9. Juli 2004

[ Blogosphere ]

Mehr Weblogs?

Ich (und Thomas Gigold) haben da eine dumme Frage: Auf der BlogTalk meinte Nico Lumma, dass wir mehr Weblogs bräuchten.

Warum?

Und nein, ich will jetzt nicht hören "weil dann die Weblog-Anbieter mehr Geld verdienen". Gibt es noch einen anderen Grund? Warum wird die Welt besser wenn wir mehr Weblogs haben? Erleuchtet mich. Ich verstehe es nicht. (OK, gelogen. Ich kann mir schon eine ganze Reihe Gründe vorstellen. Von denen ist auf der BlogTalk aber keiner genannt worden.)

In other news: Ich habe heute einer Geschäftspartnerin in Berlin ein Weblog aufgesetzt. Sie wird noch ein paar Tage damit experimentieren, es am Wochenende auf ihren eigenen Server übernehmen und dann nächste Woche damit live gehen. Eins mehr.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Martin will wissen, warum ich Mehr Weblogs? haben will. Und Thomas

Lummaland: Mehr Weblogs! (10.07.04 22:33)

Auch aus der Provinz schallt es eine Antwort auf die Frage, warum wir mehr Weblogs bräuchten, herauf. Interessanterweise fiel im Bezug auf Nico das Gleiche wie mir auf, der Nico scheint tatsächlich eine revolutionäre Ader zu haben.

Treehuggin' pussy: Wozu brauchen wir mehr Weblogs (11.07.04 17:27)

 

Wir brauchen mehr Menschen, die ihre Geschichte, ihre Erfahrungen, ihre Wissen, ihre Fehler, ihre Wünsche und ihre Gedanken mit der Welt teilen.

Heiko am 09.07.04 23:24 #
 

Und warum?

Martin Röll am 09.07.04 23:26 #
 

Warum braucht die Welt mehr Bücher?

Heiko am 09.07.04 23:39 #
 

Ich bin eigentlich mit der Situation nicht sooo unzufrieden. In .at kenne ich eigentlich nicht allzuviele Blogger, aber was solls? Ich fände es nicht schlimm, wenn mein Nachbar über "Porsche und Autoreinigung", mein Freund über "Counterstrike" und meine Mutter über "Mostviertler Rezepte" bloggen würde. Solange es nicht zu einem ewigen Wiederholen von Inhalten etc. kommt, sind neue Blogger willkommen. Aber das 100. Blog zum Thema XYZ wird sich 1. nicht durchsetzen und 2. ist es völlig unnötig, es gibt schon (bekannte) 99 andere. Ich habe gerade erst vor zehn Minuten ein neues Blog zum Thema "MacOS X und Java" (also vorallem Programmierung) aufgesetzt - weil ich meine Denkweisen und Informationen zu dem Thema weitergeben will und es noch nicht wirklich etwas in der Richtung gibt, zumindest ist es mir unbekannt. Meine Meinung, ich weiß ja nicht, wie ihr darüber denkt.

Philipp Naderer am 09.07.04 23:44 #
 

Heiko: Ich weiß nicht so genau. Erklär's mir.

(Wie ich oben schon schrieb: Ich kann mir eine Menge guter Gründe vorstellen. Ich finde es nur bemerkenswert, dass sich einer auf eine Konferenz stellt und die Forderung erhebt, ohne sie zu begründen.)

Martin Röll am 09.07.04 23:49 #
 

mehr weblogs bedeuten doch eindeutig mehr plaetze an denen man links und spam unterbringen kann. aber ob das gute gruende sind ;-)

Gerald am 10.07.04 00:10 #
 

kurz: ja. lang: chez moi

helge am 10.07.04 02:02 #
 

In Weblogs wird Wissen dokumentiert, der vielleicht anderweitig verlorengehen könnte, wie z.B. Rezepte.

Joern am 10.07.04 09:55 #
 

Ketzerisch gesagt sind vielleicht nicht zwingend mehr, sondern "bessere" weblogs gefragt. Ist denn die pure Masse gleichbeutend mit mehr Qualität..? Zumindest lässt sich daraus nicht automatisch ein Zusammenhang herstellen. Klar, mehr "Masse" bedeutet sicher auch mehr Vielfalt, mehr Ansichten, vielleicht auch mehr Diskussion... may be. Aber einen zwingenden Zusammenhang sehe ich da nicht...

