21. September 2004

[ Business Weblogs ]

BlogWalk IV - So war's

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BlogWalk 4, London, am 17.09.2004.

Für mich begann er schon einen Tag vorher mit dem Flug nach London und einem ausgiebigen Besuch des British Museum.

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Eine Zeus(?)-Büste in u.g. Bibliothek.

Besonders beeindruckend die Sammlung und Bibliothek zur Aufklärung im linken Seitenraum. Es ist faszinierend, sich in Zeiten zurückzuversetzen, in dem vieles noch nicht bekannt und vieles unselbstverständlich war. Im Rückblick und der Reflexion über das Vorgehen der Forscher damals können wir viel für unser heutiges wissenschaftliches Vorgehen lernen.

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Der Great Court des British Museum, einmal t=0, einmal t=16s

Abends Abendessen und interessante Gespräche mit Johnnie Moore, Matt Mower, Lilia Efimova, Anu Gupta, Riccardo Cambiassi, Chris Macrae und Suw Charman. Ich weiß jetzt, warum Suw Suw heißt. :)

Am nächsten Tag dann der BlogWalk: The future of work under influence of social software, e.g. blogging within the firewall Sehr holprig, aber da eh niemand das Thema genau gelesen hatte nicht weiter störend.

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Der Ort des Geschehens.
Man beachte den Window-Wiki im zweiten Stock.

Die Teilnehmer:

Einige der Themen, die wir diskutierten, waren die Faktoren, die dem Bloggen innerhalb von Organisationen im Wege stehen können. Betont wurde

  • Eine Kultur: "Du darfst nicht frei sprechen."

  • Das Medium: Wir sind gewohnt, in Schrift auf eine besondere, förmliche Weise zu kommunizieren.

  • Die Verbindlichkeit: E-Mails sind rechtsverbindlich! Wie ist das mit Weblogeinträgen?

In Organisationen gibt es oft eine tightening up-Kultur: Man macht sich durch Minimieren der Kommunikation unangreifbar. (Wer keine Fehler macht, kann nicht attackiert werden.) Das ist manchmal eine gute Strategie... manchmal aber auch nicht.

In Blogs in Organisationen kann man nie völlig frei sprechen: Man spricht immer auch für seine Gruppe. Wenn man Fehler macht muss auch das Team damit leben.

Ein anderes Thema: Organisationen werden "soziologischer": Sie sind mit immer mehr anderen Organisationen verbunden, die Kommunikation und Arbeit geht überall über organisationale Grenzen. Nur in der IT haben wir wirklich noch eine harte Grenze: Die Firewall.

Hieraus leiten sich einige Überlegungen zu intern vs. extern (im Web) geführten Blogs ab, dazu später vielleicht mehr.

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Keynes war hier.


Anderer Gedanke: Ist Bloggen eine Art Gegenbewegung zur immer höheren Standardisierung in Organisationen? Sehr viel wird standardisiert und formalisiert. Aber: People have a _need_ to use their authentic voice! Vielleicht teilen sich da zwei Gruppen voneinander ab: Mitarbeiter in der regulierten Struktur und die "Freien". Wenn das stimmt wird es auch zwei organisationale Kulturen geben: Die, in denen freie Kommunikation anerkannt, erlaubt und akzeptiert ist und die in denen sie "nicht existiert", d.h. geleugnet oder verboten wird. (Vermutlich ist mein Gedankengang ohne den Kontext nicht zu verstehen. Pardon.)

Wie werden sich beim Bloggen Linie und Stab zueinander verhalten?

Können/wollen IR-Abteilungen bloggen?

(Meine Papieraufzeichnungen haben hier noch zwei andere, etwas ausführlichere Ideen. Die kriegen in den nächsten Tagen eigene Blogeinträge.)

Oh, einen walk gab es natürlich auch:

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Und am Ende des Tages hatten wir einen vollen Windows-Wiki und rauchende Köpfe:

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(Email me if you want a larger version of this photo.)

Was diesmal interessant war, war das Spielen mit unfertigen Gedanken und dem wirklichen gemeinsamen Denken, anstelle des bloßen "Austauschs". Johnnie Moore hat das schön zusammengeschrieben:

"Traditional models of group thinking seem based on me trying to cement my well-formed brick of thought to your well-formed brick. Increasingly, I find much more satisfaction in sharing the less-formed ideas and responses I have to conversations. I sense that by doing so, it's possible to create some sense of joint intelligence that can get beyond existing mental models."

und Paul Goodison hat das auch beobachtet.

Diese joint oder collective intelligence die da entwickelt wird, hilft natürlich nur etwas, wenn die Beteiligten auch nach dem Treffen joint bleiben. Dazu müsste der BlogWalk aber eine Community und kein loses Meeting sein. Aber das ist eine andere Diskussion.

Thank you very much for the great discussions. Thanks, Louise, for the walk. Thank you, Johnnie, for the organisation. Danke für die Einladung.

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Der Turm von London St. Pancras.

Für mich ging der Tag dann mit mehr interessanten Gesprächen beim Abendessen und diversen Bekanntschaften zu Ende. London Luton Airport ist nachts ähnlich interessant wie Stansted. Bis zum nächsten Mal.


[23.09.04] Synesthesia » Blogwalk IV - developing the work

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BlogWalk Chicago is happening this Saturday (22nd Jan 2005).  The furthest-away visitor, Lilia Efimova, is already here and will be visiting with Denham and some others in Indiana during the week.  Given the weather forecast, our "walk" will ...

Knowledge Jolt with Jack: BlogWalk Chicago this weekend (18.01.05 18:17)

Looking forward to the upcoming BlogWalk in Chicago by looking back at BlogWalk 4, which talked about similar topics. Also, some thoughts on what I'd like to see.

Knowledge Jolt with Jack: BlogWalk Chicago this weekend (02.09.05 21:41)

 

Beautiful, beautiful picture.

Jon Husband am 22.09.04 05:59 #