16. Juni 2004

[ Blogging , Innovation und Wandel , Internet ]

Die Stadt im Cyberspace

Ton Zijlstra entwickelt eine "Stadt "-Metapher für das Internet und weist auf ein wesentliches Problem des Netzes heute hin: Zu viele haben nur passiv rezipierend daran teil, zu wenige sind aktiv, erschaffend.

Not nearly enough of us yet are there to shape the net to our own insights, as something to be produced. How many private persons run their own servers from home, how many of us are publishing stuff regularly on the net, thus creating 'places' of their own in the city they are in? We do it in our towns, decorating the front door, tending the garden, (...)

Until the the net is a two-way thing for most of it's users, it will be like an empty city however (...) with no real inhabitants that both create and feel it's pulse. That is what the current state of the web is mostly like.


Weblogs sind spannend, weil sie das ändern. Mehr Leute haben einen "Platz" im Web. Und mehr als das: Die Techniken die Weblogs mit sich bringen, führen zu intensiverer Vernetzung, zu Feedback und damit zu Nähe zwischen den Netzbürgern - eine Grundvoraussetung für das Entstehen von Neuem.

Mehr zur Stadt-Metapher gibt es in den Folien von Ron Dvir. (Vorsicht, 1.7 MB und nur Bilder! Ich war bei seinem Vortrag in Lissabon, deshalb sagen mir die was - für jemanden, der nicht da war, sind sie möglicherweise nicht sehr nützlich.).

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Eine sehr interessante Interpretation. Solange im Internet nicht genug Leute aktiv teilnehmen, also Inhalte schaffen und bereitstellen, gleicht das Internet einer leeren Stadt. Weblogs sind eine Möglichkeit das zu ändern da sie intensive Vernetzung (vi...

codefreak.de: Das Internet ist eine leere Stadt (17.06.04 08:54)

 

Bei anderen Medien ist das Missverhältnis zwischen der Zahl von Produzenten und Konsumenten noch viel größer, etwa bei Radio, Film oder Fernsehen. Dort sind die Einstiegsbarrieren zum Publizieren natürlich viel höher als im Web. Aber auch hier benötigt man noch zu viele technische Kenntisse, als dass wirklich jeder Autor sein könnte. Abgesehen davon fühlt sich nicht jeder dazu berufen, Texte zu verfassen. Einen Platz zum Wohnen benötigt hingegen wohl fast jeder. Insoferne hinkt der Stadt-Vergleich ein wenig.

Wolfgang Sommergut am 17.06.04 17:23 #
 

Hi Wolfgang,

Natuerlich hinkt jede Metapher an irgendeine Stelle. Warum es mir hier geht ist das ich als knowledge worker eigentlich nur so richting in eine Stadt funktionieren kann, und dann frage ich mich was denn noch fehlt an unseren neuen Medien damit wir alles was man als knowledge worker von eine Stadt hat auch im Netz machen koennen. Wie Emergenz in eine Stadt aussieht ist dabei ein wichtiges Thema, da Emergenz m.E. eine grosse Rolle spielt bei Kreativitaet und Innovation, also in wissensintensiver Arbeit.

Mir geht es also nicht darum ob das Netz genau wie eine Stadt ist, aber ob das Netz genau die Aspekte in sich hat die eine Stadt zum Hub in Wissens- und Informationsstroemen macht, aus denen Innovation, Kreativitaet und Emergenz wachsen.

Ton Zijlstra am 17.06.04 19:43 #
 

Mich begeistert am meisten daran das es nun endlich eine echte Meinungsfreiheit gibt und man kann sich entwickeln.

Bin mir sicher das der eine oder andere als er sein Weblog gestartet hat ein Ziel hatte und heute weitab davon gelandet ist. Das ist äusserst positiv. Bei mir war es auch so.

Meinungsfreiheit und Entwicklung und eine gewisse Anonymität (gering und doch vorhanden).

David El Dib am 20.06.04 19:02 #