5. Mai 2005

[ E-Learning ]

In Kursen pseudonym bloggen?

Jill Walker fragt sich, ob ihre Schüler in weblog-gestützten Kursen unter echtem Namen oder Pseudonym bloggen sollten. Sie macht sich Gedanken darüber, dass alle Fehler im Web auffindbar sein werden, was die Lernumgebung nicht gerade sicher macht. (Dieses Argument fehlt in meinem und Magdalena Böttgers Papier zu dem Thema. Ich meine mich zu erinnern, dass es ursprünglich drin stand, dann aber wegen der Längenbegrenzung rausgeflogen ist.)

Sie kommt zum Ergebnis, dass die Schüler pseudonym bloggen sollten, falls sie nicht quite comfortable about claiming their identity online sind. Klingt vernünftig. Was meinen die mitlesenden Seminarleiter? Wie sind Eure Erfahrungen? Wie macht Ihr das?

Via Mark Bernstein.

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Ein beseeltes Pseudonym ...

Ich selbst würde – und empfehle das auch anderen Trainer / Coaches in einer Lernsituation immer zu einer Art Charakter- oder Rollen-Blogging auffordern bzw. ermuntert.

Warum? Authentizität, Identität oder Charakter gehören zum „Bloggen“ und damit auch irgendwie zum Ausprobieren und das Einüben über eine Rolle schafft die Sicherheit und Freiheit um auch Neues auszuprobieren, etwas zu verändern ohne sich gleich selbst in Frage bzw. in Anwürfe oder Scham zu stellen.

Das Internet ist kein geschützter Raum, den man nach der Übung wieder verlassen kann. Und die Zeiten der "Selbstentblößung" in Marathons, Encounters and Sensitivity Trainings sind doch irgendwie vorbei! Oder?

Hugo E. Martin am 05.05.05 20:58 #
 

> Authentizität, Identität oder Charakter gehören zum „Bloggen“

Richtig. Das "Ausprobieren" und "Einüben" einer Rolle ist allerdings etwas diametral entgegengesetztes. Was ist daran "authentisch"?

Ich halte Pseudonyme für Mumpitz und das ängstlich vorgebrachte Argument "dann sieht man ja alle Fehler" zeigt nur, wie sehr wir eine neue Fehlerkultur brauchen. Fehler macht jeder, die gehören zum Leben. Ohne Fehler kein Lernen. So what? Macht eure Fehler. Macht sie online und versteckt euch nicht hinter falschen Namen. Das wäre das falsche Signal.

Mario am 05.05.05 22:53 #
 

Genau. Und rein in die Autos, versteckt Euch nicht hinter Fahrschulen!

Meine herangehensweise an einen Kurs wäre in diesem Falle mir sicher zu sein, daß kein Server gepingt wird und die Leute dann fröhlich bewußt Blödsinn bloggen zu lassen.

Um die später wieder zu löschen. Mit Absicht - denn spielerische Blödsinnsposten zum Kennenlernen des Systems wäre sobnst durchtränkt von 'ach soll ja ordentlich sein'. Es sei denn, der neue Blogger möchte es behalten.

Es spricht nichts dagegen, jemanden dazu zu ermutigen, es gleich richtig zu machen, aber einfach so rein ins Wasser und gleich in die Welt hinein - auf keinen Fall.

Mario in Deinem Fall unterschätzt Du wahrscheinlich schlicht die Befindlichkeit der normalen Menschen, insb. der Erwachsenen, die oft mehrere Jahre wenig mehr als einfache Texte auf der Arbeit geschrieben haben - das ist ein ganz anderes Herangehen an SChreiben als bei professionelleren Schreibern.

Nicole Simon am 05.05.05 23:35 #
 

Bei Minderjährigen + Realnamen + Wohnort (was ja bei Schulen gegeben ist) hat man ein ganz anderes Problem. Generell ist es bei SChulen üblicvh bei 'kreativen Arbeiten' die Namen on Schülerinnen udn Schülern oft nicht komplett herauszugeben. Also oft: Vorname und Nachnameninitiale. Das ist dann für das Nähere Umfeld oft gut genug und vor' Fremden' schützt es zumidenst ansatzweise.
Für bloggenden SchülerInnen gelten an sich die üblichen Sicherheitsvorkehrungen für surfende Minderjährige: keine Realnamen, keine Handynummer, keine Adresse (auch nicht Mailadresse) rausgeben.

Dass das den Blog-Gepflogenheiten und z.T. der Netikette widerspricht ist klar. Aber: better safe than very very sorry.

OliverG am 06.05.05 08:55 #
 

Ich habe das Gruppenblog zu meinem letzten Uni-Seminar online gelassen, genau wie die Wiki-Seiten - vorrangig aus "Dokumentationsgründen", damit ich bei den nächsten ähnlichen Uni-Veranstaltungen auf die Seiten verweisen kann. Über einen möglicherweise notwendigen "Identitätsschutz" habe ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht...

Jan am 07.05.05 18:39 #