13. Januar 2004

[ Rechtliches ]

Gesetze sind für das Volk da

Aaron Swartz in einem Artikel über Musikdownloads für die NY Times (Übersetzung von mir):

"Downloaden mag illegal sein. Aber 60 Millionen Leute haben Napster benutzt und nur 50 Millionen für Bush oder Gore abgestimmt. Wir leben in einer Demokratie. Wenn die Leute Dateien tauschen wollen sollte das Recht geändert werden, dass sie es dürfen."

Meine Rede. Die Argumentationen der Musikindustrie, dass Filesharing illegal sei, gehen komplett an der Sache vorbei: Die Leute wollen Dateien tauschen und deshalb wird es früher oder später auch erlaubt sein.

Via Ulrich van Stipriaan.

[Nachtrag] Einen interessanten Kommentar gibt es bei Sascha Kremer (via swr)

Trackbacks sind Links von anderen Weblogs auf diesen Eintrag.

Was für ein Zitat: "...Downloaden mag illegal sein. Aber 60 Millionen Leute haben Napster benutzt und nur 50 Millionen für Bush oder Gore abgestimmt. Wir leben in einer Demokratie. Wenn die Leute Dateien tauschen wollen sollte das Recht geändert werden...

netmeier.de: eMule / Napster und Co. (13.01.04 23:40)

 

Auch wenn das prinzipiell meiner Meinung entspricht, Nutzer nicht zu kriminalisieren, finde ich das Zitat etwas gewagt. 60 Millionen Leute würden auch gerne nicht für eine Wohnung oder essen bezahlen müssen, aber das wird man auch nicht ändern können. ;)

Aber da Herr Swartz ja auch von der Finanzierung über Traffickosten spricht, lasse ich das mal durchgehen und werfe ihm kein Wunschdenken vor.

Auf jeden Fall wird es spannend werden, wie die Lösung letztlich ausfällt. Denn entweder werden wir ins Analoge Zeitalter zurückgeworfen, oder die Plattenindustrie muss tatsächlich einlenken und Downloader wieder liebhaben.

Garvin Hicking am 13.01.04 23:49 #
 

Ein wenig Kontext:
Upfront ist ein Nachrichtenmagazin für Teenager, herausgegeben von den NY Times.
Aaron Swartz ist ein Teenager.
Seine Meinung ist dadurch weder richtig noch falsch, aber es sollte nicht unerwähnt bleiben.

Heiko Hebig am 14.01.04 10:37 #
 

Oh, mein Fehler! Ich hatte "Upfront" komplett überlesen und gedacht, der Artikel wäre für die "große" NY Times bestimmt gewesen. Danke!

Martin Röll am 14.01.04 10:56 #
 

Es mag ja sein, daß Aaron Swartz Teenager ist, aber Dr. Karl-Friedrich Lenz ist immerhin ein ziemlich bekannter Jura-Professor für Europäisches und Deutsches Recht. Und er stimmt Herrn Swartz zu. Sollte dann aber auch nicht unerwähnt bleiben.

Der Schockwellenreiter am 14.01.04 11:48 #
 

Oops, URL des Beitrages von Karl-Friedrich Lenz vergessen: Lenz-Blog deutsch

Der Schockwellenreiter am 14.01.04 11:52 #
 

Was ist eigentlich Redundanz? ;-) Nun, jetzt gibt es wenigstens genug Links in Richtung des Kommentars von Herrn Lenz. (Ich hatte den gerade vor einer Stunde oben im Artikel nachgetragen, als ich den beim Schockwellenreiter entdeckt hatte.)

Martin Röll am 14.01.04 12:00 #
 

Eine weiterführende Diskussion hierzu auch bei Don Park.

Heiko Hebig am 14.01.04 12:01 #