7. Juni 2004

[ Communities ]

Anonymität und Pseudonymität in Online-Communities

Martin Dugage verweist auf einen Artikel zu Konwledge Communities in Japan von Hideo Yamazak auf dem KnowledgeBoard. Darin wird festgestellt, dass in manchen Communities entgegen der Tradition von den Usern auch Nicknames verwendet werden. So können hierarchische Zwänge überwunden werden.

Martin schreibt:

Until I read this, I considered pseudonyms as a tool for the web-based hide-and-seek chat of teenagers, and irrelevant in a business setting where trust is essential. On second thought, this only holds in the world of business decisions, and not necessarily in the world of business advice. I usually can detect whether a new idea is relevant and worth applying to my current job, even if I know nothing about its origin.

Ähnlich geht es hier in den Kommentaren im Weblog: Oft gibt es anonyme Kommentare, die wertvoll sind. Als einzelne Kommentare und einzelne Ideen funktionieren sie. Um allerdings Vertrauen zu schaffen und eine Beziehung herzustellen, die weiter geht, muss eine vertrauenswürdige Identität vorhanden sein. Die kann auf einem Pseudonym basieren, leichter ist es aber, wenn sie auf einem echten Namen basiert. Der echte Name gibt mehr Kontext - das lässt einen eine Beziehung leichter bauen. Manchmal, wie hier in den japanischen Communities, steht dieser Kontext der Kommunikation im Weg - dann kann das Pseudonym weiter helfen.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Martin Roell verweist im E-Business Weblog auf einen interessanten Artikel bei Martin Dugage ueber Anonymitaet in Online Communities. Fazit?: Anonymitaet hat ihre Daseinsberechtigung und ist nicht nur etwas fuer Kids und Online-Chatter. Den "wahren" Au...

notizen aus der provinz: Anonymitaet und Authentifikation Online (08.06.04 13:24)

There are many many online communities, each one having different rules, regulations and favored bahaviors. Access to these communities is given via mail, web, newsgroups and other Internet based communication systems. Some have agreed to sign comments...

WWWorker - Sascha Carlin: Identification in Online Communities (31.10.04 21:53)

 

Hallo Martin,

ich sehe in diesem Punkt einen Vorteil von "geschlossenen" Systemen wie zum Beispiel openBC: Auf der Kontaktseite von jedem Teilnehmer kann ich mich ausführlich über die Person informieren und erfahren, mit wem ich es zu tun habe. Natürlich geht das in der Blogosphäre auch (oder noch besser) - allerdings nur dann, wenn der Teilnehmer eine eigene Website oder noch besser ein Weblog hat, was nicht zuletzt aufgrund der technischen Hürden (zumindest für Laien) nicht so schnell der Fall sein wird. Hinzu kommt das viel diskutierte Problem mit der Kommentar-Authentifizierung.

Ich habe auch den Eindruck, dass ein geschlossenes System teilweise das Diskussionsniveau heben kann: Störende und spammende Teilnehmer können einfacher ausgeschlossen werden und anonyme Postings sind gar nicht erst möglich. Auf der anderen Seite gibt es natürlich einige Nachteile...

Schöne Grüße

Nico

Nico Zorn am 07.06.04 11:00 #
 

Du sprichst von dem Effekt, der dadurch entsteht, dass jeder Diskusionsteilnehmer zwingend eine Profil-Seite hat, oder? Denn "geschlossen" ist das System auf Open(sic!)BC ja nicht.

Es ist eine Frage der Zielstellung: Hideo und Martin zeigen ja deutlich, dass Anonymität/Pseudonymität hilfreich und wichtig sein kann. (Aus gutem Grund kann auch hier quasi-anonym/pseudonym kommentiert werden.)

Martin Röll am 07.06.04 11:42 #
 

Hallo Martin,

> Du sprichst von dem Effekt, der dadurch
> entsteht, dass jeder Diskusionsteilnehmer
> zwingend eine Profil-Seite hat, oder?
> Denn "geschlossen" ist das System auf
> Open(sic!)BC ja nicht.

ja, diesen Effekt meine ich. Mit "geschlossen" meine ich die zwingende Registrierung um z.B. an den Foren auf der Plattform teilnehmen zu können. Aber Du hast sicherlich recht, es ist natürlich eine Frage der Zielsetzung...

Grüße

Nico

P.S.: Melde mich heute Abend wegen Bielefeld...

Nico Zorn am 07.06.04 12:13 #
 

hmmmm... ich denke gerade drüber nach, ob OpenBC nun offen oder geschlossen ist.. ich würde es eher als geschlossen bezeichnen, weil
- es einen thematisch-funktionalen Fokus hat (business-kontakte)
- es eine registrierung verlangt
- es die fülle seiner funktionen nur dem "premium member" zur verfügung stellt

Jan am 07.06.04 15:50 #
 

Selbst die drei Kriterien machen es nicht zu einem geschlossen System: Jeder kann teilnehmen.

Martin Röll am 08.06.04 01:53 #
 

@martin: Gut, wir kommen zu einem etwas anderen/erweiterten Verständnis von "Offenheit" (im Sinne einer Dimension, die verschiedene Variablen umfasst).. :)

1) Thematisch offen vs. thematisch geschlossen/fixiert
2) Offenheit der Teilnahme für jeden ("inklusiv") vs. Geschlossenheit/Exklusivität für bestimmte Personengruppen
3) Offenheit des gesamten Angebots vs. Geschlossenheit im Sinne von Kostenpflichtigkeit einiger Bereiche
4) Offen für Inhalte der Nutzer (Kommentare, Dateien, ...) vs. Einschränkung der "Schreibrechte"
5) Offener vs. proprietärer Code

...?

OpenBC wäre dann offen im Hinblick auf 2), geschlossen in Hinblick auf 3) und 5), und teils-teils bei 1) und 4), oder?

Jan am 08.06.04 19:21 #
 

Ja. (Wobei 3 auch "teils/teils" sein sollte: Auch für Nicht-Mitglieder gibt es Leserechte.) Aber wozu dient diese Unterscheidung? (Ich verliere gerade den Bezug zum Thema.)

Martin Röll am 09.06.04 14:56 #
 

"lost in communication".. :)

das waren gedanken, die ich mir zufälligerweise gerade zu openBC und anderen angeboten gemacht hatte, und weil nico openBC erwähnt hatte... ist aber ein eigenes Thema für sich, stimmt.

Jan am 09.06.04 18:33 #