21. September 2005

[ Management ]

Management-Trends, Management-Konzepte für die Zukunft

In der schweizer Handelszeitung schreibt Knut Bleicher, emeritierter Professor der Universität St. Gallen unter dem Titel Abschied von der Matrixstruktur und anderen Komplexitäten über Management-Trends, die er derzeit beobachtet.

Sein Ausgangspunkt (Hervorhebung unten von mir):

Die Ernüchterung über die Wirksamkeit moderner Managementkonzepte führt zu einer Rückkehr zu traditionellen Methoden.

Welches sind die Managementkonzepte, die für die Zukunft taugen? Am Übergang von der Industriegesellschaft in eine dienstleistungsorientierte Wissensgesellschaft und nach dem Platzen der New-Economy-Blase macht sich eine Verunsicherung breit, welche Konzepte denn nun Gültigkeit haben und woran sich das Management orientieren soll. Es werden vielfältige Methoden zur Repositionierung und Restrukturierung von Firmen eingesetzt. Zu beobachten ist dabei eine gewisse Ernüchterung gegenüber der Wirksamkeit tradierter Managementkonzepte und Methoden zumeist mit amerikanischen Wurzeln , die bislang verbreitet worden sind. Es wird allerdings auch nicht sehr intensiv nach neuen Konzepten gesucht, die den besonderen Bedingungen des Managements von erfolgskritischem Wissen und seinen Wissensträgern entsprechen. Stattdessen setzen sich Managements nach wie vor mit physischen Gütern auseinander. Generell ist eine deutliche Rückkehr zu Ansätzen festzustellen, die sich in der Vergangenheit bewährt haben. «Retromanagement» als neuer Trend? Der folgende Beitrag versucht, diese Frage zu beantworten.

Er identifiziert

  1. Rückkehr zu einer stark personen-bezogenen Führung.

  2. Reduzierende statt multiplizierende Strategie.

  3. Refokussierung verlangt Retrostrukturen der Vereinfachung.

  4. Rekultivierung: Von Vertrauens- zu Misstrauenskulturen?

Seine Auseinandersetzung mit diesen Trends - ob man sich seiner Sichtweise nun anschließt oder nicht - ist interessant.

Interessant ist ebenfalls die Frage nach der weiteren Entwicklung: Wenn es so ist, dass die Unternehmen aus Unzufriedenheit über moderne, "amerikanische" Management-Methoden zurück zu alten, bewährten Methoden gehen - wie geht es dann weiter? Werden die alten Methoden in der Wissensgesellschaft erfolgreich sein? Oder braucht man doch neue? Welche? Wie entwickelt man die? Wie schafft man es, nachdem man von neuen Methoden verunsichert wurde und zu alten zurückfiel zu neuen neuen zu kommen?

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Was habe ich mich vor gut 15 Jahren in meiner Diplomarbeit mit der Matrixorganisation rumgequält. 1. Problem war, daß die beschriebene Organisation faktisch eine schnell gewachsene Matrixorganisation im NPO Bereich darstellte. Gleichzeitig w...

Lapidarium: Retromanagement (22.09.05 08:45)

 

Interessanter Link, Martin. Ich sehe die Sache so, 2 Schritte vorwärts einen zurück. Beharrlickeit und Retrogradientes finden sich immer dann ein, wenn es schwierig wird.

"Die Geschichte wiederholt sich nicht; doch wo etwas nicht Geschichte wurde und Geschichte nicht gemacht hat, wiederholt sie sich durchaus."
Ernst Bloch (see http://www.sopos.org/aufsaetze/3dd53ca42a47c/1.html)

Thomas N. burg am 22.09.05 00:46 #
 

Nun einer Rückkehr zu einer personenbezogenen Führung muß nicht unbedingt ein Problem sein. Wenn die Führungs-Kompetenzen gut ausgeprägt sind und die Führungs-Kräfte sich mit den Aufgaben (und dem Unternehmen) weiterentwicklen. Leider ist das nach meiner Erfahrung nicht der Fall. Ich kenne erfolgreiche Unternehmen, in denen nie ein Management-Kozept diskutiert wurde, geschweige denn ein neues eingeführt. Diese Unternehmen haben aber Charakter! Sie verfügen über eine bewußt gelebte Kultur. Das ist das was fehlt. Management-Konzepte sind Zahlenkonzepte. Auf Dauer werden sie nicht frunktionieren.

Sven Lehmann am 22.09.05 12:19 #