27. September 2005

[ Internet ]

Faits Divers

Drei Episoden aus den letzten Tagen:

1) Ein nicht unbedeutender Mailinglistendienstleister schreibt mir, nach über einer Woche, zurück. Ich hatte mich über einen seinen Kunden beschwert, der mich ungefragt in eine mittels des Dienstes betriebene Spammailingliste eingetragen hatte. Der Dienstleister bietet mir an, mich in die schwarze Liste eintragen zu lassen. Ich würde dann überhaupt keine Mail mehr von seinen Servern bekommen. Ich schreibe zurück, dass ich das bedauern würde, da ich dann ja auch viele andere, erwünschte Mails nicht mehr bekommen würde. Außerdem wäre ich selber ein Kunde des Dienstes und könnte ihn dann ja gar nicht mehr nutzen. Ich hätte gar nichts gegen den Dienst, sondern nur gegen den Spammer. Der Dienstleister antwortet prompt: Er hat mich in die schwarze Liste eingetragen.

2) Ich verfolge eine URL aus dem letzten Magazin der Deutschen Bahn zu blattmetall.de, bei denen es angeblich ein Taschenmikroskop zu kaufen gibt. Ich brauche fünf Klicks um schließlich beim Hersteller zu landen. Mangels Bestellmöglichkeit oder eines Hinweises auf einen Vertrieb schreibe ich eine Mail an die angegebene Mailadresse @t-online.de und erkundige mich nach einer Bestellmöglichkeit. 15 Minuten später erhalte ich ein Angebot und die Auskunft, dass ich direkt beim Hersteller bestellen kann. Der Preis ist günstiger, als in allen Online-Shops, die ich in der Zwischenzeit ergoogelt habe.

3) Ein Geschäftspartner von mir schreibt eine Mail an die Geschäftsadresse einer Klientin, die zu einem Projekt angefragt hatte. Unzustellbar: Die Adresse existiert nicht. Er fragt bei ihrer Chefin nach, ob es eine personelle Veränderung gegeben hat oder etwas kaputt sei. Am Abend kommt die Antwort von der Klientin: Sie hat im August geheiratet und ihren Nachnamen geändert.

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Yep, und ich dachte noch vor zwei Jahren 'An sich sind E-Mail-Kurse zu un-originell um damit Geschäfte zu machen.'

Oder, wie wir heute bei einem Chat auffiel: Suchen ist heute wieder in etwa so kompliziert wie 1996. dafür kann man mit etwas Skill viel komplexeres (und ggf. auch sinnloseres) Data-Mining betreiben.

Z.B. sowas wie:

"Rüdiger A. hat bei Firma X einen Teilzeitjob.
Firma X gehört Firma Y.
Rudi A. (wobei A. kein häufihger Name ist) arbeitet mit Firma Y. zusammen und auch Rainer A. hat mit ihr zu tun. Alle wohnen und residieren in der Stadt Z."

Was dabei rauskommt ist zumindest in einer viertel Stunde nicht hieb- und stichfest zu machen, aber... ich schweife ab. ;)

Fazit/These [nicht nur wegen on-topic]: Je mehr wir das Netz benutzen, desto eher scheinen manche Selbstverständlichkeiten in Vergessenheit zu geraten.

Oliver Gassner am 27.09.05 20:33 #
 

Bei der Deutschen Bahn z.B. ist man auch nicht in der Lage, nach der Heirat einer Mitarbeiterin und anschließender Namensänderung die originale Emailadresse eine Weile parallel laufen zu lassen -- es gibt eben nur eine Adresse pro Mitarbeiter (oder so) ;-)

Carsten am 27.09.05 21:12 #
 

Hallo Martin,

sehr interessant. Vor allem bei Punkt 1 hätte mich interessiert wer der Mailinglistendienstleister ist und ob du ihn nun verläßt oder die Streichung von der schwarzen Liste bewirken konntest. Wenn gewünscht auch gern als persönliche Mail.

danke und Gruß, Thomas

Thomas Hofmann am 28.09.05 11:08 #
 

Ich habe nicht versucht, die Streichung zu bewirken. Die anderen Mailinglisten, die ich von dort bezog, waren nicht wichtig und meine eigenen Listen dort nicht mehr aktiv.

Martin Röll am 28.09.05 12:53 #