7. Juni 2005

[ Business Weblogs , Konferenzen ]

Podiumsdiskussion zu "Corporate Weblogs" auf dem Hamburger Dialog

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Wie hier beschrieben saß ich am Montag vergangener Woche mit Ansgar Zerfaß, Klaus Eck, Tim Fischer und Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach in Hamburg zusammen auf einem Panel auf dem Hamburger Dialog und diskutierte über "Corporate Weblogs".

Das war insofern lustig, als dass ich nicht so genau weiß, was das ist. ;-) Dazu gleich mehr. Zunächst:

Ich habe einen MP3-Mitschnitt angefertigt, den Ihr Euch hier herunterladen könnt. Die Veröffentlichung ist mit allen Podiumsteilnehmern und auch dem Kommentator aus dem Publikum (Hansjörg Schmidt) abgesprochen. Es wäre nett, wenn Ihr die Datei nicht direkt verlinken, sondern diesen Eintrag referenzieren würdet.

Der Mitschnitt beginnt nach der Präsentation von Ansgar Zerfaß, der mit einem zehnminütigen Vortrag in das Thema eingeführt hatte. Das Surren, das alle zwei Minuten für ein paar Sekunden auftaucht, ist die Festplatte meines MP3-Rekorders - ich habe nur mit dem internen Mikrofon mitgeschnitten, deshalb werden die geräteigenen Geräusche mit aufgegriffen.

In der Diskussion steckt, neben einer Menge anderer interessanter Sachen, eine recht interessante Diskussion zu "Corporate Weblogs":

Klaus Eck vergleicht an einer Stelle Weblogs mit Newslettern und meint, dass man sie ähnlich einsetzen könne. Ich erwidere, dass das bestimmt wahr ist, nur bin ich skeptisch, ob das interessant oder neu wäre und ob dann nicht genau das gleiche passiert, wie bei Newslettern. (Was vielleicht ganz in Ordnung ist.) Was ist das Besondere, wenn ein Unternehmen ein "Corporate Weblog" publiziert, das ein bisschen wie ein Newsletter ist? Unternehmen konnten schon immer schöne Texte ins Internet publizieren, da brauchen sie gar kein Weblog zu. Und ob, nur weil jetzt eine Blogosphere existiert Corporate-Weblog-Texte von den Leuten verlinkt, aufgegriffen, diskutiert, weitergetragen werden? Ich bin skeptisch.

Gibt es überhaupt "Corporate Weblogs"? Heiko Hebig hat das mal schön gesagt: Your company does not have a voice. Employees have voices. Ist das innovativ, wenn die Unternehmenskommunikation jetzt los geht und auch noch Weblogs schreibt? Können die das überhaupt? Und warum sollten die das wollen?

Überspitzt: Sollten Unternehmen bloggen? Wahrscheinlich nicht. Oder doch - ganz egal. Wenn sie das tun, passiert nicht viel anderes als bisher auch schon, wenn Unternehmen im Internet publiziert haben. Sollten Mitarbeiter von Unternehmen bloggen? Sollten Unternehmen das nutzen? Ohja.

(Gegenbeispiel für in meinen Augen gut gemachte "Corporate Weblogs": Die Weblogs von Microsoft Recruiting.)

Diejenigen aus dem Publikum, die danach noch mit uns geredet haben ;-), meinten, dass es eine interessante Diskussion gewesen wäre. Entscheidet selbst. Das Format des Hamburger Dialogs verhinderte leider längere Diskussionen nach dem Ende des Panels.

Vielen Dank für die Unterhaltung - bis zum nächsten Mal.


Linksammlung: Wolfgang: Corporate Blogs? Nö II. Oder doch? Oder was?

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Ahhhh...Das klingt ja wie beim Zahnarzt. Ansonsten ist die Aufnahme perfekt.

Christoph Hörl am 08.06.05 20:06 #
 

hmmm...ja ...ist interessant die diskussion und regt das nachdenken über weblogs in unternehmen an. aber und das ist meine frage: weblogs funktionieren am besten wenn sie persönlich sind [meine erfahrung]. in deutschland wird nicht viel persönlichkeit in unternehmungen zugelassen - auch wenn die unternehmen das immer gerne anders verkaufen wollen. stichwort 'querdenker'. diese haben meist wenig raum in unternehmen.

silberblog am 10.06.05 16:01 #
 

Also mir sagte ein Schweizer Künstler er beziehe einen relevanten Anteil seines Jahreseinkommens indem er bei Vorstandssitzungen großer Firmen die Rolle als Querdenker spiele. Wer keine Q-Denker einstellt, muss sie halt anmieten. Ne? (eventuell ist das sogar die richtige Strategie ;) )

Oliver Gassner am 10.06.05 23:53 #