11. April 2005

[ Blogosphere ]

Öffentlichkeit. Gegenöffentlichkeit. Öffentlichkeit.

Heiko Hebig fragt: "Gegenöffentlichkeit?" und erklärt, warum Weblogs eben das nicht sind.

Das heißt: Manche Weblogs sind so. Viele sind es nicht. "Die Weblogs" sind nicht generell eine Gegenöffentlichkeit.

Die meisten sammeln nur Links. Oder schreiben Tagebuch. Oder unterhalten sich. Sie sind keine "Journalisten", sie schreiben nur 1 mal in 100 Tagen einen kritischen Kommentar und sie suchen auch keine Fehler aus Spiegel-Online-Artikeln. Und das ist prima so. Es ist nur Kommunikation, nicht die basisdemokratische Revolution.

Heiko sagt das schön:

"Weblogs sind, wenn überhaupt, mehr Öffentlichkeit als Gegenöffentlichkeit."

Um das Thema wird's auch auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland (9.-11. Mai in Leipzig) gehen, zu dem ich als Panelist eingeladen worden bin. Das komplette Programm wird morgen veröffentlicht (Auszug hier).

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Hi! Aber die Frage kann doch nicht sein, ob Weblogs so ganz pauschal eine Art Gegenöffentlichkeit darstellen. Die Frage muss doch sein, ob es einen bestimmten Typ politisch motivierter Weblogs gibt, und ob diese das Potenzial haben auch Hand in Hand zu gehen und eine gewisse Wirkung zu entfalten. Soll heissen, Leser zu finden und diese zu Diskussionen anzuregen. Ja, Weblogs sind nur Kommunikation, und genau da liegt ja auch das Potenzial. Das ist die Basis, auf der sich erst was bilden kann. Ich habs auch bei Herrn Hebig geschrieben: Wer sich für politische Themen interssiert findet auch die entsprechenden deutschen Blogs. Wer sich eher für E-Business interessiert agiert aus einem verständlicherweise anderen Blickwinkel. Schauen Sie sich denn aktiv nach politischen deutschen Blogs um?

Markus am 11.04.05 23:17 #
 

Ich finde es immer wieder interessant, den Begriff "Gegenöffentlichkeit" zu lesen. Was bitte soll das sein? Das Gegenteil von Öffentlichkeit?

Weblogs machen eine interessante Entwicklung: Sie erfinden das Rad und sind derzeit beim Sechseck angelangt. Soll heißen: Sie erfinden - in weiten Teilen - den Journalismus neu, in all seinen Facetten, als Fachmagazin, wie dieses Blog, als IT-Magazin, wie Engadget a.s.o. Und schön zu sehen ist, dass sich eben zunehmend journalistische Qualitätsmaßstäde durchsetzen.

Manch einer tut so, als seien wir hier - und im Rest der freien Blogosphere - von wenigen Medien beherrscht. Das, bitte schön, sollte man mal den Kollegen aus Nepal, China, Burma etc. sagen.

ThomasWanhoff am 12.04.05 11:45 #
 

Selbstverständlich "kann das die Frage sein": Die These wird so oft in den Raum gestellt und sie ist falsch. Den Rest Ihres Kommentars verstehe ich nicht: Dass es politische Blogs gibt, ist unbestritten. Und was haben E-Business und meine Lesepräferenzen mit dem Thema zu tun?

Martin Röll am 12.04.05 11:51 #
 

(Ich beziehe mich nur auf "Markus" - die Kommentare haben sich überschnitten.)

Martin Röll am 12.04.05 11:54 #