25. Oktober 2004

[ Diverses ]

Aus der Weltsicht eines Spammers

Aus der E-Mail eines Spammers an einen Geschäftspartner von mir. Vorgeschichte: Der Spammer hatte eine unaufgeforderte Werbeemail versandt. Mein Geschäftspartner antwortete darauf und fragte, woher er seine Adresse habe. Er bekam eine einzeilige Antwort: auf der website [URL eines Portals] gefunden!, woraufhin mein Partner ihn auf diesen Heise-Artikel "Urteil: Werbemail-Versender müssen Einwilligung nachweisen können" hinwies. Dieses Zitat stammt aus der Antwort-Email des Spammers auf diesen Hinweis:

"aber mal im ernst: ich will die gründerszene in deutschland etwas voranbringen und schon wieder werden einem steine in den weg gelegt. ist echt nervig, wie skeptisch und negativ eingestellt die deutsche unternehmerkultur ist. aber sie werden sicherlich ihre gründe haben."

Aus der Antwort meines Partners:

"ich will die Wissensmanagementszene in DE voranbringen. 2 Mio Unternehmer in DE und X Millionen Unternehmer auf der Welt wollen den Markt ihrer Produkte voranbringen.

Aus gutem Grund hat der Gesetzgeber [...] deshalb vorgesorgt, dass email nicht durch unaufgeforderte jeder-an-jeden-Massenmails weiter kaputtgemüllt wird."

"Skeptisch und negativ eingestellt" sind wir also. Och. Wir bösen. Wahrscheinlich sind wir auch Schuld an den mangelnden Arbeitsplätzen, die die Spammer gerne schaffen würden, wenn man sie nur ließe. Man sollte nicht die Spammer, sondern die Nicht-Spammer bestrafen.

(Der Herr ist nur 2 Verbindungen in OpenBC entfernt. Faszinierend.)

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Martin R ö ll ist » skeptisch und negativ eingestellt « . Und das ist gut so: Aus der Weltsicht eines Spammers. [Das E-Business Weblog]

Der Schockwellenreiter: Doof wie Dosenfleisch (26.10.04 07:32)

Würden wir alle Spam ein wenig mehr akzeptieren, dann würde es dem Wirtschaftsstandort Deutschland sicherlich gut tun: http://www.roell.net/weblog/archiv/2004/10/25/aus_der_weltsicht_eines_spammers.shtml Nicht zu vergessen, die Arbeitsplätze, die ges...

elien-de: Gründerszene Deutschland (26.10.04 08:44)

Spams sind überall und überaus lästig. Sogar der ORF berichtet über die zusätzlichen Kosten die durch Spams für Unternehmen entstehen. Die wichtigen Nachrichten müssen von den Spams aussortiert werden und das ist mühsam und zeit- und kosten...

Freiraum: http://blog.permalink.info/13/index.php?p=20 (14.11.04 09:29)

 

aber die spammer sind es doch, die arbeitsplätze schaffen und erhalten. dadurch muss doch sicherlich mehr personal engagiert werden, wenn auch mehr bytes durchs netz unterwegs sind, oder?
dadurch werden dann sicherlich auch internetmehrkosten verursacht, die widerum die wirtschaft ankurbeln, weil dadurch bankkonten überzogen werden müssen und inkassostellen besetzt werden müssen. dadurch wird die arbeitslosigkeit verringert was wieder zu einem wirtschaftswachstum führt. und irgendwann ist dann soviel geld im umlauf weil es keine arbeitslosen mehr gibt und dadurch gibt es auch wesentlich weniger spammer.

ich glaub nämlich, dass viele spammer arbeitslos sind und versuchen mit irgendwelchen emailgeschichten das grosse geld zu machen. und wenn die alle eine arbeit haben, gibts keine spammails mehr.

klingt komisch, könnte aber mit viel fantasie sein, oder?

David El Dib am 25.10.04 22:55 #
 

Gewiss. Wir sollten alle mehr VI\AGRAREGALISCIAL|S kaufen, damit die Spammer wieder flüssig werden und mit dem Spammen aufhören, dann wird die Welt schöner und das Wetter besser. Bestimmt.

Martin Röll am 26.10.04 10:03 #
 

Diebe kurbeln auch die Wirtschaft an: wenn sie etwas klauen, muß der Laden es nachbestellen. Raser sorgen für bessere Bettenauslastung in den Unfallkliniken. Terroristen sichern die für die örtliche Wirtschaft so wichtigen Armeestandorte, weil sie zur Bewilligung höherer Rüstungsausgaben zwingen. Also, liebe Spammer, ihr seid in bester Gesellschaft.

shelog am 26.10.04 10:28 #