7. Dezember 2004

[ Weblog-Software ]

User versus Blogsoftware

Dirk Jesse schreibt über Weblog-Software:

Daher stellt sich mir (...) die Frage nach dem eigentlichen Sinn eines Blogtools. Ziel sollte doch sein, normalen Menschen, ohne Geek-Ambitionen, die Welt der der Onlinetagebücher/Weblogs zu erschließen. Ohne Programmierfachwissen, ohne HTML-Kenntnisse. Im Ansatz ein wunderbarer Gedanke. Leider sind wir von der Umsetzung meilenweit entfernt.

Wie recht er hat. Schonmal einem unbedarften Nutzer bei der Einrichtung einer Weblog-Software, egal welche, zugesehen? Es macht keinen Spaß.

Hier muss ich wirklich eine Lanze für die Weblog-ASPs brechen: Was TypePad, twoday und Konsorten für die Blogosphere getan haben, ist unbezahlbar. Auf diesen Plattformen kommen die User zurecht. Sie funktionieren. Welche Weblogsoftware funktioniert sofort nach dem Installieren?

Es ist traurig. Eigentlich sollten wir viel weiter sein. Vielleicht sind Blogger und Blogsoftwarehersteller doch zu sehr Geeks. Vielleicht basteln wir viel zu gerne an unseren Tools rum. Aber mindestens ich kann für mich persönlich sagen: Ich will nicht mehr basteln! Ich will einfach ein Blog aufsetzen und loslegen. Warum muss ich den Trackback-Patch einspielen? Warum die Zeichenkodierung ändern? ("Was zur Hölle ist überhaupt eine Zeichencodierung?" fragt da gerade jemand aus dem off.) Warum an der Lokalisierung herumfrickeln? Die Templatefehler korrigieren? Das automatische Pingen abschalten? Es nervt.

Wir brauchen bessere Blogsoftware. Ist banal und ist platt, aber genau so ist es. Die Programme buggen, Leute! Vergesst mal für einen Monat alle Featuritis und Weiterentwicklung und setzt uns einen Build hin, der einfach nur funktioniert. Bitte. Liefert mal ein Template mit, das komplett durchlokalisiert ist und das auch ein User versteht, der nicht schon vorher gepingtrackbackkommentierpermalinkt hat. Nehmt dem User das Denken und das Frickeln ab und lasst ihn einfach nur Bloggen!

Die Geeks und Bastler werden immer da sein und wir werden auch weiter immer gerne Euren Kram debuggen. Aber da kommen noch andere! Die wollen einfach nur bloggen. Für die funktioniert der Frickelkram, den wir die letzten drei Jahre bedient haben nicht mehr. Die geben jeden Monat 4,95 € aus, um etwas zu bekommen, was sie auch umsonst auf ihrem Webspace haben könnten. Die wollen keinen Stress! Die wollen nicht basteln! Die wollen nur machen. Die haben nicht die Nerven, nicht die Fähigkeit oder nicht die Zeit, sich mit Kodierungen und RSS-Fehlern herumzuschlagen. Baut was. Für die. Für mich. Für alle. Bitte. Danke.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Danke, Martin, schoener haette ich das nicht sagen koennen! Aktuell gibt es mindestens einen weiteren Grund für diesen Appell an die Entwickler von Weblog-Software: stellt zuverlaessige und einfach zu bedienende Software hin, damit die Leute nicht zu ...

_notizen aus der provinz: Warum normale Menschen keinen Spaß am Bloggen haben (07.12.04 07:23)

Martin Roell bedauert in User vs. Blogsoftware den umständlichen Installationsprozeß seiner Software: Ich will einfach ein Blog aufsetzen und loslegen. Warum muss ich den Trackback-Patch einspielen? Warum die Zeichenkodierung ändern? ("Was zur Hölle ist

Die wunderbare Welt von Isotopp: Serendipity vorstellen... (07.12.04 08:46)

 

Naja, entweder man bezahlt 4,95 und richtet die von Dir beschriebenen Ansprüche dann an den Provider oder man ist bereit sich mit der Materie auseinanderzusetzen und muss seine Ansprüche wohl etwas runterschrauben.
Wobei man hier durchaus unterschieden kann zwischen Produkten die man kauft wie z.B. MT und kostenlosen Produkten wie Wordpress.

