13. Mai 2004

[ Innovation und Wandel , Lernen ]

Blog or be blogged

Peter Baumgartner schreibt über Gründe, warum Universitäten sich so schwer tun, Weblogs einzuführen (via Thomas Burg und Oliver Wrede).

From my personal point of view a fundamentally wrong conception of education is the main reason for the absence of weblogs in education.

Under the still common assumption knowledge should be transferred by teachers/professors to students. It is a one-way-street endeavour.


Konstruktivistische Lernansätze sich noch nicht sehr verbreitet an unseren Universitäten.

Peter Baumgartner meint:

If weblogs are used in education on a large scale, they won't be just an add-on but they will change radically our way of teaching.

Ich würde das umdrehen: "If Weblogs are used by learners on a large scale, they will change radically our way of learning (and teaching)".

Die Universitäten haben keine Wahl: Wenn Lernende von sich aus zu Weblogs greifen und sich in gewisser Weise vom "Lehrstoffvermittlungsmodell" abkoppeln um selbstständig zu lernen, werden sich die Lehrenden anpassen und solche neuen Lernprozesse unterstützen müssen - oder relativ überflüssig werden. Das wird vor allem in Aufbaustudiengängen, MBA-Programmen und anderen Kursen, die Teilnehmer voll freiwillig und mit hoher intrinsischer Motivation besuchen der Fall sein. Oder?

Ich freue mich auf die Diskussionen auf dem nächsten BlogWalk.

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Stefan "Moe" Mosel schreibt im BildungsBlog über Weblogs im Bildungsbereich und stellt fest, dass Weblogs per se gar nichts nutzen. Wo es aber konstruktivistische Ansätze gibt, "könnten Weblogs durchaus der...

Das E-Business Weblog: Weblogs sind an sich nicht nützlich (16.05.04 12:23)

 

Du triffst denn Nagel auf den Kopf Martin. Wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann ist Bloggen eine ideale Methode Neues zu lernenund zu festigen. Man verbindet hier nämlich mehrere Dinge im Vergleich zum herkömmlichen Lernen. Schreiben, lesen, denken und das alles simultan. Das festigt mehr als jede Vorlesung. Der Austausch mit Gleichgesinnten (Kommentarfunktion) steuert sein übriges dazu bei.

Ideal wäre natürlich bloggen während der Vorlesung. Am Ende sieht der Dozent wie verschieden der Stoff von den Studenten rezipiert wurde und kann gegebenfalls nachsteuern.

Marius am 13.05.04 23:29 #
 

If Weblogs are used by learners on a large scale...

Da würde ich ja gerne zustimmen. Ich stelle aber fest, dass der institutionelle Rahmen eines Curricukums Lernende mit einer Reihe von Pflichten und Erwartungen belegt, die zu defensiven Strategien führen müssen. Und Weblogs gehören offenbar nicht in das Repertoire der defensiven Strategien.

Deiner Logik folgend könnte man eben auch sagen: Wenn Studierende ihre Professionen ausserhalb der Uni lernen, dann wird das die Universitäten verändern (weil keine Studenten mehr da sind).

Wir kommen also nicht umhin den formalen Rahmen von Lehre zu adressieren in der Diskussion.

Oliver Wrede am 14.05.04 16:41 #
 

Da hast Du recht... ich war etwas schnell unterwegs in der Argumentation. :) (Das lag daran, dass ich den ganzen Tag damit verbracht hatte, ein Paper zum explorativen Lernen zu schreiben... da verliert man ein wenig den Touch zur Welt der Curricula... ;-))

Martin Röll am 14.05.04 16:52 #
 

Wir kommen also nicht umhin den formalen Rahmen von Lehre zu adressieren in der Diskussion

Es ist noch nicht so lange her das hier in den Niederlanden zum Beispiel ein Universitätsstudium nur ein Kurrikulum hatte das das Endnivo eines Studenten beschrieb. Wie mann zu diesem Nivo gelangte war unwichtig, Vorlesungen, Selbststudium etc. Man musste nur das Examen schaffen. Jetzt werden Uni-Kurrikula aufgestellt als ob es eine Schule betrifft. Pflicht-anwesentheit, etc. etc. Dabei ist das Nivo der Studien gesunken, weil die Uni's mittlerweile auch bezahlt werden nach abgelieferte Diplomierten. Studierbarkeit ist dabei wichtiger geworden als Studieninhalt.

Ton Zijlstra am 15.05.04 11:25 #
 

Wie mann zu diesem Nivo gelangte war unwichtig, Vorlesungen, Selbststudium etc. Man musste nur das Examen schaffen.

Dem stimme ich zu, sofern zugleich diese Dinge von der Hochschule angeboten werden:

a) eine Beratung, die effiziente Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung aufzeigt

b) eine klar auf den Studienalltag beziehbare Liste von Qualitätskriterien, die sich nicht nur auf formale und personenneutrale Aspekte beschränkt

c) ein offene Diskussion über die Maßstäbe im Bezug auf diese Kriterien

Da dies in wenigen Fällen der Fall ist, sind Studierende mit einer nicht ergründbaren Erwartungsstruktur konfrontiert. Stattdessen herrscht ein ziemliches Durcheinander über Leistungsbemessungsformen und Ausbildungsziele. Die hochschulpolitischen Ambitionen (z.B. Bologna-Prozess) sind hier nicht zielführend, weil sie Strukturfragen an die Stelle der Inhaltsdiskussionen rücken läßt.

Oliver Wrede am 17.05.04 16:48 #