14. Oktober 2005

[ Blödsinn , Marketing ]

Wer Unterwäsche kauft, muss sterben.

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"Überraschung für Sie ... Tolle Extra-Angebote: unser Dankeschön für Ihre Bestellung" ruft der hellgelbe, großformatige Umschlag, der dem Paket mit einer Lieferung des Quelle-Versands, die mich heute erreichte, beilag.

Aus ihm fiel als erstes... ein Werbezettel "Ihre Sterbegeld-Absicherung" mit dem Bild eines leeren Bootsstegs!

Beiliegend außerdem: Ein Mini-Katalog mit Produkten wie

  • einem Weihnachtsmann-Klodeckel
  • einer BH-Verbreiterung und
  • magnetischen Waschbällen

Ich weiß nicht ganz genau, was ich getan habe, dass Quelle mich in diese Kundenkategorie einordnet. Ich wollte eigentlich nur warme Winterunterwäsche kaufen. Irgendetwas läuft da schief:

Korreliert das Kaufen von Doppelripp-Baumwollunterwäsche mit einer kürzeren Lebenserwartung? Kaufen Frostbeulen eher Weihnachtsmann-Klobrillen? Tendieren 3/4-Länge-Männerunterwäschekäufer zur Geschlechtsumwandlung?

Ich bitte die Quelle Datenbankabteilung um Aufklärung. (Und das Sterbegeld-Marketing um Rechtfertigung. Das ist entsetzlich.)

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

A2O — Business pur: Customer-Shop-Relation-Statistik (17.10.05 09:05)

Wer bei einem der großen Versandhändler bestellt, bekommt mit der Ware auch eine bunte Sammlung von Hinweisen auf 'Produkte, die Sie auch interessieren dürften'.Normalerweise sind diese Produktauswahlen über komplexe Beziehungsmuster an das Bestellverhalt

Shopanbieter News und Artikel: Wenn Cross-Selling in die Grube fällt (24.10.05 13:09)

 

Lange Unterwäsche bzw. Winterunterwäsche kaufen bevorzugt ältere Menschen, da diese aufgrund des Alterungsprozesse schneller mal frieren. Also ist die Sorge, ob denn die lieben Kinder auch mit der finanziellen Belastung klar kommen, wenn man demnächst das Zeitliche segnet, ein präsentes Thema und damit ist der fruchtbare Boden für Sterbegeld-Werbung vorhanden. Das ist eben diese Kundendatenbank-Geschichte: Wieviele Parameter werden aufgenommen, wo kippt die Wirtschaftlichkeit des Systems. Vielleicht aber hat auch jemand nur das Amazon-Prinzip "Kunden die dies kauften, kauften auch das" in die internen Abläufe einfließen lassen.

Datenbanken eben. Herzlich willkommen in der Welt der Customer-Relation-Shop-Statistik

Silke Schümann am 14.10.05 18:29 #
 

Oder Du bist seltsam und gibts es nicht zu! Besonders das mit dem BH gibt mir zu bedenken :P

Allen ernstes: diese Qualität von, ahem, zielgruppengerechten Angeboten ist im Versand völlig üblich. Cross-Selling ums Verrecken, denke ich.

Schönes WE :)

Irakli am 14.10.05 18:52 #
 

Verklage sie!

Die unvorbereitete Konfrontation mit der Tatsache, dass das letzte Weblog kein Trackback hat, hat Dich so deprimiert, dass Du nicht mehr arbeiten konntest und Projekte im Gesamtwert von 2,5 Mill. Euro den Bach runter gingen!

Der Kapitalismus ist ein Reigen, den die Verhärmten am wildesten tanzen ...

Ralf am 14.10.05 19:49 #
 

Auch das Bild auf dem Prospekt gibt zu seltsamen Ideen Anlass. Ist am dargestellten Ort gerade ein Versicherter ins Wasser gegangen? Ich hoffe doch, die zahlen dann wenigstens auch bei Selbstmord...

Mark Obrembalski am 16.10.05 11:26 #
 

Die Versicherungen zahlen bei Selbstmord erst, wenn die Versicherung drei Jahre gelaufen ist.
Also bitte Geduld und nicht gleich deprimieren lassen. Für den Sprung ins kalte Wasser gibt es andere Möglichkeiten und Ideen.
Ansonsten solltest Du es ohne sie regeln. ;-)

Luke S. am 16.10.05 11:50 #
 

"Luke S." ist mir persönlich bekannt. Er kennt sich im Versicherungsgeschäft aus... und ist Tauchlehrer! (Nicht, dass einer glaubt, dass hier zum kreativen Selbstmord geraten wird. "Sprung ins kalte Wasser. Mensch. ;-))

Martin Röll am 16.10.05 22:10 #
 

Also ich finde dreiviertellange Doppelripp-Baumwollunterwäsche auch irgendwie deprimierend ;-)

Mario am 18.10.05 20:36 #
 

"Zieh Dich warm an" bekommt so eine ganz neue Bedeutung :-)

Waas am 04.11.05 18:20 #