15. November 2004

[ Smart Mobs ]

Howard Rheingold in Umea

Vergangenen Donnerstag hielt Howard Rheingold einen Vortrag im Humlab an der Universität Umea.

umea-rheingold-121104-tuer.jpg umea-rheingold-121104-howard.jpg

Inhaltlich war es weitestgehend derselbe Vortrag wie der, den er zwei Tage vorher schon in Bergen gehalten hatte und der von Jill Walker mitgeschrieben wurde, deshalb hier kein kompletter Überblick, sondern die für mich wichtigste Idee:

Um uns herum sind jede Menge fremde Menschen. Wir können nicht einschätzen, was ihre Interessen sind und ob wir ihnen vertrauen können. Im Internet haben wir Technologien entwickelt, die trotzdem Kommunikation und Transaktion ermöglichen - Beispiel EBay: Völlig fremde Leute handeln miteinander, trotz Gefangenendilemma und obwohl sie keine langfristige Beziehung anstreben. Durch die weitere Verbreitung von mobilen Informations- und Kommunikationsgeräten wird diese Vernetzung auch in der nicht-virtuellen Welt möglich. (Wir hatten eine Reihe Diskussionen über die Begriffe: "Real World" und "Offline world" treffen überhaupt nicht: Sie ist genauso "real"wie die Online-Welt und "Offline" ist sie schon lange nicht mehr. "Physical World" scheint im englischen ganz gut zu gehen. Und im deutschen?)

Wer wartend in einem Flughafen herumsitzt könnte herausfinden wollen, wer außer ihm auch noch hier wartet, der aus seiner Heimatstadt kommt oder sich für das Fliegenfischen interessiert. Kernpunkt: Die Transaktionen, die Menschen im Internet tätigen, könnten auch in der mobilen, richtigen Welt stattfinden.

Es war ein interessanter Vortrag, wenn auch, auch aufgrund der Vorbereitung durch Jills hervorragende Notizen, nicht irrsinnig spannend.

Lieblingszitat: Institutions change when the old people die and the young people take over. Lieblingsbegriff: War on innovation (zu "Trusted Computing" und dem Versuch, die Geräte zu regulieren.)

[Nachtrag] Ton Zijlstra hat ausführliche Notizen.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.