7. August 2004

[ Blogging ]

"Some things haven't changed." (Audioblogging)

"...and it's still incredibly difficult to think of anything to say..."

Suw Charman audiobloggt und will das eine Woche lang durchhalten. Ein interessantes Experiment.

Schwierigkeiten, die es mit Audioblogging gibt:

  1. Die Inhalte werden nicht indiziert.

    Noch nicht. Aber das wird sich schnell ändern (link via Ton Zijlstra).

  2. Editiermöglichkeiten fehlen bzw. sind kompliziert.

    Darüber spricht Suw im zweiten Eintrag. Ihre geschriebenen Einträge, selbst die kurzen, editiert sie heftig bevor sie sie veröffentlicht. In den Audio-Einträgen sind alle Fehler drin.

    Vielleicht ist das gut. Die ganzen Fehler machen das Ganze authentisch. Einer Stimme die ein Skript liest und bei der alle Fehler rausgeschnitten sind würde ich wahrscheinlich nicht lange zuhören können.

  3. Das Abspielen ist noch nicht ganz einfach möglich.

    Suw verwendet Audioblog.com. Die Aufnahmen erscheinen als kleines Flash-Element im Blog. Vorteil: Man klickt auf den "Play"-Knopf und es geht sofort los. Nachteil: Man kann das Abgespielte nicht ohne Umweg speichern (das kann man natürlich auch als Vorteil sehen) und nicht in der Aufnahme springen. Einmal nicht aufgepasst und einen Gedanken verpasst und man muss die komplette Aufnahme vor vorne hören. Oder es sein lassen.

    Mann könnte auch ein MP3 ablegen. Dann bräuchten aber alle Leser/Hörer einen MP3-Player. Und können alle gängigen Player eigentlich schon MP3s direkt aus de Downstream abspielen oder müssen sie noch komplett runtergeladen werden?

  4. Das Aufnehmen ist noch kompliziert.

    Mit Audioblog oder Audblog wo man per Mikro aber auch per Telefon aufnehmen kann ist es schon sehr leicht. Aber ohne externen Dienst ist das Anfertigen von Tonaufnahmen noch kompliziert. (Versucht mal, auf einer nicht besonders ausgestatten Windows-Maschine ohne Kauf von kommerzieller Software eine MP3-Aufnahme herzustellen.)

Audioblogeinträge brauchen die volle Aufmerksamkeit. Sie nur nebenbei anzuhören funktioniert nicht. Dann hört man eine angenehme Stimme aber weiß hinterher nicht mehr, was gesagt wurde.

Sie verbrauchen unheimlich viel Zeit: Man kann sie nicht überfliegen um zu entscheiden, ob sie interessant genug sind, gehört zu werden. Außerdem ist es (zumindest für mich) viel schneller einen Text zu lesen, als denselben Text gesprochen zu hören. Dafür gibt es auch mehr Kontext, klar, aber wie will man entscheiden, ob man die Investition eingeht?

Ich denke man braucht zu einem Audioblogeintrag begleitenden Text, mindestens eine Zusammenfassung oder eine Outline von dem, was man sagt. Zur Zeit schon zum eigenen Nutzen, um seine Einträge später wiederzufinden: "Wann habe ich etwas über Audioblogging ge-audio-bloggt?"

Spannendes Feld. Mal sehen, was das noch wird.

Hier ist noch ein weiterer Punkt. (MP3, 1 MB. Ich habe das in 192 kbps aufgenommen und dann auf 96 kbps reduziert.)

Und Ton Zijlstra hat auch noch mehr Gedanken.

[Nachtrag] Manueller TrackBack: Dubium Sapientiae Initium: Audioblogging

 

MP3-Player (die meines Wissens inzwischen jeder ganz automatisch hat. Notfalls kommt die Medienwiedergabe zum Einsatz) können direkt aus dem (HTTP-) Downstream abspielen. Zuminest war das bei meinen Versuchen immer so. Die Bitrate sollte jedoch zur Netzanbindung des Hörers passen. Ansonsten hält der Player immer wieder an und lädt nach, was im schlimmsten Fall zu bösem Gehacke führt.

