15. September 2004

[ La vie , Wissensmanagement ]

Einige Lissabon-Überlegungen

Ein paar Gedanken, aufgeschrieben während des KM Summer Camp am Abend des 9. September 2004 (Donnerstag)

  1. Im Wissensmanagement werden oft Annahmen getroffen, die nicht hinterfragt werden: Einige der schlimmsten:
    • "Wissensaustausch ist gut."
    • "Das Rad neu erfinden ist schlecht."
    (Merci Amir, Freya, Mykolas.)

    [Nachtrag] Jetzt im Wiki unter Questioning Assumptions.

  2. Wie kann man Wissensmanagementconsulting machen, wenn das Informationsmanagement in vielen Unternehmen so schlecht ist? Er erscheint frustrierend, am Wissensmanagement zu optimieren, wenn eigentlich erst in der Informationsinfrastruktur gearbeitet werden müsste. Muss man zwangsläufig Informationsmanagement mit anbieten, wenn man Wissensmanagement machen will? (Merci Sarah.)

    (Dave Snowden hat eine gute Informations-Infrastruktur mal als einen Hygienefaktor für KM bezeichnet.)

  3. Warum mache ich KM?
    • Damit Leute besser arbeiten können. Damit sie besser das tun können, was sie tun wollen.
    • Damit Organisationen besser funktionieren. Damit sie besser das tun, was sie tun sollen.

    Unter der Annahme, dass Menschen gut sind und Organisationen den Zielen der Menschen folgen, wird damit die Welt besser. Die zweite Annahme ist oft problematisch, ich weiß.

    (Merci Sarah.)

  4. Gute Grundüberlegung für einen Job: "Ich will so arbeiten, wie mein Körper am besten funktioniert." Artgerechte Arbeit. (Merci Amir.)

Außerdem:

1) Vereinfacht oder kompliziert Religiosität die persönliche Philosophie?
2) Wie ist das mit den Eseln? [Nachtrag] Antwort im Wiki: Donkeys are (...) task oriented. Genau.
3) Drehen sich diese Blüten nach der Sonne oder habe ich nicht richtig geguckt?
4) Warum ist es so einfach, nett zu sein und Nettigkeit zurück zu kriegen?

Und:

1) Altruismus als Überlebensstrategie in komplexen Umwelten: Wenn nicht klar ist, was zu tun ist, ist dann "irgendetwas tun, das für die anderen gut ist" eine gute Strategie? Das wäre wie ein "Act-Sense-Respond"-Approach wie ihn Dave Snowden vorschlägt. (Der gehört aber zur "Chaotic"-Situation, nicht zur komplexen. Also eher "Altruismus als Überlebensstrategie im chaotischer Umwelt"?) Ich hab's nachgelesen: Das ist wie "Probe-Sense-Respond" - das Modell für komplexe Umwelten. Der Titel passt also.

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