Wobei ich skeptisch bin, ob die Angebote von TypePad für den Benutzer langfristig zufriedenstellender laufen. Sobald man vom Standard abweichen möchte, wird man an die selben Grenzen und auf die gleichen Probleme stossen. Nicht umsonst wird auch eine Pro-Version für 14.95€ angeboten.

André am 07.12.04 04:49 #
 

Martin,
Ich komme nun aus der Ecke der "unbedarften User"... und GENAU diese Frage, wo es denn eine Fertiglösung gäbe, habe ich mir gestern gestellt...

Nun bietet also M$ doch eine Blogbackmischung an... anmelden, Grossmutter (incl. perönlicher Daten) verkaufen, fertig. Aber bevor ich sowas mache, bleib ich lieber bloglos.

Michael P. Tomaszewski am 07.12.04 09:35 #
 

Da melde ich mich mal zu Worte und trage dabei meinen Six Apart-Hut. Also...

>Welche Weblogsoftware funktioniert sofort nach dem Installieren?

Ich könnte antworten: "Movable Type", aber ich weiß, so einfach ist das nicht, und Martin weiß das bestimmt auch. Natürlich könnte man sicherlich auf unserer Seite einige Details verbessern, aber damit ist das Kernproblem bzw. Martins sehr pauschal formulierte Forderung nach Software die "nach der Installation einfach sofort und ohne Probleme funktioniert" leider noch nicht gelöst. Hier kommen nämlich einige nicht unwichtige externe Faktoren hinzu, auf die wir als Softwarehersteller keinen oder kaum Einfluss haben, vorwiegend die Installationsumgebung und deren spezifische Konfiguration. Und da kann es *natürlich* zu sehr komplizierten Problemen und Support-Anfragen kommen. Das fängt bei einer falschen Perl-Version an, geht über fehlende Perl-Module und hört nicht bei einer unvorteilhaften MySQL-Konfiguration auf.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch darauf hinweisen, daß wir bereits sehr viele dieser potentiellen Probleme kennen und ebenfalls für den Nutzer dokumentiert haben. Manchmal lohnt sich tatsächlich ein Blick in die Installationsanleitung. ;-)

In vielen Fällen klappt eine Installation durchaus problemlos. Aber - und hier möchte die Mutter-Frage stellen - ist es denn wirklich wichtig, daß meine Mutter Software unter Linux installieren kann? Selbst wenn unsere Software kinderleicht zu installieren wäre, meine Mutter müßte sich sich zumindest mit FTP, chmod und einem cgi-bin Verzeichnis auseinandersetzen. Ist es daher nicht doch ausreichend, daß sie die Software nach der Installation einfach bedienen kann?

Und ja, wenn die Anforderung lautet: Jetzt sofort loslegen, nichts konfigurieren, keine Probleme mit Webhost und Software, dann ist die Wahl eines Weblog-Dienstes sicherlich immer die bessere Alternative.

Heiko Hebig am 07.12.04 10:15 #
 

@heiko: es geht ja nicht um installierbarkeit allein oder stabile releases. du erinnerst dich vielleicht an mein altes pamphlet für "normale menschen"-blogsoftware bei blogosfear (http://blogosfear.blogg.de/eintrag.php?id=113) ... die kommentare damals fand ich bezeichnend. frei nach dem motto: ich habe doch auch die dudenregeln zur kommasetzung gelernt. wieso sollte man die vereinfachen?

tatsächlich denke ich, dass die lösung für die "normalen menschen" fast immer die hosted services sein werden. (einen noch so einfachen setup auf einem rootserver wird kein normaler mensch machen wollen.)

aber bei den hosted services wünsche ich mir - ein anderes mantra bei mir - die möglichkeit für einen sanften übergang von "blogging für dummies" bis hin zum "community-bloggen im akademischen umfeld". dafür wäre "eigentlich" 6A optimal aufgestellt mit typepad und MT. was da fehlte wäre nur ein "noch einfacheres typepad" und professionelle hosted varianten von moveable type. ist aktuell aber noch kein wirklich entscheidender USP im markt. DAU-festigkeit aber schon. siehe msn Spaces ... aber typepad ist da ja wohl auf einem guten weg.

