11. April 2005

[ E-Commerce ]

Kottke berichtet über die "Micropatronage"

Im Februar hat Jason Kottke angekündigt, dass er Vollzeit-Blogger wird. 3 Wochen lang sammelte er Spenden seiner Leser. Jetzt berichtet er darüber, wie die Dinge gelaufen sind.

Es ist genug Geld zusammen gekommen, dass er davon leben kann, aber nicht so viel, wie er ursprünglich erhofft hatte. Die Mehrheit der Spender haben genau die 30 USD gespendet, die er vorgeschlagen hatte. Das ist interessant: Wenn er keine Empfehlung abgegegen hätte, hätte ich weniger gespendet. Vermutlich geht es vielen anderen auch so.

Interessant sind seine Überlegungen dazu, wie es im nächsten Jahr weitergeht

And finally, the answer to the $64,000 question: is this a sustainable business model for independent media on the Web? The short answer is probably no, with a few caveats. I did make enough to support myself for a year, but I'm already worried about next year (if I decide to ask for contributions again at that point) because there's going to be the inevitable drop-off in year-over-year contributions.
und was die Alternativen sind:
  1. Werbung. (Einfacher, stabiler, lukrativer)
  2. Community
  3. Traffic steigern

Via Heiko Hebig, der zum alternativen Konzept Macropatronage linkt. :-)

[27.02.06] Oh, what a year (kottke.org)

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Ich glaube, dass in jedem Fall - wie fast überall im richtigen Leben – auch für Blogs eine Multi-Umsatz-Strategie angebracht ist.

Jason Kottke hat - wie jeder andere Anbieter auch - die Chance seine Ausgangs-Wertstellung beim Leser / Nutzer im Laufe der Zeit zu erhöhen und Value-adds anzubieten. Die Anscheinsvermutung, dass die zufriedenen Leser / Nutzer beim nächsten Mal weniger „bereit“ sind für eine geschätzte Leistung zu bezahlen, ist nicht schlüssig!

Community und Traffic helfen hauptsächlich beim Revenue Stream aus Advertising und Sponsoring - wenn Unternehmen / Organisationen mit seiner Klientel kommunizieren wollen und beide diese Umgebung für die Ansprache, die Interaktion schätzen ... dies nachzuweisen, wäre aber der Job von Jason Kottke!

Reports über Einflussgrößen von "vorgeschlagenen versus offen Beiträgen" sprachen, soweit ich das beobachtet habe, in der Summe immer für eine nicht Festlegung. Es gab dann zwar immer eine ganze Menge Leute, welche weniger gespendet haben, aber auch Supportern, die sich nicht Lumpen haben lassen.

Beispielsrechnungen könnten helfen, eine Bewertung des Angebots in einen angemessenen, freiwilligen Beitrag umzuwandeln "überlegen Sie sich bitte, ob das was ich Ihnen biete ein, zwei oder fünf Euro wert ist ... und wenn Sie sich das im Moment aus welchen Gründen auch immer nicht leisten können, bitte lesen sie weiter(ich brauche den Traffic)!!


Hugo E Martin am 11.04.05 19:57 #
 
Die Anscheinsvermutung, dass die zufriedenen Leser / Nutzer beim nächsten Mal weniger „bereit“ sind für eine geschätzte Leistung zu bezahlen, ist nicht schlüssig!

Ich war da auch verwundert. Allerdings muss man auch sehen, dass diese erste Aktion ihrer Art sehr viel Aufmerksamkeit bekommen hat und sicher auch viele Leute gespendet haben, die gar nicht regelmäßige Leser sind. Ob die im nächsten Jahr wieder spenden werden, ist schon fragwürdig. Insofern ist der kalkuliere Abfall von 30-50% - vielleicht gar nicht übertrieben, sondern einfach nur kaufmännisch vorsichtig.

Interessant wäre auch gewesen, wenn er gleich die Möglichkeit eines Abos á la "Spende jetzt 30 Dollar, in 12 Monaten werden Dir wieder 30 Dollar abgebucht.") angeboten hätte. Aber für diesen ersten Versuch, wäre das wohl schon zu kompliziert gewesen. Mir hat gerade die Einfachheit des "ich sammle jetzt drei Wochen und dann ist der Sack zu" gefallen. (Kottke hat ja auch bewusst keine "Multi-Umsatz-Strategie" gewählt!)

Nun - er wird nicht der einzige bleiben, der Micropatronage oder andere Blog-Finanzierungsmodelle versucht. Das wird noch interessant.

Martin Röll am 11.04.05 20:31 #