20. Juli 2005

[ Business Weblogs ]

Fragen und Antworten zu "Messen und Beobachten der Blogosphäre"

Jan Schmidt hat über die letzten Wochen ein Seminar Projektseminar "Onlinegestützte Organisationskommunikation: Grundlagen und Konsequenzen neuer Internet-Anwendungen" an der Uni Bamberg durchgeführt. Darin haben sich sieben Projektgruppen mit Weblogs und Wikis in Organisationen auseinandergesetzt.

Das Team Nummer 6 von Maike Körber, Jennifer Maurer und Oliver Beckmann hat sich mit dem Thema "Messen und Beobachten der Blogosphäre" beschäftigt und jetzt seinen Abschlussbericht veröffentlicht.

Die Arbeit basiert auf der Befragung von Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, Ansgar Zerfaß, Klaus Eck und mir. Die Fragen und Antworten sind hier veröffentlicht.

Wir hatten dazu gestern zwischen den Referenten und Jan Schmidt umfangreichen Austausch per Mail, weil die Antworten ohne Rückfrage im Web veröffentlicht worden waren. Zwar hat generell von uns keiner etwas gegen die Veröffentlichung - aber gefragt werden will ich schon!

So sehr ich für die Verfügbarkeit solcher Materialien und "Open Source" und OpenAccess und das alles bin: Ich zweifle an der Nützlichkeit, einfach grundsätzlich alles zu veröffentlichen. Hilft es der Welt weiter, dass mein Differenzieren, Rumproblematisieren und Hinterfragen der Fragestellungen der Studenten nun öffentlich ist? (Wenn sie wenigstens darauf eingegangen wären!) Wäre ein richtiges Interview dann nicht besser gewesen, eins, wo alle Beteiligten wissen, dass ihre Antworten öffentlich gemacht werden? Dann hätte ich die Fragen auch so beantworten können, dass auch Dritte etwas davon haben, bzw. hätte ich so geschickt an den schlechten Fragen vorbeiantworten können, dass man trotzdem noch was lernen kann. Verpasste Chance: Nun sagt "Experte Röll" eben: "Die Frage verstehe ich nicht." Na super.

Ist das Basismaterial außerhalb des Seminarkontexts überhaupt verwendbar? Wie will man so eine Quelle einschätzen: "Fragen von Studenten an einen Experten per Mail, beantwortet in dem Glauben, dass es ein Dialog werden soll, und nicht ein Frage-Antwort-fertig-Spiel, das es dann wurde, und dass die Antworten privat bleiben, die dann aber doch 1:1 im Web veröffentlicht wurden." Ist das eine Datenbasis, die der Sozialforschung weiterhilft? Leute! Bei aller "Open Source"-Liebe: Manchmal liegt ein Wert im Filtern.

Nun... viel Lernstoff für's nächste Mal. Grüße nach Bamberg. :-) (Ich komme übrigens gerne.)

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Mal ganz zu schweigen davon, dass dass der/die AutorInnen Probleme mit manchen Begriffen hat, wie folgender Passus zeigt:
"Kommerzielle PR in Form von Werbebanner und so genannten GoogleAds".
PR und Werbung sind zwei unterschiedliche Paar Stiefel, Blogo hin, Sphäre her. :-)
Alles in allem ein etwas mageres Ergebnis, jedenfalls soweit im Wiki ersichtlich.

Markus Pirchner am 20.07.05 14:17 #
 

Martin, danke für den Hinweis und die ausführlichen Bemerkungen. Zum Vorgehen in Sachen "Veröffentlichen von E-Mails" haben wir uns ja schon ausgetauscht, nur kurz noch was zum Stellenwert der Seite mit den ausführlichen Antworten: Sie ist eine Art "Supplement" zum eigentlichen Abschlußbericht des Teams, in dem die Autoren die Experten-Antworten in vergleichender Form darstellen - diese Leistung mussten die Studierenden selbstverständlich erbringen. Die Veröffentlichung der ausführlichen Antworten hätte es also gar nicht unbedingt gebraucht; durch den Verweis bei Dir oder auch beim Haltungsturner wird unglücklicherweise die Aufmerksamkeit jetzt eher auf diese "Rohdaten" als auf den Bericht gelenkt (dies ist kein Vorwurf.. :)).

Jan Schmidt am 21.07.05 13:04 #
 

>>Gibt es wie in den USA ausgebildete Blogexperten, die sowohl zum
Bloggen als auch zum Monitoring eingesetzt werden? Die Frage verstehe ich nicht.

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he, hallo, das ist doch genial, weil ungefiltert der ganze reiz im internet und im speziellen der blogoshere, creative common, open xxxx und bla bla liegt. mehr davon, das entwickelt sich viel zu zaghaft. genau deshalb gefällt mir das hier besonders!

silberblog am 21.07.05 14:39 #
 

Also grundsätzlich finde ich es gut, auch die Rohdaten zu Gesicht bekommen. Wobei es sicher nicht schaden kann, dass den Befragten auch mitzuteilen.

Moe am 21.07.05 16:44 #