Markus Breuer am 07.12.04 10:56 #
 

Es kommt drauf an, aus welchem Blickwinkel man die Frage beleuchtet. Wenn es 4 Millionen Amerikaner geschafft haben, ein Blog einzurichten, frage ich mich, ob eben diese bestehenden und viel genutzten Blogsoftwarelösungen für [80.000.000 - 25.000] deutsche Nichtblogger wirklich zu komplex sind. Blogg.de ist sowas von einfach, ... die hat selbst ein befreundeter Super DAU von mir in nicht einmal 3 Minuten erstellt. An dem Internetzugang kann es nicht liegen, denn 8 von 10 Deutschen unter 40 haben einen Zugang, und gerade die haben ein sehr gutes Technikverständnis. An der Anzahl gehosteter privater Webdomains (schätzungsweise 5 Millionen) auch nicht, das ist aber schon die hohe Kunst, Begriffe wie FTP zu meistern :-)

Die Blogsoftware kannst Du gerne einfacher machen, ich bin mir aber sicher, Du hättest diese Frage nicht gestellt, wenn 4 Millionen Deutsche bloggen würden, oder?

Robert Basic am 07.12.04 12:00 #
 

Du hast recht. Vermutlich sind Amerikaner einfach intelligenter als Deutsche, Deutsche blöd und blogg.de hat ein reines Marketingproblem. EOT genau hier.

Martin Röll am 07.12.04 12:07 #
 

@Martin, "EOT"? k.A. ...

Die Schlussfolgerung, dass Deutsche zu doof zum bloggen sind, unterstellst Du mir zwar freundlicherweise, doch das ist nicht das, was ich verstanden habe möchte. Die Bereitschaft, sich mit neuen Dingen auseinanderzusetzen, hängt mE ganz sicher nicht an der Komplexität einer vorhandenen und zu nutzenden Technik. Dies kann nur ein Nebenfaktor sein. Insofern mein Einwurf, dass die Forderung nach einfacherer Software lediglich ein Randproblem löst.

Robert Basic am 07.12.04 12:28 #
 

@robert: die diskussion heute hier ist ein nahezu exaktes replikat der damaligen bei blogosfear (was zeigt, dass diese frage wohl nicht einfach letzendlich zu klären ist).

aber ich sach' mal so:
dass die software-komplexität "problem #1" ist, denke ich nicht (und martin hat's glaube ich auch nicht behauptet). da gibs ne menge andere; siehe auch http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004/12/warum_normale_m.html

zu "Die Bereitschaft, sich mit neuen Dingen auseinanderzusetzen, hängt mE ganz sicher nicht an der Komplexität einer vorhandenen und zu nutzenden Technik." ist schlicht und einfach zu sagen, dass alle erfahrungen im kontext software- (und andere) -ergonomie nahezu exakt das gegenteil andeuten.

aber selbst, wenn bloggen schon so einfach ist, dass es selbst der der persönlich bekannte super-DAU in drei minuten geschafft hat (wir beide haben vermutlich ein ganz anderes bild vor augen bei dem wörtchen DAU), spricht doch nicht wirklich etwas dagegeben, die sache einfacher zu machen, um dann vielleicht eine winzige noch verbleibende hürde wegzuräumen.

btw: der größte teil der so neuerungswilligen blogger in den USA nutzt eben gerade plattformen wie blogger.com und livejournal, die (in relation) extrem einfach in der handhabung sind. die plattform in deutschland mit den größten zuwachsraten ist das obersimple myblog. alles zufall? glaub ich nicht.

und daneben will mir einfach nicht in die birne, wieso einige tools (selbst einige der eher einfachen) noch so viel hokuspokus um eine so simple sache wie "einen kleinen text online bringen" machen müssen. ich - und viele andere - können trotzdem bloggen, ja. aber wozu sich die sache unnötig schwer machen? ich kann (bzw. konnte auch mal) mit LaTex einen text zusammendengeln. ich nehm' aber lieber word. und seitdem es word und pagemaker gibt, ist die menge der leute, die textverarbeitung/dtp betreiben, um ein vielleicht das 100fache vergrößert.

der hokuspokus ist einfach nicht nötig, die software könnte freundlicher, fehlertoleranter, robuster sein. und das wird sie auch werden. ist ein ganz einfacher evolutionärer prozess.

