29. Januar 2004

[ Kommunikation ]

Über Kritisierende und Rezipienten

Claudia Klinger hat zum Jahresende über das Schreiben und dem Umgang mit Kritik reflektiert.

Zwei kurze Zitate daraus:

Wenn ich mir so manche "Kritik" angucke, die mir gelegentlich ins Forum gerotzt wird, frag ich mich immer: Warum muss der das schreiben? Wozu der Aufwand?

Wenn ich etwas blöde, voll daneben, ganz falsch oder schlicht mies finde, mach' ich es wie die meisten: Klick und weg! Jede Einlassung, jede Resonanz ist Zuwendung, kostet Zeit und Aufmerksamkeit, auch die schlimmste Beschimpfung. Und ich wende mich nur dem zu, der mir etwas bedeutet, dessen Denken, Fühlen, Handeln mir also nicht egal ist. Zumindest gilt das in den Räumen der Freiheit.
Das würde ich auch gerne mal verstehen. Wer irgendwelche Antworten hat - ich bin ganz Ohr.

Ein Stück weiter unten:

Zu was etwa das nun Veröffentlichte von den Einzelnen gebraucht wird, ist ihr Ding, nicht meins. Selbst wenn ich wollte, könnte ich das nicht beeinflussen. Wie man einen Text versteht, ist nicht von daher bestimmt, wer die Autorin ist und was sie gemeint hat, sondern weitestgehend davon, wer und was man selber gerade ist (...). Ich lese sämtliche Reaktionen zuvorderst als Botschaft über den Verfasser, lese sie interessiert und bin manchmal fasziniert von der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Reaktionen. Dem einen ist "mehr als ein sonntäglicher Kirchgang", was dem anderen "überflüssig" oder gar bekämpfenswert erscheint.

Claudia Klinger meint: "Vergesst die Liebe nicht!" Vielleicht sollte ich das bei mir übers Kommentarfeld schreiben.

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Ein schönes Zitat das dazu passt:

Der Jammer mit den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen.
Mark Twain

Ausserdem sollte man nicht immer alles so ernst nehmen.

Dominik Meyer am 30.01.04 11:03 #
 

Naja, es sind nicht gerade die "Weltverbesserer", um die es ging. Gerade um die ging es nicht.

Martin Röll am 30.01.04 11:16 #
 

Warum fragst du nicht, wenn du etwas nicht verstehst und es dich interessiert? Ehrfurcht vor dem Alter? Lach.... :-))))

Auf mein Statement:

"Und ich wende mich nur dem zu, der mir etwas bedeutet, dessen Denken, Fühlen, Handeln mir also nicht egal ist. Zumindest gilt das in den Räumen der Freiheit."

schriebst du:

"Das würde ich auch gerne mal verstehen. Wer irgendwelche Antworten hat - ich bin ganz Ohr. "

Na, wenn mich z.B. in einem Büro, wo ich angestellt wäre, ein Kollege oder der Chef mobbt, dann muss ich mich schon damit befassen! Wie auch überall sonst, wo BINDUNG existiert, die nicht ohne weiteres lösbar ist.

Claudia Klinger am 31.01.04 21:53 #
 

Ah, ein Missverständnis. :-) _Das_ hatte ich schon verstanden. Was ich hingegen nicht verstehe ist, warum Leute, die etwas blöd oder belanglos finden, so viel Energie und Zuwendung darauf verwenden, es zu "kritisieren".

Martin Röll am 01.02.04 01:49 #