13. März 2005

[ Konferenzen , Marketing ]

Guerilla Marketing Kongress 2005: So war's.

Vergangenen Freitag fand in Köln der zweite Guerilla Marketing Kongress statt.

(Da der Wirbel rund um die Weblog-Marketingaktion der Kongressveranstalter wohl zu einiger Verwirrung geführt hat, zunächst zur Klarstellung: Natürlich hatte mir die Reaktion des Veranstalters nicht gefallen, doch gab es nach der Reaktion und Einladung keinen Grund, den Beleidigten zu spielen und nicht hinzufahren, zumal meine Reise nach Köln ohnehin schon feststand. Sollten da noch irgendwelche Fragen offen geblieben sein, bitte jetzt fragen. Die Auseinandersetzung damals war völlig unnötig.)

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Der Mediapark Köln, Schauplatz des Geschehens. Das Wetter passt sich der Architektur an.

Nun, zur Sache: Es war kein guter Kongress. Das Grundproblem steckte darin, dass der Kernbegriff und damit das Thema nicht definiert war: Was ist "Guerilla Marketing"? Manche verstanden darunter "Marketing mit kleinem Budget so zu machen, dass große Effekte erzielt werden". Das klingt für mich sehr nach ganz normaler betriebswirtschaftlicher Vernunft, aber nicht nach einem Guerilla-Spezifikum. Andere meinten "ungewöhnliche Aktionen". Ein Referent verwendete "Guerilla Marketing" schlicht synonym mit "Marketing" und erklärte, nicht nur zu meiner Verblüffung, unter Einsatz von Folien, die Messestände und Prospekte zeigten, dass Marketing nützlich sei, zumindest, wenn man vorher noch kein gemacht habe. Guerilla?

Ich war neugierig auf den Kongress gewesen, weil ich die "Szene" rund um Guerilla Marketing kennenlernen und verstehen wollte. Jetzt gehe ich mit einem Gefühl davon, dass es diese Szene gar nicht gibt. Diese Diskussion im Guerilla Marketing Blog verstärkt meinen Eindruck.

Highlight des Tages war der Vortrag von Peter Kreuz, der drei "Querdenk"-Methoden aus seinem Buch "Different Thinking" vorstellte.

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Auszug aus meiner Mindmap mit Notizen zu Peter Kreuzers Vortrag,
auf die Gefahr hin, dass die für Nicht-Anwesende weder nützlich noch interessant sind.

Die Beispiele waren treffend, die Struktur klar, der Vortragsstil angenehm, die ganze Sache hochinteressant... nur mit Guerilla Marketing hatte das Ganze nicht das geringste zu tun. (Wobei man zu Herrn Kreuzers Verteidigung sagen muss, dass der Vortrag das auch nicht sollte.) Das Buch wandert hiermit auf meine Wishlist.

Hervorzuheben ist noch der Vortrag von Thomas Zorbach und Michael Zerr von VM-People, die mir seit den Inscene-Weblogs ein Begriff waren. Sie sprachen über Virales Marketing, was interessant war, aber für mich nicht viel Neues beinhaltete.

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Gefällige, lebensfrohe Architektur in allen denkbaren Farben und Formen.

Über die weiteren Vorträge will ich mich hier nicht im Detail auslassen - in ihnen steckte für mich zu inhaltlich zu wenig, um hier darüber zu schreiben. Gute Diskussionen gab es auch keine, da bemerkenswerterweise keine vorgesehen waren (?) und Vortrag auf Vortrag folgte. Dass keine Internetanbindung vorhanden war, war dann auch nicht überraschend.

(Ich merke, wie Kongresse, bei denen ich auf keine Netzanbindung zurückgreifen kann, für mich ineffektiver sind. Ich will Referenten googeln und ihre Beispiele prüfen können. Es hilft nichts, wenn vorne einer steht und von tollen Erfolgen erzählt, wenn ihm das keiner glaubt, aber niemand die Fakten in der Hand hat, um die Diskussion anzetteln zu können.)

Abends, abseits des Guerilla Marketings, kam dann auf der anderen Rheinseite eine Runde von Bloggern und Nicht-Bloggern zusammen, um über Weblogs, Marketing und andere Dinge zu sprechen. Schön und interessant war's! Vielleicht bloggt noch jemand ein Protokoll... hierher trackbacken bitte! :-)

Danke an alle, die mit dabei waren. Danke an Nico Zorn, der sich mit mir durch die meisten Vorträge gekämpft hat. Danke an die nette Sitznachbarin aus dem Flugzeug, falls sie hier mitliest. Bis zum nächsten Mal.

Andere Einträge zum Kongress:

[Nachtrag] 16.03.05: Guerilla-Marketing-Blog - Was ist Guerilla Marketing?

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