Markus Breuer am 07.12.04 13:55 #
 

@Markus: Interessanter Hinweis, wegen myblog und Blogg. Beide Tools sind supereinfach aus meinen Augen zu bedienen - wenn es um technische Gründe geht, die die abweichenden Marktanteile erklären. Per se sind beide Tools in meinen Augen ebenso einfach zu bedienen wie Googles Blogger.com, die wahrhaftig ein Meister der Simplizität sind. Ich habe testhalber mal schnell nen Blog auf Blogg.de eingerichtet: in ca. 5 Schritten war alles fertig und nicht mal 1 Minuten benötigt, um den ersten Eintrag zu schreiben: http://thinthink.blogg.de. Ausser dass Blogg.de superlahm ist, ist mir nix Negatives an Riesenhürden aufgefallen. Zumindestens nix, woran Internetnutzer scheitern müssten. Meiner Meinung bieten gehostete Blogganbieter bereits einfache Lösungen an. Sicher wird es stetig einfacher, Texte online zu stellen, weil die Anbieter - wenn sie denn hinhören - weiter dran feiln, dass es noch einfacher wird. Ich bin der Meinung, dass es nix bringt, ein tolles Auto mit Automatik zu bauen, wenn keiner Automatik mag. Eher frage ich mich, warum die Leute Automatik nicht mögen.

Robert Basic am 07.12.04 14:22 #
 

du hast alles wichtige schon selbst gesagt (wunderbare metapher!):
# dass erlernen des autofahrens mit automatik ist einfacher
# leute mögen automatik
# die teuersten und besten autos habe deshalb automatik
# die allerbesten haben automatik mit "override" (tiptronic o.ä.)

weblog-tools haben (bis heute) keine automatik.
bei die besten weblog-tools kann man heute gerade mal eben auf das zwischengas verzichten (falls dir das noch etwas sagt)

weblogs-tools sind heute bestenfalls da, wo die automobile in den 40er oder 50er jahren waren. glücklicherweise schreitet die entwicklung in der softwarebranche schneller voran als in der automobilindustrie.

Markus Breuer am 07.12.04 17:38 #
 

die leute mögen keine automatikautos mögen.
warum?

dazu folgende gedanken:

schalten ist komplizierter, also anspruchsvoller, es verlangt also mehr anerkennung oder es ist mehr wert.
klischee:"automatik ist nur was für frauen..."
schliesslich benötigt man dazu nicht den vollen führerschein.

automatik ist langweilig, mann will was zu tun haben mit den händen.

automatik gibt das gefühl, dass objekt (auto) nicht voll im griff zu haben. es schaltet wann es "denkt" zu müssen.
man ist dem ausgeliefert.

weblogtools und benutzbarkeit:
ich habe mich sehr lange nach weblogtools umgesehen, und bis heute nichts gefunden, was mir zum einen freiheit im aufbau und einfache konfigurierbarkeit bietet. der beste anbieter für mich ist twoday.net. das einrichten eines bloggs geht absolut schnell, doch sobald man individualität ausserhalb des vorgegebenen rasters umsetzen will, wird es schwierig.
ich habe keinen anbieter gefunden, der eine bessere benutzeroberfläche als twoday.net bietet.
es geht meiner meinung nach nicht nur um die einfachheit des einrichtens, sondern auch um das was danach kommt.
wenn das nicht einfach individualisiert werden kann, wird es nicht genutzt. schliesslich sind wir eine gesellschaft aus individualisten die ständig darauf bedacht sind sich von anderen abzuzeichen.

automatik bringt die gefahr mit sich, dass man sich in seinen wünschen einschränken muss, weil man sich an den vorgegebenen baukasten anpassen muss.


Uta Kleffling am 07.12.04 18:59 #
 

interessanter Gedanke, den Du da erwähnst. Häufig auch in der Softwarespielwelt zu beobachten. Gamedesigner machen sich Gedanken, dass ein Game einen schnellen Einstieg bietet und gut bedienbar ist. Für den Anfänger. Dem Poweruser muss es aber gleichzeitig ermöglicht werden, sich die Tiefen, Taktiken und komplexen Mechanismen zu Nutze machen zu können, aber das Interface muss dennoch weitestgehend sehr einfach bleiben. Sonst hat er keinen Reiz mehr am Game, wenn der Gamer es selbst nicht ausreizen kann. Simplizität und Komplexität unter ein Hut zu bringen, war schon immer eine Meisterleistung in dieser Branche. Was lernt man daraus? Schnelleinstieg muss einfach sein, ohne aber Komplexität über Bord zu werfen, es muss eben nicht angezeigt werden. Winzip verfolgt dieses Prinzip ähnlich: Winzip Classic und Winzip Wizard.

