6. Juni 2005

[ Communities , Internet , Konferenzen ]

Wikipedia-Tag Dresden

Am Freitag fand in Dresden der erste Wikipedia-Tag statt. Eine Menge Wikipedianer und eine Menge Dresdner und Nicht-Dresdner Blogger (hallo ma-y, hallo Iris, hallo Y) waren anwesend, um ihr Wissen zu teilen, neue Dinge zu lernen und neue Leute in die Wikipedia einzuführen. René Pönitz hielt einen Vortrag über Vandalismus in der Wikipedia, ich improvisierte ein paar Minuten über GFDL und CC-Lizenzen. ("Wikipedia anderswo verwenden - Was darf man, was nicht?" - Zusammenfassung folgt.)

Offizieller Höhepunkt des Tages war der Vortrag von Jimmy "Jimbo" Wales, dem Gründer der Wikipedia. Dieter Rappold ist vor ein paar Tagen auf dem Hamburger Trendtag bei dem gleichen Vortrag gewesen und hat mitgeschrieben, deshalb spare ich mir hier längere Ausführungen. Auf zwei interessante Dinge will ich aber hinweisen:

  1. Die relative Größe der deutschsprachigen Wikipedia.

    Die deutsche Wikipedia ist, wenn man die Artikelanzahl betrachtet (ich mag diesen Benchmark normalerweise nicht, aber hierfür ist er gut genug), fast halb so groß wie die englische! (Der Vergleich der Zahlen der aktiven Autoren fehlt mir leider gerade. Ich komme später nochmal darauf zurück.) Das ist ziemlich erstaunlich, denn das Potenzial an Autoren ist bei einem englischsprachigen Projekt natürlich viel größer als bei einem deutschsprachigen. Wie kommt's?

  2. Die Bedeutung einzelner Autoren für das Gesamtprojekt.

    Aus Faulheit zitiere ich einfach aus Dieter Rappolds Artikel:

    In der englischen Version wurden über 50% des gesamten Contents (...) von rund 0,7% der User eingebracht = 524 Personen! (...) Und rund 2% der User, also 1474 Personen, sind für rd. 74% des gesamten Contents Verantwortlich.

    (Mehr dazu kann man in Jakob Voss Papier "Measuring Wikipedia" nachlesen.)

    Jimmy Wales erklärte diesen Punkt relativ ausführlich, denn er ist wesentlich, um Wikipedia zu verstehen. Hier habe ich sehr viel Klarheit und Sicherheit in zuvor angestellte Überlegungen bekommen: Wikipedia ist kein "Schwarm" oder "Ameisenstamm", sondern eine Community! Es ist eben nicht so, dass Wikipedia ein Produkt der "Internet-Intelligenz" oder irgendwelchen "kollektiven Wissens" ist, sondern es ist das Werk einer kleinen, sehr aktiven Gruppe von Leuten.

    0506-wikipedia-mindmap-ants-vs-community.jpg

    Über die Konsequenzen dieser Betrachtungsweise kann man sich wahrscheinlich stundenlang unterhalten und auf der Wikimania werden wir das wahrscheinlich auch tun. :-)

Persönlicher Höhepunkt des Vormittags: Cleo. Persönlicher Höhepunkt des Nachmittags: Als ich während meines Vortrags mitten im Reden einen grundsätzlichen Fehler in meinen Ausführungen bemerkte und die Antwort trotzdem noch zu Ende brachte. Persönlicher Höhepunkt des Abends: Gespräch mit Thiemo in Ulis Laden. Dankeschön.

(FAQ-Antwort: Ja, ich fahre auf die Wikimania. Nein, ich weiß noch nicht an welchen Tagen. Hey hey Wiki!)

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Aaron Swartz' Artikel Who Writes Wikipedia? ist sehr interessant....

Das E-Business Weblog: Wer schreibt Wikipedia? (06.09.06 17:51)

 

... erinnert mich an »Jimbos« Vortrag vor einem knappen halben Jahr während des 21C3, den ich bei dir auf konferenzblogger.de livegebloggt habe: Wikipedia Sociographics: What the wikipedia community doesn't know about itself.

Marcus Völkel am 07.06.05 00:37 #
 

manueller trackback:
ma-y.de --> weblog --> 7.6.
ein paar thesen und ideen zum besucherandrang ;-)

viele grüße
mandy

mandy am 07.06.05 20:46 #