7. Oktober 2004

[ Innovation und Wandel ]

Kaufhaus. Reboot.

Richard Gleim fragt: Ist das Konzept Kaufhaus insgesamt veraltet?

Wie ist das mit einkaufen 2.0? Welche Rolle haben Kaufhäuser heute? Braucht man sie noch? (Vom Kaufhaus auszugehen ist wahrscheinlich der falsche Ansatz. Es geht nicht ums Kaufhaus. Es geht ums Einkaufen.)

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A2O — Business pur: Konzept 'Einkaufen' oder Einkaufen 2.0 (07.10.04 16:26)

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_notizen aus der provinz: KarstadtQuelle und das Beharren der Dinosaurie (08.10.04 10:12)

 

Definiere Einkaufen. Was ist einkaufen? Das pure beschaffen von Gegenstaenden/Waren oder eine Aktivitaet die an sich Spass macht und um ihrer selbst willen gemacht wird? Ohne zu verstehen was mit "einkaufen" gemeint ist halte ich die Diskussion fuer muessig, da fuer verschiedene Interpretationen verschiedene Loesungen erforderlich sind.

Armin am 07.10.04 19:59 #
 

Selbstverständlich sind verschiedene Lösungen erforderlich. Die Frage ist, ob das Kaufhaus eine Lösung für irgendeine dieser Aktivitäten ist.

Martin Röll am 07.10.04 20:40 #
 

Hm, was denn nun? Geht es jetzt um's Einkaufen in Zeiten des Internets oder um Kaufhaeuser? Irgendwie ist mir Deine Themenstellung nicht ganz klar.

Aber mal davon abgesehen, ein Kaufhaus kann fuer beide Aktivitaeten das richtige sein. Allerdings definiere ich Kaufhaus hier mal etwas weiter und schliesse sowas wie einen Tesco mit ein (die machen meines Wissens bald die Haelfte ihres Umsatzes mit "Nicht-Lebensmitteln).

Wenn's um das pure Beschaffen von Gegenstaenden/Waren geht kann ein Kaufhaus sehr praktisch sein, da ich nur an einen Ort muss und alles auf einmal erledigen kann. Da kann ich mir eine CD in der CD-Abteilung besorgen, ein paar T-Shirts in der Bekleidungsabteilung und schliesslich etwas zum Essen in der Lebensmittelabteilung. Ist doch wunderbar wenn ich in Eile bin und diese drei verschiedenen Sachen benoetige.

Wenn's um das Einkaufen an sich geht, sollte es sich um ein entsprechendes Kaufhaus handeln natuerlich auch. Gibt doch Leute die (mehr oder weniger) nur wegen Harrods nach London fahren. Zum Sehen und eventuell gesehen werden.

Dies wird vielleicht nicht unbedingt auf jedes Kaufhaus in irgendeiner Kleinstadt zutreffen (vielleicht noch nicht einmal in einer mittelgrossen Stadt), aber ansonsten sehe ich nicht warum ein gut gefuehrtes Kaufhaus nicht erfolgreich sein soll.

Armin am 07.10.04 21:37 #
 
Hm, was denn nun? Geht es jetzt um's Einkaufen in Zeiten des Internets oder um Kaufhaeuser? Irgendwie ist mir Deine Themenstellung nicht ganz klar.

Es geht darum, Kaufhäuser neuzuerfinden. Oder festzustellen, dass sie nicht mehr gebraucht werden.

Martin Röll am 07.10.04 22:14 #
 

@Armin: Für Frauen ist das klar geregelt: Einkaufen ist Pflicht, shoppen die Kür.

Beate Paland am 07.10.04 23:41 #
 

@Beate
Von der Emotionallage her eindeutig zuordbar, von Zeit und Ort jedoch schon weniger.

Jedes Einkaufen kann von einem Moment zum anderen in lustvolles Shoppen verwandelt werden und jedes Shoppen wird bei wunden Füßen und auseinanderdriften von Wunsch und Wirklichkeit zur lästigen Einkaufspflicht herabgesetzt.

Silke Schümann am 08.10.04 02:43 #
 
Es geht darum, Kaufhäuser neuzuerfinden. Oder festzustellen, dass sie nicht mehr gebraucht werden.

Das setzt voraus dass Kaufhaeuser definitiv "kaputt" sind. Den Beweis dafuer habe ich noch nicht gesehen.

Du willst das Rad neu erfinden (bzw abschaffen) wenn es eventuell einfach mit ein bisschen luftaufpumpen getan ist.

Armin am 08.10.04 13:48 #
 
Das setzt voraus dass Kaufhaeuser definitiv "kaputt" sind.

Nein. Das Ergebnis des Neuerfindens kann durchaus sein, alles so zu lassen, wie es ist.

(Ich will gar nichts. Nur Kaufhäuser neu denken. Nicht sie ein bisschen verbessern - luftaufpumpen - sondern sie radikal neu denken. Und möglicherweise zu dem Ergebnis kommen, dass das gar nicht notwendig ist. </Wiederholung> Das ist nur ein dreizeiliger Weblogeintrag mit hohem Fragezeichenanteil, kein "Schafft-Die-Kaufhäuser-Ab"-Manifest.)

Martin Röll am 08.10.04 14:14 #
 

Ich denke, die momentane Krise be Kaufhäusern ist Bestandtel eines Umwälzungsvorganges, der durch eine Verlagerung des Kaufverhaltens hin zu Ebay und Online-Shops gekennzeichnet ist. Insofern wird die Rolle des klassischen Kaufhauses abnehmen, da dort weniger Umsatz gemacht wird.


Kaufhäuser sollten sich auf das konzentrieren, was sie von Online-Einkaufmöglichkeiten unterscheidet - Atmosphäre, Beratung und Service. Zudem werden sie in all jenen Bereichen erfolgreich sein, wo es darum geht, Dinge mal anzufassen (z.B. Kleidung), das kann die Online-Welt einfach nicht bieten.

Mathias Wellner am 08.10.04 22:58 #
 

Bei den ganzen Onlinegeschichten stören mich u.a. die "langen" Lieferzeiten. Wenn ich Samstags beim Einkaufen ein tolles Buch finde, dann kann ich das eben Samstag abend oder am Sonntag lesen - und nicht erst am Mittwoch, wenn Amazon endlich liefert. Bis dahin ist der Spannung schon wieder verpufft.

Markus Kaufmann am 09.10.04 14:22 #