Bei Blogs müsste es etwas ähnliches geben: Blog "Professional" und Blog "Easy". Typepad geht da in der Tat in diese Richtung. Blogger auch bereits etwas mehr letzte Zeit.

Robert Basic am 07.12.04 19:48 #
 

Also ich habe eines Tages einmal spaßeshalber ein WordPress zum Laufen gebracht. Und war erstaunt, wie schnell ich damit fertig war. OK, ich bin aber auch eher vom Fach.

Ich bin auf die Seite gegangen, habe den Kram heruntergeladen, entpackt, auf den WebSpace gepackt (ok, in dem Falle lokal, sonst halt FTP) - und habe das Ding im Browser ausgeführt.

Plötzlich fragte es mich nach der Datenbankverbindung - und einigen Dingen wie Kennwörter, Tabellenpräfix, etc.. Danach legte er Tabellen und Beispieldaten an. Es sah nicht unbedingt super schön aus - aber es funktionierte und ein Neuling hätte seine ersten Texte verfassen können.

An welchen Stellen sind denn eigentlich Probleme für technisch Unbegabte? Und was könnte man hier einfacher machen?

* Um etwas hochzuladen, werden sie an FTP (oder ähnlichen) nicht vorbeikommen.
* Die Datenbank ist sicher noch ein Aspekt - nur WebLog ohne Datenbank?
* Die vielen Features können einen ggf. erschlagen. Vielleicht wäre eine `Light´-Version angebracht. Nur: welcher Anfänger würde sich eine Light-Version herunterladen? Nicht selten greifen dann doch die Leute zur großen Version.

René Pönitz am 07.12.04 21:53 #
 

störfaktoren sind meiner meinung nach tatsächlich:

+wozu braucht man den ftp im "normalalltag", oh gott was für ein programm brauche ich, woher bekomme ich dass, was muss ich da eingeben?
+webspace mit datenbank als funktionsvoraussetzung, gründe sind zusätzliche kosten und einarbeitungszeit, wer hilft, wenn etwas nicht geht? ist der anbieter zukunftssicher, oder kommt mir irgendwann mein content abhanden?
+eine light-version würde ich dann runterladen, wenn sie die grundfunktionen for free bietet, wenn ich mehr haben will zahle ich gern
+was ich persönlich noch als störend empfinde ist, dass der bloginhalt nur online verfügbar ist, ich hätte gern einen fließenderen übergang zwischen off und online

ich arbeite am mac, der ist ja im grunde seines wesens sehr einfach zu benutzen, auch gefällt mir ausserordentlich, dass standardmässig super programme installiert sind, die alle aufeinander abgestimmt sind (musik, bild, video, adressbuch, kalender, mail, chat) fehlt eigentlich nur noch blog.

Uta Kleffling am 07.12.04 23:14 #
 

Irgendwie finde ich es schade, dass kaum jemand so richtig auf das Thema eingeht, was ich bei mir drüben im Blog bzw. Martin hier angesprochen hat.

Geht doch mal einen Schritt weiter - weg vom Dau. Nehmt Leute wie mich, beispielsweise. Ich kann mit FTP-Clients umgehen und ich will meine eigene Software. Ich will mein eigenes Layout bauen, mein Wunschblog mit Features meiner Wahl bestücken, Beiträge schreiben.

ABER ICH WILL NICHT: Mich direkt nach der Erstinstallation nach einem wirksameren ANTI-SPAM-Patch umsehen müssen, nur weil die Software bereits lauthals “Hierher Spammer!” schreit. Ich will nicht dem eigentlich automatisch erzeugten RSS-Feed korrektes XHTML beibringen müssen (und mit jedem Softwareupdate dessen Funktion erneut kontrollieren müssen). Und ich will auch nicht alle meine Beiträge aus dem letzten Jahr per Hand überarbeiten müssen, bloß weil das Zeichenencodiung mit beim Softwareupdate von ISO auf UTF umgestellt wurde. Die automatische Formatierung von Sonderzeichen soll die Software bitteschön mit sich selbst klären. Ich will mich nicht um sowas kümmern weil das nicht mein Hobby ist. Das ist Arbeit und von der will ich mich eigentlich erholen in meiner Freizeit. Mein Hobby heißt bloggen!

