27. August 2004

[ Blogging ]

Weblogs sind Tamagotchi

Suw Charman schreibt eine Idee auf, die auf dem letzten BlogWalk kursierte: Blogs sind Tamagotchi.

"Blog is Tamagotchi. You have to feed it.", erklärte mir JJ Merelo als ich diesen Zettel an der Wand nicht verstand.

  • Man muss es füttern.
  • Und noch mehr als das:
  • Mann muss den Dreck wegräumen.

Aus der englischen Wikipedia
Wikipedia [EN] - Tamagotchi

Ein Blog, das nicht gefüttert wird, verhungert. Die Leser bleiben weg. Es fliegt aus dem Blogrolls und Aggregatoren. Wen man viel Glück hat kann man es wieder zum Leben erwecken, aber normalerweise startet man komplett neu. Reset. Neues Tamagotchi.

Ein Blog, in dem nicht aufgeräumt wird, müllt zu. 31 Kommentare - von Penisverlängerern und Pillenverkäufern. In dem Umfeld lebt dann nichts mehr.

Jedes Blog hat seine eigenen Ansprüche - manche brauchen viel, manche wenig Aufmerksamkeit, ganz so, wie sein Besitzer es bestimmt. Wie wichtig ist einem das Haustier? Ist es zentral für Leben, Geschäft und Seelenheil? Oder ist es nur ein Spaß und gibt es auch ein Leben ohne?

"Einfach so" funktionieren Blogs nicht. Sie brauchen Pflege.

Tamagotchi die when neglected, but you can’t get away with just randomly feeding your virtual pet and hoping for the best. It takes care. You have to learn when your Tamagotchi needs food, when it needs to sleep, when it wakes up.

Man muss sich kümmern, sie regelmäßig füttern und sehen, wie sie sich entwickeln. Dann können sie leben.

Und noch was: Tamagotchi waren nie ein Selbstzweck.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Interesting question indeed. (post in Dutch)

ICT en Onderwijs BLOG: Zijn Blogs Tamagotchi's ?? (29.08.04 17:20)

 

blog != tamagotchi
tamagotchi waren Spielzeug, after all, didn't they ;-). Ein relativ kurzlebiger hype. Das wollen wir doch von Blogs nicht hoffen.
Das Verhältnis von tamagotchis zu ihren Fütterern (feedster???) war ein autistisches, dh. unter Ausschluss Dritter. BlogBlogger ist ein autistisches (??) Verhältnis, das nur unter (möglichst heftigem) EINschluss Dritter funktioniert.
Es ist nicht alles ein Vergleich, was hinkt.

Markus Pirchner am 27.08.04 16:10 #
 

Metapher != Vergleich.

Martin Röll am 27.08.04 16:14 #
 

>Ein Blog, das nicht gefüttert wird, verhungert. Die Leser bleiben weg. Es fliegt aus dem Blogrolls und Aggregatoren.

ist auch so ein gerücht. gibt genug blogs (herrn ronsens zum beispiel [www.ronsens.de]), die nicht alle nas lang gefüttert werden und ihre leserschaft trotzdem halten.

und gruss, übrigens :-)

kellerkind am 27.08.04 16:23 #
 

Eine Metapher, die hatscht, ist um keinen Deut besser als ein Vergleich, der hinkt ;-
Es liegt mir fern, Haare spalten zu wollen, und zitiere daher wikipedia ("Metapher"):
"Mit einer Metapher wird ein Ausdruck aus seinem ursprünglichen Zusammenhang genommen und in einem anderen Zusammenhang verwendet, das heißt es wird eine Bedeutungsübertragung vorgenommen. Es handelt sich dabei um den VERGLEICH zweier Bereiche, bei dem die Vergleichspartikel "wie" und die dem Vergleich zugrundeliegende Hinsichtnahme (tertium comparationis) fehlen"

Markus Pirchner am 27.08.04 19:29 #
 

Dann eben anders: Du hast den Artikel schon gelesen, oder? Was sagst Du zum Füttern und Wegräumen?

(Weblogs sind übrigens auch nicht eiförmig, brauchen keine Batterien und werden nicht von Bandai hergestellt. Man trägt sie nicht an Ketten, kann sie nicht in Läden kaufen und wenn sie runterfallen kullern sie nicht weg. Nur falls das noch jemand vertiefen möchte.)

Martin Röll am 27.08.04 19:50 #
 

Durchaus gelesen, von Anfang bis Ende, inklusive der Kommentare (auch wenn ich den spanischen nicht verstanden habe :-).
Es stehen eine Menge guter Beobachtungen und kluger Bemerkungen drin, aber der Großteil davon hat so überhaupt nichts mit Tamagotchi zu tun, dass ich Blog=Tamagotchi einfach für eine misslungene Metapher halte. Ein Zeichen für schlechte Metaphern ist, dass die Schnittmenge von Objekt und Übertragung marginal ist. Und da rekurriere ich nicht auf die platten Oberflächenphänomene der physikalischen Eigenschaften.
Aber vermutlich verstehe ich das alles bloß nicht, weil mir diese elektronischen Fiepsdinger ein Gräuel waren, als sie sich noch hysterischen Interesses erfreuten :-)
Anscheinend bin ich einer der 5 Menschen, die nie ein Tamadingsbums hatten und haben wollten.

Markus Pirchner am 27.08.04 20:59 #
 

Und noch ein Nachtrag: Why blogs are no Tamagotchis by Heiko Hebig (Heiko Hebig am 16. Juli 2004.)

Martin Röll am 28.08.04 00:18 #
 

My handwriting on the post-it.

Phil Wolff am 29.08.04 03:03 #