Ebenso wie ich mich frage, ob wir wirklich mehr Bücher brauchen:-)) Gibt es denn nich heute schon mehr Bücher als Leben...??!

Ein schönes Wochenende und liebe Grüsse

kho am 10.07.04 11:35 #
 

Wir brauchen mehr Blogs (und Blogger) ... um eines der wichtigsten Versprechen des Internet einzulösen: damit das Internet nicht ein weiterer Top-Down-Kommunikationskanal wird sondern ein Medium, dass Allen, die etwas sagen wollen, eine Möglichkeit bietet, dass ohne große Hemmschwellen zu tun. Blogs bieten diese Möglichkeit des Personal Webpublishing. Sie sind vielleicht nicht das denkbar beste Werkzeug dafür aber bislang das einfachste (und damit Beste für die Mehrheit). Und die Qualität ist (mir) dabei grundsätzlich sch***egal. Wer will entscheiden, welche Latte Qualität mißt? Ich! OK, und ich lese die Weblogs, die meinen Ansprüchen genügen. Die anderen tun mir nicht weh.

Warum es gut ist, wenn viele Leute ohne Hemmschwellen „publizieren“ können? Viele Leute haben gute Ideen (noch mehr haben schlechte; was soll’s)! Blogs sind einfach sehr gut dafür, solche Leute unabhängig von räumlichen Beschränkungen zusammen zu bringen, zufällig, ad-hoc und ohne zentrale Organisation. Oft laufen sie auch im Web einfach aneinander vorbei. Manchmal finden sie sich aber auch und Neues entsteht! Kreativität findet selten im stillen Kämmerlein statt, sondern ist oft ein gruppendynamischer Prozess. Assoziativät ist der Schlüssel, neue Verknüpfungen abseits der üblichen Denkpfade entstehen. Und Anregungen kriege ich am besten von Anderen. Je mehr, desto besser. Aus welchen ich etwas mache, kann ich dann getrost meinem Denkwerkzeug überlassen. Das kann mein neuronales Netz klasse!

Nein, ich habe nicht einmal etwas gegen Linklisten-Produzierer. Die leisten (für mich) wertvolle Arbeit. Sie suchen und filtern und kommentieren! Und das immer noch besser als jede Software. Ich muss nur wissen oder ahnen, wie der Filter ungefähr eingestellt ist.

Markus Breuer am 10.07.04 13:55 #
 

Ah, danke! Deine Worte in den Gehörgängen der Plattformbreiber (und Blogswarehersteller und überhaupt aller, die über Weblogs reden).

Martin Röll am 10.07.04 14:07 #
 

Nehmen wir mal ketzerisch an, 97% aller Blogs wären langweiliges Dummgeschwätz und drei Prozent wären lesenswert. Wäre dem so, würde Klasse eben auch durch Masse entstehen. Bei einer Million deutchsprachiger Blogs hätte man dann immerhin 30.000 tolle Weblogs im Angebot. Momentan sind es (wohlwollend) vielleicht 300. Quantität zieht Qualität nach sich. Daher ist mehr auch besser.

Mario am 10.07.04 15:01 #
 

ich sehe das ähnlich wie mario: wenn mich nur ein sehr kleiner prozentsatz von weblogs interessiert, dann habe ich umso mehr interessante blogs zu lesen, je mehr blogs es allgemein gibt. ist also reiner egoismus und hört sich fast zu einfach an :)

Moe am 10.07.04 15:38 #
 

Ich kann nicht verstehen, weshalb man bisweilen von der Gefahr einer "Vermüllung" des Netzes spricht. Das Netz kann gar nicht im herkömmlichen Sinne vermüllen, weil ich das, was ich nicht wahrnehmen will, grundsätzlich nicht wahrnehmen muss. Dank Volltextsuche bin ich aber in der Lage, die eine wertvolle Information aus Strick-Blog Nr. 10000 bei Bedarf zu finden (und zu nutzen). Die Volltextsuche ist der wahre Breakthrough, so meine Theorie ...

