9. Oktober 2005

[ Internet ]

Studie zur Internetnutzung britischer Jugendlicher

Der Guardian berichtet über recht interessante Ergebnisse einer Studie zur Internetnutzung britischer Jugendlicher 1.

Beim Schlagzeilen-Schreiben ist leider eine glatte Falschaussage entstanden: Aus dem angeblichen Drittel der 14- bis 21-jährigen, die angeblich eigene Inhalte im Web publiziert haben ("Poll shows a third of 14- to 21-year-olds now have their own online content"), wird, wenn man genauer liest, plötzlich nur noch ein knappes Fünftel, denn

among those with a web connection at home, 31% said that they had launched their own personal site or blog.
Diese Grundgesamtheit - die mit persönlicher Netzanbindung zu Hause - sind aber nur 6 von 10 Jugendlichen ("six in 10 young people have internet access at home"). Nullkommasechs mal Nullkommadreieins... 18,6. Nicht "a third".

Sei's drum: Es sind viele. In dieser Generation wird das Netz nicht nur zum Surfen, sondern vor allem zum Kommunizieren genutzt. Neu ist das nicht: dieses Verhalten kennt man seit der Erfindung von Instant Messaging. Neu ist lediglich, dass die Jugendlichen jetzt, um zu Kommunizieren auch Weblogs einsetzen, also zum ersten mal dauerhafte Spuren im Web hinterlassen. Ob das die Dinge maßgeblich verändert und zur "publishing revolution" führt... ich will es mal dahingestellt lassen. Forest Pines" sagt das sehr schön:

You’ll pick up on the important aspect of this, though, if you read the whole thing. It’s communication. The blogs the article mentions aren’t the big new revolution in publishing - they’re the big new revolution in Keeping In Touch.

Via Kristian "kawazu" Rink, der es von Markus Beckedahl (netzpolitik.org) hatte.

1. "Britische" Jugendliche ist glatt geraten. Die Ergebnisse der Frage nach den bevorzugten Zeitungen deuten darauf hin. Der Artikel spezifiziert die Grundgesamtheit nicht genau.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Ich habe natürlich auch prompt was falsch gemacht: Natürlich können auch Jugendliche, die keine Netzanbindung zu Hause habe, Inhalte im Netz publiziert haben. Damit wären es dann doch wieder mehr als ein Fünftel. Forest Pines hat mich drauf aufmerksam gemacht. Danke.

Martin Röll am 10.10.05 12:51 #