2. März 2004

[ Wireless and Mobile ]

GRPS-Roaming funktioniert... nicht.

Joi Ito ist ein wenig in der Welt herumgefahren und hat dabei GPRS-Roaming benutzt:

Land in a random city, flip open my PowerBook, click, "connect" and I was immediately online via bluetooth, gprs and my T-Mobile roaming. Internet everywhere. It was sooo cool... until I got my bill.
3500 US-Dollar in einem Monat. Nett.

Die Mobilfunkanbieter kriegen ihre Geschäftsmodelle für mobilen Datenfunk nicht auf die Reihe. WiFi ignorieren sie oder dilettieren fröhlich vor sich hin. Das wird tödlich, denn offene WLANs werden weiter aus dem Boden sprießen (weil es Sinn macht) und dann können sogar Leute wie Joi Ito fröhlich wardriven gehen und weitgehend auf GPRS und UMTS verzichten.

Related Links:

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Volker Weber schreibt einen Brief an T-Mobile und erklärt, warum er den GPRS-Dienst garantiert nie nutzen wird. Er ist sehr, sehr lesenswert....

Das E-Business Weblog: Liebe T-Mobile... (17.05.04 17:06)

 

Aus Anbietersicht sieht das alles gleich ganz anders aus. Seit man gelernt hat, daß man ein Abfallprodukt der GSM-Netztechnik, bei dem pro (ursprünglich) Fernwart- oder Fernkonfigurations-Nachricht 140 Bytes Nutzlast übertragen werden können, am Besten in Millionen-Stückzahlen zu 19 Cent das Stück verkaufen kann, ist man, was Preissenkungen angeht, etwas konservativer geworden. Das "Even better Cashcow"-Modell übetragt maximal 100 kB, kostet beispielsweise knapp einen Euro und läuft nach Startschwierigkeiten so gut, daß es nach Stückzahlen gerechnet bereits bei 50% der SMS-Menge angekommen ist.

In England zahlte ich vor einer Weile für ein gutes Dutzend per O2 GPRS Roaming via Notebook empfangener und gesendeter Emails knapp 10 Euro. Die Mails waren wichtig, Zeit war knapp, also war das Geld gut investiert - extra dafür nach Anbietern Ausschau halten und eine Prepaid-Karte zu kaufen wäre den Aufwand nicht Wert gewesen. Für längere Anwendungen kann man es halt vergessen. Auch ohne Roaming. Aber als Netzmensch jetzt gleich den Abgesang auf die großen Telcos zu starten, ist vielleicht etwas früh. Der Teufel scheißt auch hier auf den größten Haufen (vor allem die Jungs mit dem einen Buchstaben haben da gewisse Vorteile), und man sollte halt nicht die Wirkung einer großen lösungs- und nicht technik-interessierten Kundschaft und eines gesunden Investitionsvolumens unterschätzen. Warum die Preise senken? Das kann man immernoch. Erstmal in Ruhe melken.

Haiko am 02.03.04 13:49 #
 

Wenn das keine Internetsucht ist, was dann? Für 3500 Dollar muss ich mehr als 3 Monate arbeiten (1/2 x BAT II A).

kris am 03.03.04 23:44 #