18. April 2005

[ Management ]

Das Marine Corps bloggt intern.

Das United States Marine Corps setzt intern Weblogs zur Kommunikation ein. Dabei passieren interessante Dinge (via Rainer): klassische Kommunikationswege verändern sich. Ein General schrieb:

"When I post a question on my blog, I expect the person with the answer to post back. I do not expect the person with the answer to run it through you, your OIC, the branch chief, the exec, the Division Chief and then get the garbled answer back before he or she posts it for me. The Napoleonic Code and Netcentric Collaboration cannot exist in the same space and time."

Spannend. Werden unsere Armeen der Zukunft von hierarchischen Organisationen zu Netzwerken?

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

(Flickr) Während wir hierzulande noch auf den ersten offiziellen Blog einer Feuerwehr warten, gehen die US-Marines mit gutem Beispiel voran: es gibt für die Öffentlichkeit bestimmte "externe" sowie "interne" Blogs, auf die sachgemäss nur ein einge...

Feuerwehr Weblog: Blogs und Führung (18.04.05 21:23)

 

Ich denke nicht, daß zukünftige Armeen im Einsatzfall netzwerkartig arbeiten werden können. Die Einheitlichkeit der Führung ginge verloren und damit die Einsatzkraft. Nur durch ein hierarchisches System lässt sich sinnvoll ein Auftrag bis auf den "Mann im Graben" herunterbrechen im Sinne von Auftragstaktik und Umsetzen der "Absicht der übergeordneten Führung". Ein militärischer Führer darf nie zum micro management greifen, da nur der Führer vor Ort, die Lage richtig einschätzen kann (wo muss der Panzer stehen, wo verläuft der Schützengraben am geeignetsten, ...)

In Friedenszeiten mag das etwas anderes sein, um z.B. ungefiltert ein Stimmungsbild zu bekommen.

Volker H. am 18.04.05 18:14 #
 

In der aktuellen Ausgabe der WiWo (Nr. 16 vom 14.04.2005) gibt es einen interessanten Artikel "Wie effizient Offiziere der US-Army untereinander austauschen und was Manager davon lernen können".

Erwähnt werden dort u.a. die Companycommand.com und wie im richtigen Leben legen die Betreiber Wert darauf, dass dies nicht eine "offizielle Einrichtung" ist, sondern von Mitgliedern vom einfachen Soldaten bis zum 4Sterne General "betrieben" wird, um sich gegenseitig zu helfen und Hilfe zu erfahren.

Wenn das beim Militär klappt, ohne dass das Pentagon durchdreht, sollte dies doch mehr bei Unternehmen "gewagt", "zugelassen" werden.

Hugo E. Martin am 18.04.05 21:09 #
 

@Volker H.: Ich bin seit einigen Monaten (ET 01/05) beim Österreichischen Bundesheer, und kann nur sagen: Es gibt nichts uneffektiveres als streng hirarchische Organisationen. Es ist oft sehr schwer auf unterer Ebene überhaupt zu einer Beschäftigung zu kommen, da die auf oberer Ebene keine Zeit haben (wollen) sich um die 'unwichtigen' Personen zu kümmern. Daher man wird irgendwo veregessen bzw. wenn man sich nicht wirklich anstrengt bekommt man einfach nichts zu tun. Klar als Grundwehrdiener ist dann die Motivation sich eine Arbeit zu organisieren auch sehr gering. So vertreibt man sich dann die Zeit durch Solitär und Elektroschocks.

Trotzdem werden Armeen warscheinlich nicht zu Netzwerken. Aber ich lass mich überraschen, denn irgendwo gibts immer einen dem langweilig ist im Heer - darum wird auch alle 5 Jahre alles um und neuorganisiert obwohl dazu oft nur begrenzter Bedarf besteht.

Johannes Lerch am 19.04.05 20:27 #