Thiemo Mättig am 08.08.04 01:14 #
 
Versucht mal, auf einer nicht besonders ausgestatten Windows-Maschine ohne Kauf von kommerzieller Software eine MP3-Aufnahme herzustellen.

ähhh... schonmal von http://audacity.sourceforge.net/ gehört?

Max Niederhofer am 08.08.04 09:58 #
 

Wir können mal eine Umfrage machen, welcher Anteil von Windows-Usern (Computererfahrung 3 Jahre und mehr) auf Anhieb in der Lage ist binnen 20 Minuten eine MP3-Aufnahme zu machen.

Martin Röll am 08.08.04 13:47 #
 

Auch der Lehrerfreund hat damit experimentiert: hier und da.

Sein Musik-Log 2minutemusic.com musste er leider wegen zu hohem Traffic einstellen ...

Achim Schlemmer am 13.08.04 16:40 #
 

Großartig. :-) Vielen Dank.

Martin Röll am 16.08.04 20:01 #
 

mmmh, also ich denke, AudioBloggs werden es verdammt schwer haben ...

1 KB Text zu schreiben, geht halt doch wesentlich schneller als das Ganze aufzunehmen. Vielleicht ist es auch für mich eine Graul, aber ich weiß nicht, was für einen dummen Spruch ich z.B. auf meinen Anrufbeantworter knallen sollte - und wenn man dann mehr oder weniger regelmäßig ein Onlinetagebuch führe, dann bleibt ja gar keine Zeit mehr, um irgendetwas interessantes zu erleben oder zu lesen!

Genannt waren ja auch schon die Punkte Traffic, und in dem Zusammenhang auch die Qualität.

Aber ich denke, das größte Hinderniß ist die Usability. Wenn ich einen Text lese, und mir kommt Inhalt bekannt vor, dann überfliege ich so lange wie der Inhalt wieder kniffliger wird. Wenn ich mit jemanden rede, und er erzählt mir nicht wesentlich neues, so kann ich ihm sagen, daß ich das weiß, und er kann zur nächsten Stufe ausholen ...

Aber wie soll ich das bei einem Audiofile machen? Abspielgeschwindigkeit auf 200% stellen und ne Schlumpfenstimme hören?

Das nächste Problem: webLogs stecken ja in der Regel mit jeder Menge Links. Ich klicke einfach drauf - die URLs sehe ich im Textfluß nicht, nur die 2 Sekunden, bei der ich die Maus drüber bewege, ehe ich klicke ...

Wie soll das bei einem WebLog funken?
`Mehr Infos gibt es unter:
ha te te pe doppelpunkt slash slash er o e el el dot net slash weblog slash archiv slash 2004 slash 0 8 slash 0 7 slash some unterstrich things unterstrich slash unterstrich havent unterstrich changed unterstrich audioblogging (mit 2 g in der Mitte) dot es ha te em el´

René Pönitz am 16.08.04 20:31 #
 

Zum Link-Problem: Kombination statt Substitution.

Für mich selbst sehe ich die Anwendung vor allem beim Einträgen wie diesem hier. Relativ "fertige" Gedanken in den Text, schwammigeres, umschärferes ins Audiofile. Es ist aber schwierig, ohne Zuhörer oder Publikum zu sprechen. Ich passe meinen Vortrag immer dem Zuhörer an. Wenn ich mit einer Wand oder einem Computermobitor rede, fühlt sich das sehr merkwürdig an. Es ist nicht das Problem "was sagen", sondern vielmehr das wie. Das erste Nachdenken kommt still im Kopf und nicht per Stimme (so wie bei Suw). Die Audioaufnahme ist also auf jeden Fall schon ein mindestens "halbfertiger" Gedanke. Und nun? Den "fertig" machen und aufschreiben? Oder fertig machen und "proklamieren"? Oder dann, obwohl er schon weiter durchdacht ist, noch im halbfertigen Zustand aufsprechen? Ich weiß es noch nicht. (Hey, dieser Kommentar wäre prima für einen Audioeintrag gewesen. :-))

Martin Röll am 16.08.04 21:46 #