7. Oktober 2004

[ Bildung , Management , Unternehmenskultur , Wissensmanagement ]

Betriebliche Weiterbildung in Deutschland

Liest man den Artikel zur Betrieblichen Weiterbildung von Eva Kühnen aus der FTD vom 21.09.04 kann einem Angst und Bange werden. Auszug:

Bei der betrieblichen Weiterbildung liegt Deutschland in Europa ganz weit hinten, weil Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen. [...] Zwar halten 76 Prozent der Firmen Weiterbildung für essenziell, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, umgesetzt wird dieser Anspruch indes nur selten. [...] Nur 36 Prozent der befragten deutschen Unternehmen haben danach überhaupt ein Weiterbildungsprogramm, das auf die speziellen Bedürfnisse des Unternehmens und der Mitarbeiter zugeschnitten ist. Zum Vergleich: In Großbritannien verfügen 87 Prozent der Firmen über ein solches Programm, in Frankreich immerhin 78 Prozent.

Die Daten kommen aus einer Studien von Forrester Research im Auftrag der IBM.

Richtig lustig wird's wo sich im Artikel ein Personalberater zu den Ursachen auslässt:

"Außerdem wissen die Unternehmen, dass gut geschulte Mitarbeiter gerne abgeworben werden (...)."

denn diese wilde Erklärung wird von der Studie gestützt:
18 Prozent der deutschen Firmen waren der Meinung, in der Fortbildung ihrer Mitarbeiter liege ein hohes Risiko für die Abwerbung der Kollegen, 44 Prozent sehen ein mäßiges Risiko. In allen anderen Ländern ist diese Angst weit weniger ausgeprägt.

Nur damit ich das richtig verstehe: Wir halten unsere Mitarbeiter dumm, damit sie von der Konkurrenz nicht abgeworben werden? Ich glaube, darüber muss ich noch ein bisschen länger nachdenken gehen...

Via Jochen Robes (Weiterbildungsblog).

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