kann ja wohl linken, auf was *ich* will!". Also flog er raus.

Zu den juristischen Bedenken: Ich denke schon, dass man das sauber hinkriegen könnte, wenn man wollte. (Und in der Tat: Wenn man das nicht macht, kann es als Betrug aufgefasst werden. Auch davon können ein paar der Leute, die mir die Aktion nachgemacht haben, ohne genug davon zu verstehen, Geschichten von erzählen.) Aber das will ich hier nicht vertiefen. Zum Zahlen zwingen kann man eh niemanden: Der Spammer kann immer behaupten, er wäre es nicht gewesen, er hätte sich geirrt etc. etc. Egal, wie sauber man das auf der Website macht: Man bekäme höchstens die Unwissenden zum Zahlen. Und das sind unsere Ich-AG Spammer.

Martin Röll am 27.11.05 09:50 #
 

Ich verstehe ja, daß Sie keine Rechnung mehr schreiben wollen. Ich hätte erst gar nicht damit angefangen. Ich fand die Aktion zwar witzig, aber relativ nutzlos. Die wirklichen Nervensägen bekommt man eh nicht, da sie nicht in Deutschland hausen.
Der Spam wird gelöscht, gut ist.

Ich kann allerdings nicht verstehen, wie man selbst gegenüber den Ich-AG-Tölpeln Milde walten lassen kann. Egal wie hoch ein Schicksal ist, ich kann damit keinen Gesetzesverstoß und keinen Verstoß gegen gute Sitten rechtfertigen. Andere auf die Nerven zu gehen und zu spammen, weil man selber ein widriges Schicksal hat, kann ich nicht akzeptieren.

Jens Grochtdreis am 28.11.05 13:48 #
 

Diese Leute wissen nicht, was sie tun. Sie beabsichtigen nicht, anderen auf die Nerven zu gehen und rechtfertigen ihr Tun auch nicht mit ihrer Lage.

Martin Röll am 28.11.05 14:41 #
 

Ich mache diesen Kommentarthread mal zu, bis der Troll weggegangen ist, der hier gerade drin rumkaspert.

Martin Röll am 05.12.05 21:40 #