Ist das so schwer zu verstehen?

Dirk am 08.12.04 07:54 #
 

Danke, danke, danke, Dirk! Ich wollte gerade in die selbe Kerbe schlagen.

Es geht nicht nur um den einfachen Installationsvorgang, auf den sich hier die meisten konzentrieren. Lest mal oben nach! René: Perfektes Beispiel! Genau: Die Wordpress-Installation braucht 5 Minuten. Und dann? Dann geht Dein Trackback noch nicht und Dein RSS-Feed hat Bugs. Und nach zehn Minuten hast Du Kommentarspam. Und nun? Wie lange brauchst Du, um das zu beheben? (Wie lange brauchst Du, um überhapt an die Information zu kommen?) Wie lange ein neuer User? Und wieviel Spaß hat er daran?

Und komplett weg von DAUs und Newbies (und bitte auch von Autoanalogien, wenn das möglich ist): _Ich_ habe keine Lust, jedes Mal frickeln zu müssen, wenn ich ein neues Wordpress, Moveble Type oder Textpattern aufsetze. Es ist unnötige Arbeit. Vergesst Automatik und "naja, dann soll er es halt nicht machen" und "wieso, andere haben es doch auch geschafft": Ich will keine unnötige Arbeit machen!

Martin Röll am 08.12.04 11:52 #
 

Ich muss zunächst etwas aus der obigen Diskussion gerade rücken: Warum wird von der "Mutter-Frage" gesprochen? Ich bin Mutter und habe trotzdem schon lokal zum Testen Blog-Systeme installiert. Gerade in der Blogger-Szene bin ich sehr enttäuscht, auf eine derartige Formulierung zu stoßen.

Was die eigentliche Diskussion angeht, lässt sich sicher noch viel tun, um die Software ausgereifter und für Blogbetreiber wie -nutzer handhabbarer zu machen. Die oben geäußerten Stoßseufzer verstehe ich sehr gut. Aber trotzdem wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis man beim Erwähnen des Begriffs (We-)Blog in einem Nicht-Insider-Bekanntenkreis in Deutschland nicht mehr verständnislos angeguckt wird bzw. beim Vorschlag der Weblog-Nutzung für ein ehrenamtliches Gremium nicht angemotzt wird, warum man denn nicht einfach E-Mail nutzen wolle ...

Cora Burger am 08.12.04 12:00 #
 

@Cora, sorry, wenn Du Dich als "Mutter" angesprochen fühlst. Ich beziehe das i.d.R. auf "meine Mutter", die ist 60 Jahre alt und kann am Computer mit Word arbeiten und Emails versenden. Wenn Du als Mutter technischer bist, super, ich wollte das nicht so geschlechtsspezfisch formulieren, wie Du es anscheinend verstanden hast.

In der Standard-Installation von MT muss eigentlich niemand mehr händisch rumfrickeln, und MySQL ist auch optional. Wer wirklich schnell loslegen will und von FTP etc. durchaus Ahnung hat, sollte mit MT relativ schnell zum Erfolg kommen.

Oder woran frickelt Ihr immer herum? Würde mich wirklich interessieren.

Heiko Hebig am 08.12.04 12:55 #
 

Also so einfach mit dem Vergleich 4,95 versus kostenlos - so geht´s dann doch nicht. Schliesslich ist WebSpace auch nicht kostenlos, dafür muss ich dann auch noch ein paar Euros loswerden - mit PHP und mySQL vielleicht etwa 8-12 Euro pro Monat.

Neben der Installation kommt noch hinzu dass normale User graphisch keine Meister sind - dabei soll das Weblog schon irgendwie gut ausschauen. Hier helfen Dienste wie Typepad oder Twoday.net.

Adalbert Duda am 12.12.04 11:50 #
 

In der aktuellen Ausgabe der Internet Professionell (1/2005) wird im Artikel "Der Weblog-Hype" auch diese Frage aufgegriffen. Eine konkrete Antwort ist jedoch auch nicht ersichtlich.

Christoph Hörl am 12.12.04 19:37 #
 

Mal genau lesen: "umsonst auf ihrem Webspace" habe ich geschrieben - nicht "kostenlos". So ein Webspace kostet 4 Euro und keine 8-12 und bringt dann noch mehr mit als eine gehostete Typepad-Installation.

Martin Röll am 13.12.04 10:40 #