13. März 2005

[ Technologie ]

Game & Watch. LCD-Spiele.

Zum Wochenende etwas Computerarchäologie:

Beim Aufräumen habe ich diese LCD-Spiele wiedergefunden:

050313-lcdgames.jpg

Es sind meine zwei ältesten elektronischen Spielzeuge. Sie müssen so um die 18 Jahre alt sein.

Für die, die diese Kisten nicht kennen: Zu meiner Schulzeit waren die sehr in. Fast jeder hatte mindestens eine so eine Kiste. Ich weiß nicht mehr, wie wir sie genannt haben. Der Markenname der bekanntesten und am weitesten entwickelten Serie war "Game & Watch". Meine Spiele, ich hatte, glaube ich, nur diese beiden, hießen "Arax" bzw. "Levis LCD Game". Die Kisten sind 9 cm breit, 5 cm hoch und einen cm dick und haben eine 40 mal 35 mm große LCD-Anzeige, die an bestimmten Stellen bestimmte Formen anzeigen kann. Es gibt also keine "Pixel", sondern nur bestimmte Symbole, die entweder an oder aus sind. (Ein beliebter Spaß war es, mit dem Finger auf die Anzeige zu drücken und so die Flüssigkristelle in die Formen zu drücken, womit alle Symbole auf einmal angezeigt wurden.) Die Stromversorgung kam durch eine austauschbare Knopfzelle (die Rückseite meines "Highway" spricht von einer RW84DRLR43x1, 1.5 V, 0.02mw).

"Samurai" war ein klassisches "von oben fällt etwas runter, Du stehst unten und musst verhindern, dass die Dinge aufklatschen, mit Rebound"-Spiel: Von oben links sprangen Männchen herunter. Man stand mit seinem eigenen Männel und einer Art Schläger unten und musste sich so positionieren, dass die herunterfallenden Männchen an einem abprallten, wieder hochsprangen und nach 2 oder 3 Malen dann aus dem Bildschirm heraushüpften. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es zwei Spielmodi, einen langsamen und einen schnellen, wobei beide immer schneller wurden.

"Highway" war ein Rennspiel. Man steuerte ein Auto am unteren Bildschirmrand und musste Hunden und Steinen, die einem auf der Straße entgegenkamen, ausweichen. Bonuspunkte konnte man sammeln, wenn man rechts stehende Anhalterinnen einsammelte und am linken Rand wieder entließ. Tankstellen kamen auch noch vor, die zu einer Art Slot Machine Loterie führten.

Das erste Spiel dieser Art, das bei uns in der Schule auftauchte, war Lifeboat, bei dem man Menschen, die aus einem brennenden Schiff sprangen, mit einem Rettungsboot auffangen und an den Seiten auf Inseln absetzen musste. Die anderen Renner waren Donkey Kong und Donkey Kong 2, Goldcliff, gefolgt von Safebuster, Octopus und Oilpanic. Ein Freund von mir hatte Squish, das aber nie richtig beliebt wurde.

Die einfachen Knipskisten wurden bei uns in der Schule schnell relativ schnell von den Multi-Screen-Geräten verdrängt. Wer so eins besaß war mächtig in. Ich hatte also das Glück, meine Geräte nur selten verleihen zu müssen, wodurch ich ziemlich abgefahrene Rekorde aufstellte. Ich erinnere mich, mein "Highway" mal bis an die Grenze der Punktezählungskapazität gespielt zu haben. Hach.

(Es gab auch noch ein gelbes, mit einer Insel, zu der man rudern musste, ohne von den Kokosnüssen, die die Affen runterwerfen, getroffen zu werden. Weiß jemand, wie das heißt?)

1989 kam dann der Gameboy auf und verdrängte die LCD-Spiele weitestgehend. Bei den Leuten, die keinen Gameboy hatten, gab es ein oder zwei kurze Wiederaufleben der LCD-Spiele, bis die schließlich doch alle konvertierten oder wieder Panini-Bilder tauschen gingen.

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GNAK.de: Gnak.de Nr. 8: Sushi und mehr. (14.03.05 00:44)

 

Hi,
ich kann mich an die Dinger gut erinnern. Das war glaube ich 1986, ein Jahr bevor ich meinen C-64er bekommen habe.

Mein Spiel bestand darin einen Kosmo-/Astronauten von links nach rechts und dann wieder zurück zu bringen, ohne das die Meteoriten im auf den Kopf fallen. Komisch, man hat teilweise stunden damit verbracht solche Spiele zu zocken :-).

Gruß

Perun am 13.03.05 15:37 #
 

Ich kann mich noch erinnern, als zur Wende diese LCD-Spiele aufkamen. Es war ja schließlich was neues ... Eins kostete so ca. 12 DM. GameBoy war im Vergleich dazu um einiges teurer noch gewesen, so daß jeder diese kleinen Spiele hatte ...

René Pönitz am 13.03.05 22:42 #