21. Januar 2004

[ Trends ]

Stephen Downes' Prognosen für 2004

Endlich einmal eine Sammlung von Technologieprognosen für das Jahr 2004, die es sich wirklich zu lesen lohnt. Stephen Downes ist Senior Researcher beim National Research Council in Kanada.

Vor allem der Abschnitt A Population in Search of a Community ist längeres Nachdenken wert. Stephen merkt darin an, dass in den letzten Jahre Communities abgestorben sind und fragt sich, wo die Leute hin sind. Er wundert sich, dass darüber kaum geschrieben wird.

Historically, the most popular applications have always been those where people could share their thoughts in groups. Usenet dominated the early days of the Net, email and mailing lists the 1990s, Web-based discussion boards the last decade. Because community forums have been so corrupted by commercial content, people have found themselves cut off from their communities.

This phenomenon has emerged largely unremarked (I haven't seen a reference anywhere). But I have a sense that people, if they think about it, will discover that they haven't been reading their email so diligently nor visiting the online discussions so frequently. I have sensed a drop in the number and frequency of posts in the lists that I monitor. So where are these people going?


Dieses Muster ist mir in vielen Diskussionen über die letzten Monate auch aufgefallen. Eine Antwort, die auch Stephen gibt, ist: Die Leute bloggen. Aber bloggen ist vielleicht eine einsamere Angelegenheit als die Communities, in denen wir uns vorher bewegt haben. Also wird es eine weitere Bewegung geben. Wohin?

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Also wird es eine weitere Bewegung geben. Wohin?

Gute Frage.
Wir brauchen etwas, das eine sehr große und prinzipiell offene Gruppe erlaubt, die aber trotzdem durch einen sicheren (wenn auch weichen) Filter nach außen abgetrennt ist.
Früher war dieser Filter das technische Wissen über Computer, ohne dass man gar nicht erst an der Diskussion teilnehmen konnte. Jetzt können auch dumme User und dumme Spammer teilnehmen - und verderben dadurch natürlich alles.

Verstärkend für den vielen Spam ist außerdem, dass die Zielgruppe inzwischen groß und vielfältig (=teilweise dumm) genug ist um sehr interessant zu sein. Wer will ein paar Geeks bewerben, die nicht einmal auf Kettenbriefe hereinfallen?

Auch Blogs können automatisiert mit Werbung beworfen werden, sehr viele Spammer werden bald schlau genug dafür sein.

Ich sehe nicht, wie das Problem technisch lösbar ist. Zum Glück bin ich kein Techniker, so habe ich noch Hoffnung. ;-)
Eine Möglichkeit wäre, den Zugang zur Diskussion prinzipiell allen zu ermöglichen, aber ihn trotzdem mit nicht automatisierbarem Aufwand zu belegen. Leider macht es dann auch für die "Guten" nicht mehr so viel Spaß...

Grüße, Magdalena

Magdalena am 21.01.04 17:29 #