16. Dezember 2004

[ Weblog-Software ]

Zum "Reverse Trackback"

Vergangene Woche hatten wir eine große Diskussion zum "Reverse Trackback", einer Funktionalität um im eigenen Weblog dokumentieren zu können, wo man anderswo kommentiert hat.

Die Sache hat zwei Haken: Der erste, angebracht von Pepino und anderen: Man kriegt mit dem vorgeschlagenen Weg nicht mit, wenn es Antworten auf den eigenen Kommentar gibt. Richtig: Soll es auch nicht. Die Frage ist nur: Ist das dann nicht zu langweilig, nicht nützlich genug?

Denn, und damit sind wir schon beim zweiten Punkt: Man könnte das auch einfach per Bookmarklet lösen: Wenn man irgendwo kommentiert hat, bloggt man das schlicht per Bookmarklet in seinen Linkdump oder ein eigenes "Anderswo Kommentiert"-Blog. Der Umstand mit Trackback und hin- und hergepinge ist gar nicht notwendig.

Zwei Haken, zwei Lösungen: Für das Ziel, Kommentarthreads zu verfolgen brauchen wir eine andere Lösung ähnlich CommentsTrack. Sie sollte auf RSS, nicht auf TrackBack basieren. Für das Ziel, abgegebene Kommentare in anderen Weblogs zu dokumentieren, ist ein Linkdump mit Bookmarklet wahrscheinlich die bessere Lösung als die von mir vorgeschlagene.

Richtig? Übersehe ich etwas Naheliegendes? Andere Ideen?

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Martin hat noch einmal ü ber reverse Trackback nachgedacht: » F ü r das Ziel, Kommentarthreads zu verfolgen brauchen wir eine andere L ö sung ä hnlich CommentsTrack. Sie sollte auf RSS, nicht auf TrackBack basieren. F ü r das Ziel, abgegebene Kommentwe...

Der Schockwellenreiter: Wo habe ich kommentiert? (17.12.04 07:33)

Well, CommentsTrack is not dead - not really. Helge and me couldn't fix the problems, but there are other people who try to. And that's just great. Some...

CommentsTrack: keep track of your comments (24.12.04 03:45)

 

Übersehen nicht unbedingt, aber für jeden Thread ein RSS-Feed? Von der Implementierung her kein Problem, aber für mich als Kommentierenden. Wie bekomme ich den Feed in meinen Reader? Nebenbei haben wir auch hier wieder das Problem mit den viele Anfragen der Reader. Nur weil man einen Kommentar abgegeben hat bleibt der Feed nun für Jahre in meinem Feedreader? Wie bekomme ich ihn also wieder raus? Wie kann ich zeitnah über neue Kommentare benachrichtigt werden ohne den Server alle 5 Minuten mit Abfragen zu bombardieren?

Das sind alles sehr wichtige Sachen... die wir auch bei CommentsTrack nicht wirklich klären konnten.

Ich zitiere aus dem ProjektWiki von CT:

Technical Goals and Aims
- Simple specifications to make implementation easy
- Independence of platform and feed aggregation technology, built on HTTP 1.1
- Compatibility / implementability with all major weblog and BBS software systems
- Free and Open Source

Jan Piotrowski am 16.12.04 13:41 #
 

Und nun hab ich vergessen meinen Beitrag fertig zu tippen :) Teil 2:

Diese Punkte hielten wir für erstrebenswert. Nur sind wir dann nicht mehr weitergekommen und das ganze ist leider eingeschlafen.

Lesematerial:
http://commentstrack.net/wiki/Working-Draft-0.3

Jan Piotrowski am 16.12.04 13:43 #
 

Wegen der von Jan angesprochenen Pull-Problematik der RSS-Feeds halte ich Reverse Trackbacks für die wesentlich elegantere Lösung. Und Antworten auf eigene Kommentare könnte man relativ einfach dadurch implementieren, dass das kommentierte Blog einfach einen weiteren Ping schickt, wenn eine Antwort auf den eigenen Kommentar geschrieben wird, oder?

Ole Begemann am 16.12.04 14:20 #
 

Und schwupps hat man eine Push-Problematik.

Denn, wer muss den Ping schicken?
- Die Weblogsoftware natürlich.
Und wer stößt den Ping an?
- Der Nutzer natürlich.
Und wer muss warten bis die Pings abgearbeitet sind nach dem Kommentieren?
- Der Nutzer natürlich.
Und was passiert wenn es mal um Kommentare von 24 verschiedenen Leuten geht?
- Der Nutzer wartet vermutlich knappe 10 Minuten bis sein Kommentar abgeschickt wurde.

(Ja, man könnte das über Cronjobs/Stack lösen - nur gibts das nicht bei Spielzeugprovidern...)

Das ist genau das Problem von CT.

Jan Piotrowski am 16.12.04 14:57 #
 

ich denke, es ist zu aufwendig, bei jedem Kommentar erst die RSS für den Beitrag suchen und dann in den NewsReader einfügen. Optimal wäre ein PlugIn für den Browser, bei dem ich dann nur noch einen Klick mache, und dieser trägt es dann in meine Newsliste ein (ggf. über OPML als Austauschformat).

René Pönitz am 16.12.04 19:32 #
 

RSS-Autodiscovery ist eine erfundene Technologie. Firefox kann mit einem Klick RSS abonnieren. Die Fragen, die Jan oben aufwirft sind aber berechtigt. Ich weiß keine guten Antworten, außer den üblichen aus der "Wie können wir den RSS-Traffic reduzieren"-Diskussion (Caching, adaptives Verhalten, etc.).

