24. März 2004

[ Kommunikation ]

Wie man Fragen stellen sollte

Eigentlich: "Wie man Fragen an Experten stellen sollte", aber ich wollte die URL nicht so lang werden lassen...

Bruce Karney hat 10 Regeln vorgeschlagen, die man beherzigen sollte, wenn man andere (Experten) darum bittet, ihr Wissen weiter zu geben. Ich kürze zwei weg und übersetze den Rest:


10 (8) Regeln, andere um Wissen zu bitten von Bruce Karney

2. Identifiziere Dich mit Namen und Rolle

3. Spezifiziere das Problem klar und deutlich

4. Erkläre, warum Dir das Problem (die Problemlösung) wichtig ist

5. Erkläre genau, welche Art von Hilfe Du haben willst

6. Wenn Du unter Zeitdruck stehst, nenne Deine Deadline

7. Sag was Du weißt, woher Du es weißt und was Du nicht weißt.

8. Frage danach, wen Du sonst noch fragen könntest und was Du sonst noch tun könntest.

9. Sage was Du tun wirst um das was Du gelernt hast weiterzugeben.

Nummer 1 habe ich weggelassen, weil es E-Mail-spezifisch ist. Nummer 10 weil ich davon ausgehe, dass Experten selbst wissen, was Sie davon haben und den "Marketingpitch" nicht nötig haben.

Der Kern des ganzen ist Kontext: (Komplizierte) Fragen lassen sich nicht "einfach so" beantworten. Um weiterzuhelfen braucht man mehr Informationen, über das Problem, über den Rahmen des Problems und über den Rahmen der Problemlösung.

Diesen Weblogeintrag werde ich wohl künftig verwenden, um Anfragende nicht mehr auf das undiplomatischere How to ask questions the smart way von Eric S. Raymond hinzuweisen...

Fehlt noch was? Ist etwas unnötig?

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

"Wie man Fragen an Experten stellen sollte" - unter diesem Titel gibt es einen Beitrag bei Martin Röll. Nehmen wir doch an, dass nicht folgende Ausgangssituation herrscht: Wenn Sie selber zu weich sind und dabei noch reich sind, ja, dann br...

KMU-Blog: Der kluge Fachmann fragt (25.03.04 18:02)

Martin Roell schreibt wie man Fragen richtig formuliert. 2. Identifiziere Dich mit Namen und Rolle 3. Spezifiziere das Problem klar und deutlich 4. Erkläre, warum Dir das Problem (die Problemlösung) wichtig ist 5. Erkläre genau, welche A...

Meen Blog: Wie frage ich richtig (25.03.04 21:02)

 

Könnte man diesen Fragenanforderungskatalog nicht als Download anbieten? Oder als Online-Formular? Das würde die Kommunikation mit Experten sicherlich erleichtern.

Meine Nummer 1: Immer ein Lächeln in der Stimme haben.

Heiko am 25.03.04 09:18 #
 

Point taken. :-) Ich meine auch nicht, dass sich jemand, der eine simple Frage hat, sklavisch an ein Schema halten sollte. Aber wenn ich einfach mal meine Mailbox durchschaue, sehe ich eine Menge Anfragen, die sehr viel besser sein könnten, wenn der Anfragende Punkte wie oben im Kopf gehabt hätte.

Martin Roell am 25.03.04 09:32 #
 

Den Text How To Ask Questions The Smart Way von Eric S. Raymond kennst Du? Oder auf deutsch: Wie man Fragen richtig stellt.

[PGP]

Christoph Rummel am 25.03.04 09:34 #
 

Argh, ich habe Deinen Artikel nicht bis ganz unten gelesen - Asche auf mein Haupt! Peinlich, peinlich...

[PGP]

Christoph Rummel am 25.03.04 09:48 #
 

Also - hmm - ganz ehrlich?
Ich bin ja der Meinung, dass einem als Experte auch kein Stein aus der Krone fällt, mit kluger Fragetechnik gemeinsam mit dem Anfrager auf den Kern des Problemes zu kommen...

Lisa Neun am 25.03.04 10:21 #
 

Ich sehe den Katalog vor allem bei Fragen per E-Mail von Unbekannten, also in Situationen, in denen der Experte relativ "ökonomisch" reagieren muss und (zunächst) keine Zeit für Rückfragen ist. Wenn das Problem ausreichend spezifiziert ist kann der Experte ja immer noch den Diskurs eröffnen. Aber um das entscheide zu können, braucht er erstmal den Kontext.

