22. November 2004

[ Bildung , Innovation und Wandel ]

Das System vs. Disruptive Innovation

James Farmer ist Dozent an einer australischen Universität. Er experimentiert in seinen Kursen mit Weblogs und Wikis. Jetzt hat ihm die Uni nahegelegt, das sein zu lassen.

Last Tuesday I received a memorandum from a manager cc’d by am exec. director instructing me to cease supporting and promoting weblogging, wikis or any other technology not officially supported by the University. The basic reason given being that I have, anecdotally, not used the CMS (this isn’t true, I always use it) and that ‘commentary’ on the issue of CMSs (quoted I think from this blog or another I set up for a course) is unacceptable. A set-up for disciplinary action should I not follow instructions.

Neu ist böse. Immer dann, wenn es besser ist, als das Alte.

Weblogs sind disruptive Technologie. An Unis greifen sie E-Learning-, Groupware-, und LMS-Software an. Die meisten Softwarehersteller und viele IT-Verantwortliche schlafen noch, aber sie werden es nicht mehr lange können.

Ein paar Systeme, wie dieses hier, werden sich wehren und das Eindringen neuer Technologie zu verhindern suchen. Aber es ist aussichtslos. Dort wo Weblogs und Wikis etwas besser und billiger können, als die alte Software, werden sie sie ablösen.

In dieser Geschichte geht es nur um Software, aber, wie Gabriela Avram erkannt hat, ist das vielleicht nur ein Teil eines größeren Bildes. Weblog-Software ist gefährlich. Weblogging ist gefährlich. Sie bringen neue (andere) Möglichkeiten und neues (anderes) Verhalten. Beides gefällt alten Systemen nicht. Wandel gefällt alten Systemen nie. Zum Glück kann uns das völlig egal sein.

Buchempfehlung: Clayton M. Christensen: The Innovator's Dilemma.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

Wandel gefällt alten Systemen nicht.
Das kann ich nur bestätigen. Ich würde gerne widersprechen, kann es aber aus eigener Erfahrung leider nicht.

Ich habe schon oft von IT-Verantwortlichen gehört: Das ist Patchwork, was Nichts kostet, taugt auch nicht. Und ... es passt nicht in unseren Standard. Das ist der beliebteste Spruch.

Theo am 22.11.04 01:28 #
 

Das kann man nicht verallgemeinern.

Sicher gibt es einige Unis, bei denen die Leitung es nach Mühen geschafft hat, ein CI/CD mit Hilfe eiens CMS durchzusetzen und die deswegen darauf verbohrt sind... Aber andereseits gibt es gerade an alten Unis die starke Ausrichtung auf Dezentralität, wo gern und viel Experimente zugelassen und gemacht werden.
In D würde jede Uni, die so auf einen Dozenten zukommt, voll auflaufen: Der Dozent muss nur darauf setzen, daß die Freiheit seiner Forschung und Lehre nicht behindert werden darf.

xwolf am 22.11.04 09:59 #