Alexander am 12.07.04 00:47 #
 

Warum wir mehr Blogs brauchen?
Ganz einfach, damit mehr Leute die Chance bekommen ein Weblog zu schreiben. Denn es gibt genügend schlaue Seelen, die schreiben können oder wollen oder müssen.
Aber erst mit Blogs schaffen sich immer mehr Leute Gehör - weil es so einfach ist, damit zu schreiben. Wenn ich sehe, wieviele Leute hier in Deutschland angefangen haben öffentlich zu schreiben. Wieviele Journalisten - und das kann jetzt beliebig ersetzt werden - würden denn heute ein Weblog führen, wenn es nicht sooo einfach wäre damit anzufangen.
Und erst durch diese Möglichkeit, dass es so einfach ist, kann das Medium auch genutzt werden. Wo sonst besteht die Möglichkeit so einfach und schnell öffentlich zu reden, zu diskutieren und doch sein Stückchen (Blog)-Erde für sich in Anspruch zu nehmen und zu bestellen.
Bisher mussten solche Meinungsäusserungen auf Maillisten, auf Foren oder auf Papierveröffentlichungen beschränkt bleiben. Durch ein Blog aber besteht die Möglichkeit die Gedanken einer Person zu verfolgen und sogar zu kommentieren. Gut kommentieren ginge auch an anderer Stelle, aber durch das Konzept Blog entsteht eine Stelle im Web, die als persönliches Forum gelten kann.
Erst durch diese Möglichkeit werden sich mehr Menschen äussern (können) und dies auch tun. Erst wenn mehr Leute anfangen schreibend über sich und ihre Welt nachzudenken, werden sich neue Gemeinschaften (Networks) bilden können. Wenn ich denke wieviele Leute ich durch Weblogs kennengelernt habe, die ich wohl sonst nicht getroffen hätte, dann hat es sich schon gelohnt und warum sollen nicht mehr Leute diese Chance bekommen. Aber dazu müssen sich auch mehr Leute in Weblogs äussern und ihre Gedanken online bringen.

Siegfried am 12.07.04 21:45 #
 

Das ist genau das selbe Phänomen wie in der Board/Forenszene: Die Gemeinschaft spaltet sich in 2 Fraktionen: Einmal diejenigen die für Offenheit stehen, für Themenvielfalt und den eine Vielzahl verschiedender Meinungen wichtig ist & dann gibt es noch diejenigen die sich gerne in einer Art elitären Umfeld bewegen. Man will unter sich sein und wenn bald jeder sein eigenes Blog hat herrscht die Quantität vor.
Ich selbst stecke mich in die Kategorie der zuerst erwähnten. Ich brauche sehr lange um Blogs zu finden die mich wirklich begeistern, die ich gerne lese. Auch stöbere ich gerne in vielen verschiedenen Blogs. Momentan stößt man da recht schnell an die Grenzen.
Ich bin neu in diesme Metier und muss sagen es fällt schwer einen Zugang in diese Szene zu finden. Das bedauere ich denn nicht jeder hat meine Ausdauer und so wird es schnell wieder fallen gelassen. Habt ihr euch schon einmal durch verschiedene Blogverzeichnisse gewühlt? Ist euch dabei schon aufgefallen wieviel 404 darunter schon zu finden sind?
Es sind eine Menge.

Nun werde ich gespannt weiterbloggen, kommentieren und trackbacken um zu schauen ob sich da noch was regt.

Sjörn am 30.07.04 12:51 #
 

Wenn Du mich oder irgendeinen der hier schreibenden in die zweite Kategorie stecken willst kennst Du mich (oder eben sie) schlecht. Wer ist das, dem Du den Wunsch des sich einem einem "elitären Umfeld" Bewegens unterstellst? Hyperlinks und Namen bitte.

Martin Röll am 30.07.04 14:07 #
 

Nachtrag: Ich glaube, das Gegenteil ist der Fall. Viele Blogger die ich kennengelernt habe, und gerade auch die A-List Blogger, wünschen sich mehr Vielfalt und mehr Leute die bloggen. Eine Elite durch Zugangsbeschränkung (ha! was für eine Elite wäre _das_?) will da keiner.

Martin Röll am 30.07.04 14:14 #
 

Oh nein, so war das nicht im geringsten gemeint.
Ich habe hier überhaupt noch nicht so viel gelesen das ich mir ein Urteil bilden könnte.

Ein Mißverständnis.

Sjörn am 30.07.04 21:33 #