Martin Röll am 16.12.04 19:39 #
 

Jan, deine Einwände sind wohl berechtigt. Da in absehbarer Zeit wohl kaum alle Provider ermöglichen werden, Scripts im Background auszuführen, bliebe theoretisch noch ein zentraler Webservice (von wem der betrieben werden soll, lasse ich jetzt mal offen), an den dann ein großes Datenpaket geliefert wird und der daraus dann die 24 Pings generiert.

Ole Begemann am 17.12.04 09:21 #
 

Einen anderen Ansatz wäre einfach: Browserfenster offen lassen. Zumindest mache ich das bei wichtigen Diskussionen. Erfordert allerdings einen Browser, der sich merkt, wo man zuvor war (Opera macht das, wenn man will). D.h. einfach Browser zu, Rechner aus - und beim nächsten Mal läd er die Seite wieder rein.

René Pönitz am 17.12.04 15:48 #
 

Oder einen Notizzettel. Oder ein Bookmark. Oder eine Liste im Mailclient.

Nochmal: Es ging nie darum, sich nur ein paar URLs zu merken, sondern mindestens darum, das in einem eigenen Blog zu dokumentieren und diesen Vorgang möglichst zu automatisieren.

Martin Röll am 17.12.04 16:08 #
 

In meinem Feed gibt es dank des Elements wfw:commentRss bereits die Möglichkeit, Kommentare direkt im Aggregator zu lesen (SharpReader beispielsweise beherrscht das).

Der Kommentierende könnte also theoretisch jetzt schon alle Kommentarfeeds abbonieren, die er weiterverfolgen möchte. Dazu fehlt allerdings noch ein wenig Komfort:

  • Das Hinzufügen dieser Feeds zum Aggregator muss mit möglichst einem Klick erledigt sein (ein Bookmarklet? Dynamische Lesezeichen?).
  • Beim Hinzufügen müssen alle Kommentare, die man in diesem Moment ja schon gelesen hat, bereits als gelesen markiert werden.
  • Alte, uninteressant gewordene Kommentarfeeds müssen (nach einem Monat?) automatisch gelöscht werden.
Und jetzt ersetze man das Wort "Aggregator" durch den Namen eines webbasierten, per Bookmarklet fütterbaren Dienstes, der Kommentarfeeds einsammelt und in geeigneter Form wieder ausspuckt (als RSS?). Hm, ... Kann man dafür nicht FeedBurner oder so was nehmen? Oder muss ich das coden? ;-)

Thiemo Mättig am 17.12.04 18:51 #
 

Meine Meinung dazu:
Alles was über einen Service laufen muss wird und kann sich langfristig und vor allem flächendeckend nicht durchsetzen.

Jan Piotrowski am 17.12.04 19:52 #
 

@Thiemo:
`Alte, uninteressant gewordene Kommentarfeeds müssen (nach einem Monat?) automatisch gelöscht werden.´

Wann ein Beitrag alt ist, kann man festlegen. Doch wie will man uninteressante Beiträge rauswerfen?

René Pönitz am 17.12.04 21:54 #
 

Wer sagt dass bei "alten" Beiträgen nach 5 Monaten nicht noch der entscheidende Einfall gepostet wird? Es wäre durchaus wünschenswert die Threads über eine beliebig lange Zeit beobachten zu können...

Jan Piotrowski am 18.12.04 19:53 #
 

Konzentrieren wir uns auf die Essenz der Idee - der Zeitraum ist völlig gleichgültig, da selbstverständlich individuell konfigurierbar (ich will sowieso eine ewige Liste aller meiner Kommentare. Ich will aber nach einer gewissen Zeit nicht mehr informiert werden).

Viel wichtiger ist: Genügt es, die (wenigen) vorhandenen Kommentarfeeds zu verwenden und darauf aufbauend z.B. ein Plugin für das eigene Weblog zu programmieren? Diese Idee ließe sich wunderbar automatisieren (auf vielen verschiedenen Wegen, ob nun als zentraler Service oder als lokales Plugin). Allerdings könnte man nur diejenigen Kommentare verfolgen, bei denen der Weblog-Betreiber Kommentarfeeds nachgerüstet hat.

Kommentarfeeds hätten im Gegensatz zu Trackback-Variationen mehrere Vorteile (s.o.). Mein Vorschlag ist also, alle Weblog-Betreiber (ohne deren Zutun sich sowieso nichts automatisieren lässt) darum zu bitten, Kommentarfeeds anzubieten. Ist das realistisch?

Thiemo Mättig am 19.12.04 15:04 #
 

Die Frage ist ob das wirklich der beste Ansatz ist - ich wage das zu bezweifeln. Es mag Blogs geben in denen bestimmte Leute hunderte (viele) Kommentare abgeben. Und das sind dann auch viele Feeds die abgefragt werden müssen.

Ist das (technisch) tragbar für den Blogbetreiber/hoster?

Wenn man dies bejahen kann müssen nur einige Betreiber damit anfangen, die Plattform dafür bereitegestellt werden - und wenn es wirklich funktioniert setzt es sich langsam aber sicher durch. Man schaue sich nur Trackback an. Das mochte am Anfang auch keiner, als es dann aber verstanden war hatten es auf einmal (fast) alle Weblogsysteme.

Jan Piotrowski am 20.12.04 19:19 #