1. Juli 2005

[ Business Weblogs ]

Frosta bloggt.

Frosta, ein recht bekannter Hersteller von Tiefkühlkost, hat ein Weblog gestartet. Im FRoSTA - Blog möchten wir so direkt und so offen wie möglich über unsere tägliche Arbeit mit Lebensmitteln berichten und damit noch transparenter werden., schreibt Felix Ahlers, der Vorstand für Marketing und Vertrieb in seinem ersten Eintrag.

Ich bin gespannt. Frosta ist ein interessantes Unternehmen, das viel zu erzählen hat.

Angeblich ist das Weblog "spontan" entstanden und wird nur von Mitarbeitern selber, nicht von Agenturen gefüllt.

Der FRoSTA Blog ist ein Webtagebuch von FRoSTA Mitarbeitern. Wir möchten auf diese Weise offen, ehrlich und aus erster Hand über die Marke FRoSTA berichten und mit Ihnen über aktuelle Themen aus dem Bereich Ernährung diskutieren. FRoSTA 's "Blogger" kommen aus den Abteilungen Forschung und Entwicklung, Produktion, Einkauf, Marketing, Verbraucherservice, Öffentlichkeitsarbeit und der obersten Geschäftsleitung. Alle "Blogs" sind unzensiert und ungefiltert. Die Beiträge werden weder von Agenturen vorformuliert noch vorgeschlagen.

Zwei Dinge wundern mich bzw. lassen mich etwas kritisch auf das Vorhaben schauen:

  • Warum die eigene Domain? Und warum diese? (blog-frosta.de) frosta-blog.de wäre noch frei gewesen. Und das Blog direkt auf frosta.de zu platzieren hätte sich auch angeboten.
  • Die Titelzeile. "Offen - ehrlich - authentisch." Nun.

    050701-frostablog.jpg

    Es ist ja schön, dass sich Frosta vornimmt, offen, ehrlich und authentisch zu sein, dennoch hätte ich das nicht so in die Titelzeile geschrieben.

    Ich fragte heute mittag Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, durch den ich auch auf das Frosta-Blog aufmerksam gemacht worden war, im Chat:

    Wenn Du die Öffentlichkeit überzeugen wolltest, dass Du offen, ehrlich und authentisch bist... was würdest Du tun?

    a) Offen, ehrlich und authentisch *sein* (und zusehen, dass es einer mitkriegt)
    b) ein T-Shirt anziehen, auf dem "offen - ehrlich - authentisch" steht.

    ?


    Natürlich kann man auch c) machen: beides. Die Frage ist nur, wie glaubwürdig man dann rüberkommt.

    Oder, um es weniger kompliziert auszudrücken: Offenheit, Ehrlichkeit und Authentizität sind Grundbedingungen in Weblogs. Sie explizit zu benennen kann man zwar machen - und manchmal mag das auch angebracht sein. Hier wirkt es auf mich aber wie eine Herausforderung, jede Äußerung wirklich noch einmal auf ihre Ehrlichkeit zu überprüfen. "Wenn die so betonen, dass sie ehrlich sind, dann haben die doch bestimmt was zu verstecken, oder?" Vielleicht geht das nur mir so. Ich bin nicht die Zielgruppe. :-)

    Das bitte nicht missverstehen: Ich denke nicht, dass Frosta etwas zu verstecken hat, ganz im Gegenteil: Vermutlich meinen sie "offen, ehrlich authentisch" genau so, wie es da steht! Es wirkt eben nur auf mich etwas merkwürdig.

Genug problematisiert. Willkommen in der Blogosphere!

(Und wo Wolfgang schon seine Eigenwerbung angebracht hat, will ich's auch tun: Liebe Frostaner (hm, wie nennen sich Frosta-Mitarbeiter? Frosties? ;-)): Schauen Sie sich mal dieses Projekt eines Kunden von mir an und gucken Sie sich die besten Sachen ab. Auch ich biete ein paar Dienstleistungen an...)

(Und in den nächsten Monaten wird dann jedes Unternehmen, das ein Blog startet, von Beratern mit Angeboten überschüttet. Das wird toll. Rette sich, wer kann.)

[5.7.05] Bernd Röthlingshofer

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

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PR Blogger: Frostas erste Blog-Schritte (02.07.05 01:28)

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FRoSTA Blog: Wir meinen es ernst! (06.07.05 11:06)

Erstmal vornweg ich mag das Frosta Blog. Auch wenn es natürlich auf den ersten Blick etwas befremdlich wirkt, wenn man sich schon von Anfang an als offen, ehrlich und authentisch bezeichnet. Das ruft schon mal Zweifel hervor. Jetzt gab es einen Fall...

Finanso.de: Frosta Blog: Offen, ehrlich und authentisch? (18.11.05 19:07)

 

Diesen einen Rat müssen Sie nun ja schon nicht mehr kaufen. Und wenn sich jeder Blogberater auf einen anderen guten Rat versteift, bekommen diese Unternehmensblogstarter ja die Beratung frei Haus. :o)

Silke Schümann am 01.07.05 15:03 #
 

Hehe, das ist wahr. Obwohl ich mich als Unternehmen nicht darauf verlassen würde, einfach ein Blog zu starten und dann von überall her guten Rat per Trackback geliefert zu bekommen... :-)

(Kritik direkt am Blog bekommt man da vielleicht. Aber macht man damit mehr Geschäft? Das war auch ein Grund für meine Beauftragung bei Soli fer: Ein Weblog gab's da schon - nur so, wie es da implementiert worden war, war es zwar nett, hat aber für das Geschäft nichts gebracht. Das ist etwas, was ich auch in meinen Vorträgen immer betone: Ein schönes Weblog zu publizieren, ist kein Ziel an sich. Es muss dem Geschäft nützen. Dafür braucht man mehr als Templates, Pings und Traffic. :-))

Martin Röll am 01.07.05 15:12 #
 

Wie das eben so ist mit dem openSource man bekommt alles im Grunde frei Haus und nicht selten excellente Lösungen absolute kostenlos, nur wenn man es dann exklusiv auf die ganz persönliche Situation und verbindlich zeitnah braucht wird man ohne eine ordentliche Beauftragung gegen Honorar nicht herumkommen.

Es ist eben eine Frage dessen, wovon man mehr hat: freies Vermögen oder Zeit in Manntagen gerechnet.

Silke Schümann am 01.07.05 16:02 #
 

Ich glaube nicht, dass sich die Mitarbeiter bei FRoSTA offiziell "Frosties" nennen dürfen, ohne vielleicht juristischen Ärger mit einer großen amerik. Cerealienfirma zu bekommen.;)

Lutz Richter am 12.08.05 14:49 #