20. Januar 2005

[ Zitate ]

"Es ist unklug, zu wenig zu bezahlen."

Ist nicht neu, aber immer noch wahr:

"Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu bezahlen. Wenn wir zuviel bezahlen, verlieren wir etwas Geld, das ist alles. Wenn wir dagegen zu wenig bezahlen, verlieren wir manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten."

-- John Ruskin. (Voller Text, englische Fassung)

 

Man kann ja immer mit dem Preis runtergehen. Wert wird eben meistens am Geld gemessen. Ich frage mich inwieweit Humankapital eine Rolle bei solchen wirtschaftlichen Überlegungen spielt? Für wenig Geld viel Mensch zu bekommen...doch wie definiert man viel Mensch?

Gerd am 20.01.05 12:29 #
 

Einerseits ist es eine Binsenweisheit. Aber je öfter ich diese Binsenweisheit lese, desto schaler kommt diese bei mir an.

Als Werbesatz auf der Website würde ich sie vermeiden. Hier im Weblog als Diskussionsgrundlage mag es angehen. Wir sind Unternehmensaussagen gegenüber kritischer als anderen Aussagen ... zumindest mein Erleben. Wenn ich also diese glorreiche Weisheit auf der Unternehmenswebsite lese, lese ich aha hier erklärt jemand seinen Preis und macht auf Goodwill. Traut er dem Wert, den er angibt nicht? Warum traut er dem Wert nicht. Jaja! Weil hier was nicht stimmt?!

Also wieder einer der überteuert daher kommt und mit einem Spruch versucht alles glatt zu bügeln.

Silke Schümann am 20.01.05 15:15 #
 

Silke: Das ist wahr. Wenn man den Spruch googelt, findet man jede Menge solcher Unternehmenswebsites.

Martin Röll am 20.01.05 15:21 #
 

Wenn man zur Diskussion anregt, wie mit der Binsenweisheit und dabei die Messwerte in Frage stellt, doch gleichermassen die Interpretation vielleicht die Projektion ohne Kanten wird, dann ist der Sendeweg ungerade gewesen.

Es kann gut möglich sein, dass es ohne eine Bemessung der Wertschöpfung eines Einzelnen schier unmöglich ist die Leistung oder den Gegenstandswert festzuhalten. Vielleicht sollte man die Frage, wieviel ist viel Mensch anders stellen: welche Faktoren werden beim Humankapital als Messwerte genommen?

Gerd am 20.01.05 16:56 #
 

Gerd, sei mir nicht böse: Ich verstehe kein Wort. Das hier ist keine Diskussion über "Humankapital".

Martin Röll am 20.01.05 17:09 #
 

Martin, ich meinte nur das der Bezahlwert eben auch über Humankapital definiert werden kann: Gehalt, z.B., Riskin's Zitat bezieht sich auf den Gegenstand. Sorry, auch wenn es nicht direkt ein Gespräch über Humankapital ist.

Gerd am 20.01.05 17:47 #
 

Ich glaube dass Ruskins Zitat durchaus auch auf Beratungsdienstleistungen anwendbar ist. Aber zum Glück gibt es da ja den Berater, der sich weigern kann, einen "zu billigen" Auftrag anzunehmen und es damit vermeidet, schlechte Arbeit abliefern zu müssen. ;-) Ich hab da hart für arbeiten müssen, bis ich das verstanden hatte, wie ich meine Arbeit richtig bepreise und welche Angebote ich ablehnen muss. Dieser alte Eintrag im Archiv, über den ich heute wieder auf das Zitat gestoßen bin, zeugt ein wenig davon. Ich war jung und brauchte das Geld ;), wollte aber keine schlechte Arbeit abliefern!

Das ist immer noch nicht leicht, wenn ich heute in Vertragsverhandlungen stecke und ein Kunde den Preis drücken will. Aber heute weiß ich, was meine Arbeit wert ist, also zu welchem Preis ich sie verkaufen will. Wenn einer den Preis nicht zahlen will, kommt es eben nicht zum Vertrag und zur Arbeit, denn ich will Wertarbeit liefern und nicht irgendetwas mäßiger Qualität. Ich bin gut, deshalb bin ich teuer. Wäre ich schlechter, wäre ich billiger. ;-)

(Danke für die Erläuterung. Viel klarer jetzt. Entschuldige, dass ich vom Thema abkomme. Du hast Recht: Wenn es nicht um Gegenstände, sondern um Menschen geht, wird es immens schwer, den Wert zu bewerten [sic!]. Da gab's auch mal was im Archiv, zu einem Teilaspekt davon: Das E-Business Weblog (24. Februar 2004): How to price Consulting Services). Und dann kommt die andere Seite noch dazu: Der Kunde sagt: "Aber Du kriegst ja nicht nur Honorar, sondern auch noch diese und diese Dienstleistung..." ...)

Martin Röll am 20.01.05 18:24 #
 

Ist diese Sichtweise nicht etwas zu kurz geraten? Der Preis macht nur indirekt eine Aussage über den Wert eines Produktes und ist vor allem kein zuverlässiger Indikator für die Frage, ob ein Produkt die ihm zugedachte Aufgabe erfüllen kann oder nicht.

Sascha Carlin am 11.02.05 09:53 #
 

Das ist richtig. Die Aussage sagt nicht, dass ein teures Produkt gut ist. Sie sagt, dass ein zu billiges Produkt nicht gut sein kann.

Martin Röll am 11.02.05 10:47 #
 

Ergänzung: je billiger ein Produkt ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es seinen Zweck nicht -- oder nicht vollständig -- erfüllen kann. Der Umkehrschluss gilt nicht. Nach 100% Bedarfserfüllung kommt lange nix mehr, wenn wir "Zusatznutzen" vernachlässigen.

Matthias Kryn am 11.02.05 12:08 #
 

Sekunde mal ;)

Was bedeutet denn überhaupt 'zu billig'?
Und: 'zu billig' im Vergleich zu was?

Sascha Carlin am 11.02.05 15:03 #
 

Das ist kein Komparativ.

(Ich klinke mich hier aus der Diskussion aus. Wenn mein langer Sermon hier oben schon nicht geholfen hat, verständlich zu machen, wie ich das meine, wird es weiteres Gerede auch nicht. Du wirst selber nachdenken müssen. ;-))

Martin Röll am 11.02.05 15:13 #
 

Da die Kommentare leider vollkommen auseinanderzudriften scheinen und jeder etwas Unterschiedliches in dem Zitat sieht, mache ich den Sack jetzt zu. Wer wirklich noch Diskussionsbedarf hat, möge sich melden, dann ziehen wir das nochmal neu und anders auf.

Martin Röll am 11.02.05 23:14 #