29. März 2004

[ Business Weblogs ]

Thomas Burg über Weblogs im Intranet

Thomas N. Burg identifiziert in seinem Aufsatz Networking - webconsulting revisited (dessen Titel ich nicht richtig verstehe) Ansatzpunkte für Weblogs im Wissensmanagement. Er wirft mit einer Fülle von Buzzwords und Anglizismen herum, was mir dieses Mal richtig gut gefällt, weil es mir wieder klar macht, dass ich mich, wenn meine Papiere nicht nur von humanistischen Wissenschaftlern, sondern auch von Managern gelesen werden sollen, auch gelegentlich wieder sprachlich in diese Richtung entwickeln muss und weil es aufzeigt, dass wir nicht nur in luftleerem Raum Utopien entwickeln, sondern sehr nah an aktuellen betriebswirtschaftlichen Themen sind.

Ich schreibe mal ein paar Dinge heraus:

  • Weblogs führen zur Kontextualisierung von Informations- und Wissenseinheiten.
  • Weblogs bringen persönliches und organisationales Wissen zusammen (was eh im Kern das gleiche ist).
  • In Weblogs niedergeschriebene Erfahrungen sind von anderen nachvollziehbar.
  • Weblogs im Intranet fördern Konversation.
  • Die Gespräche erhöhen die "Business Intelligence", weil Informationen schneller und effektiver fließen. (Letzteres schreibt Thomas so nicht. Das sage ich.)
  • Die entstehenden Archive sind wertvoll, weil sie zum Teil Wissen und Erfahrung entpersonalisieren, was hilft, wenn Mitarbeiter die Organisation verlassen. (Das gefällt mir noch nicht so richtig.) (Phil Wolff würde jetzt noch "Business Continuity" sagen. ;-))
  • Persönliche Weblogs können eine Lern- und Entwicklungsumgebung für die Mitarbeiter sein. (Das dürfte den Personalentwicklern, Coaches etc gefallen. "Personal Growth" ist das Buzzword.)
Zustimmung? Ablehnung? Ergänzungen?
Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.  

das klingt nach guten ansätzen.
mir schweben auf einmal weblogs für abteilungen vor: devo01 weblog, dev02 weblog etc.tt.

amano.ncr am 30.03.04 10:21 #
 

[These 1] BUZZ-Words ziehen mehr Manager an?
D'accors soweit es Suchmaschinenoptimierung anbelangt. Aber als Basis für Kompetenz und Glaubwürdigkeit habe ich meine Zweifel, insbesondere vor dem Hintergrund des Vorposts KM-Jargon

[These 2] Verstänlichkeit und Interaktivität

# In Weblogs niedergeschriebene Erfahrungen sind von anderen nachvollziehbar.
# Weblogs im Intranet fördern Konversation.

A) Siehe KM-Jargon und den Wandel der Begriffe
B) Bezüge in Weblogs sind nicht selten Rudimetär
C) Je vertrauter die Gruppe umso kryptischer die Bezüge
D) Interdependenzen heben sich in Weblogs nicht von allein auf.
E) Das 'Mit _Dem_ Rede ich aber nicht' setzt sich in Weblogs fort.
F) Die Angst sich als inkompetent zu outen, kann auch ein Weblog nicht kurieren.

Also dürften diese beiden Punkte nicht notwendiger Weise ein Problem sein, das sich über Weblogs lösen laßt, sondern wohl eher durch den Moderations- und Führungsstil sowie der daraus resultierenden Kultur im Unternehmen.

Silke Schümann am 30.03.04 16:17 #
 

Hallo Martin,
irgendwie ist dein RDF-Feed aus meinem Reader verbannt gewesen, daher komme (buchstäblich) ich erst jetzt zum Lesen.

Ich werde, wenn alles klappt, die Probe aufs Exempel machen und eine mittelgroße kollaborative Wissensmanagement-Lösung auf Blog-Basis umsetzen können.
D.h. auch das ich mit der Wirklichkeit (der Mensch ist ein zoon politikon) der Knowledge Worker zu tun haben werde; mir ist wichtig das die Software beim Prozess hilft - vielleicht ein wenig so, wie es Clay Shirky mit Situated Software meint.

Der kritische Punkt im Rahmen des Projektes (Disclosure so bald es durch ist) ist das Motiv, die Motivation, das Einende der Beteiligten - am besten wäre ein äußerer Feind ;-)

Thomas N. Burg am 01.04.04 00:32 #