Martin Roell am 25.03.04 10:37 #
 

vielleicht sollte noch eine "Regel" bzw. ein Hinweis rein, dass man bei fremden Experten nicht unbedingt mit einer umfassenden Antwort rechnen kann (leider kommt manchmal gar keine Antwort..)?

"Erwarte nicht, dass Dein Gesprächspartner das Problem für Dich löst.", oder irgendsoetwas?

Wir haben ja vor einigen Wochen über dieses Thema in Zusammenhang mit studentischen Anfragen schon diskutiert, da tauchte der Gedanke schon mal auf.

Jan am 25.03.04 14:31 #
 

Kennste das da?

Ist zwar auch leicht satirisch, hilft aber.

Background: Mich nervten Fragen, die ich binnen 3 Minuten mit Google benatwortet hatte.

Oliver Gassner am 25.03.04 14:44 #
 

gibt es etwa schon anfragen von FH-studenten die dein Wissen aufsaugen wollen ?
begrüsst u verabschiedet man sich hier in den kommentaren gar nicht ?

Oliver Huber am 25.03.04 17:01 #
 

Begrüßen und verabschieden ... also der Name mit Link ist Abschied genug. Um wirklich angemessen zu begrüßen müsste dies wiew folgt lauten:

Herzlich willkommen liebe Kommentarleseschaft über Googel, Links unbekannter Weise, Trackbacks wie z.B. die Leserschaft des KMUs und des Meenblogs, ich begrüße ferner die anwesende Runde, Herrn Röll, Herrn Hebig, Herrn Rummel, Frau Neun, Jan, Herrn Gassner und Herrn Huber, und alle, die da noch kommen ...

und das nun für jeden der dazustößt. Ein einfaches Hallo ist so höflich oder unhöflich wie kein Hallo ...

Ich finde keine Begrüßung durch aus sympathisch, das heißt nicht, dass ich weniger Respekt habe oder meine Worte als hingerotztes Frotzeln begriffen wissen wollte. So mancher der hier kommentiert kämpft sich mit der Tastatur noch ziemlich einen ab. Diese Gruppe ist sicherlich auch dankbar um jedes Wort, das nicht geschrieben werden muss, um die Konvention des Blogs zu erfüllen.

Silke Schümann am 26.03.04 00:38 #
 

Silke hat's im Grunde schon gesagt: Ein "Hallo Welt" vor jedem Kommentar ist nicht nötig. Wer trotzdem "Hallo" sagen will, darf das natürlich trotzdem tun. (Ein "Hallo Martin" ist manchmal ambivalent - die Diskussion hier ist eine, an der alle mitmachen können, sie sollte normalerweise nicht nur zwischen dem Kommentierenden und mir laufen.) "Verabschieden" ist auch nicht nötig - der Name steht ja drunter und die Diskussion läuft ja auch weiter.

(Von den FH-Studenten kamen bisher nur nette Sachen. Auf die ist der Eintrag auch nicht bezogen - der kam ohne speziellen Anlass.)

Martin Roell am 27.03.04 19:21 #
 

Diese Zusammenstellung finde ich genial. Den Kollegen, die grundsätzlich Probleme haben Antworten von Experten zu erhalten, habe ich immer wieder empfohlen ausführliche Informationen zu liefern, anstatt nur zu schreiben "We need XYZ for ABC-Production-Site"

Ich denke ich werde diese Liste in einer meiner nächsten Projektteam-Besprechungen so ähnlich verwenden.

An Lisa Neun: Die Zacken, die den Experten aus der Krone fallen, interessieren mich wenig. Mir ist wichtig, daß ich nicht teure Expertenzeit für Frage-Antwort-Spielchen verschwende, wenn meine Mitarbeiter 90% der benötigten Infos im Kopf parat haben. Und mal ehrlich: wer geht nicht lieber klar definierte Aufgaben an, und läßt die etwas unklaren eher noch liegen?

Besonders wichtig finde ich das Nennen der Deadline, wenn es eine gibt. Ich dachte damit hätten vor allem die Franzosen Schwierigkeiten. (unhöflich, aufdringlich, herrisch) Daher hat es mich sehr gewundert auch diesen Aspekt in der Liste zu finden.

Julia am 04.04.04 00:01 #