2. Juli 2004

[ Wissensmanagement ]

Nachfragegetriebenes KM revisited

Fast zwei Jahre ist es her, da lauschte ich in London ergriffen einem Vortrag von Richard Potter. Er sprach über ein "nachfragegetriebenes Wissensmanagementsystem": Ein System, in der User Anfragen stellten, die dann nach Inhalt gefiltert an einen Pool von Experten geleitet wurden. Die Experten blieben anonym und konnten von sich aus Kontakt mit dem Anfragenden aufnehmen - wenn sie wollten. Wenn nicht ignorierten sie einfach die Anfrage und wurden nicht weiter belästigt.

Damit hatte das System einen großen Vorteil gegenüber Yellow Pages: Wer sich zum Experten erklärte, wurde nicht gleich von überall her belästigt. Und einen prima Systemeffekt: Die Experten hatten einen guten Anreiz, ihr Profil exakt und auf aktuellem Stand zu haben (um den Filter entsprechend zu kalibrieren).

Im Grunde ist das ein Weblog-System, oder?

Ein Experte kann heute RSS-Feeds abonnieren und verfolgen (und ggf. filtern) und dann, wenn er meint etwas beitragen zu wollen, das tun. Wenn er nicht will tut er es nicht. Vielleicht lesen hier sieben Gurus mit, aber meine Fragen sind noch zu schlecht, um eine Antwort von ihnen zu verdienen. :-)

Ein wesentlicher Punkt von Weblognetzen ist, dass sie Denkprozesse, die vorher unsichtbar waren, sichtbar, auffindbar, durchsuchbar machen.

Vorher hat kaum jemand außer seinen engsten Kollegen gewusst, dass Müller sich für das Semantic Web interessiert. Jetzt findet man, wenn man das Intranet nach "SemWeb" durchsucht, ein paar seiner Weblog-Einträge. Einer davon ist richtig gut, zieht aber am Ende einen falschen Schluss. Der Organisations-SemWeb-Guru hat einen Kommentar mit ein paar Hinweisen hinterlassen.

Damit wäre diese Frage jetzt beantwortet.

Mehr dazu in meinem BlogTalk-Papier (das bestimmt rechtzeitig fertig wird. Bestimmt. Wirklich.).

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

In ihrem Weblogeintrag "Unexpected knowledge sharing: on recording and discoverability of knowledge traces" greift Lilia Efimova zwei Ideen zum besseren Wissensaustausch außerhalb definierter Prozesse auf: Die "Nachfrage" sichtbar zu machen...

Das E-Business Weblog: Spuren hinterlassen, gefunden werden (17.09.05 19:33)

 

Google Answers bekannt?

Philipp Kühn am 02.07.04 18:26 #
 

Ja. Und?

Martin Röll am 02.07.04 18:35 #
 

Als alternatives Konzept, aber es ist klar, dass das ein solch geschlossenes System nicht in deinem Sinne ist.

Philipp Kühn am 03.07.04 15:16 #